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Harmonium, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Harmoniums · Nominativ Plural: Harmonien/Harmoniums
Aussprache 
Worttrennung Har-mo-ni-um
Herkunft zu harmonialat ‘Verbindung, Bund, passendes Verhältnis, Übereinstimmung, Einklang, Melodie’ (Harmonie)
eWDG

Bedeutung

Tasteninstrument, dessen freischwingende Metallzungen durch den Luftstrom aus einem Tretbalg zum Tönen gebracht werden
Beispiel:
im Gemeindesaal stand ein Harmonium
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Harmonium n. Bezeichnung für ein Tasteninstrument, das in Klang und Verwendungszweck entfernt der Orgel vergleichbar ist. Eine Frühform des Instruments wird zunächst frz. orgue expressif bezeichnet; die verbesserte, im Prinzip noch heute verwendete Konstruktion wird (1840) von ihrem Erfinder, dem Franzosen A. F. Debain, wohl um die Klangfülle zu betonen, harmonium (zu lat. harmonia, s. Harmonie) genannt (im Dt. seit 2. Hälfte 19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Harmonium‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Harmonium‹.

Verwendungsbeispiele für ›Harmonium‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In einer Ecke kauert ein alter Mann, und seine Finger hämmern auf die Tasten eines quietschenden Harmoniums. [Die Zeit, 22.04.2002, Nr. 16]
Das Harmonium ist alles in allem noch keine Stunde gespielt worden. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1931. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1931], S. 238]
Dabei sei das Harmonium wegen seines angenehmen Klanges zunächst "enthusiastisch begrüßt" worden. [Die Zeit, 17.06.1996, Nr. 25]
Auch hier wurde rezitiert, Harmonium gespielt und mancher Ulk getrieben. [Schleich, Carl Ludwig: Besonnte Vergangenheit, Lebenserinnerungen (1859-1919). In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 31483]
Wie schön waren ferner die Stunden, wo ich ihm, wenn er langgestreckt auf seinem Sofa ausruhte, nebenan auf dem Harmonium etwas vorphantasieren mußte. [Schleich, Carl Ludwig: Besonnte Vergangenheit, Lebenserinnerungen (1859-1919). In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 31483]
Zitationshilfe
„Harmonium“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Harmonium>.

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