Hasardeur, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hasardeurs · Nominativ Plural: Hasardeure
WorttrennungHa-sar-deur
HerkunftArabisch → Französisch
eWDG, 1969

Bedeutung

abwertend leichtsinniger, unverantwortlich handelnder Mensch
Beispiele:
in diesem Beruf ist kein Platz für Hasardeure
dieser Politiker ist ein Hasardeur, handelt wie ein Hasardeur
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hasard · Hasardspiel · hasardieren · Hasardeur
Hasard m. ‘Zufall, Glück, Wagnis’, heute mit neutralem Genus kurz für Hasardspiel (s. unten). Ein erstes Mal wird im 13. Jh. mhd. has(e)hart ‘Würfelspiel, Glück, Unglück’ (mit lautlicher Angleichung an die dt. Personennamen auf -hart) entlehnt aus afrz. hasart ‘Würfelspiel, (guter oder schlechter) Wurf im Würfelspiel’ (12. Jh.), das wahrscheinlich eine Übernahme von (allerdings erst im 13. Jh. belegtem) span. azar ‘bestimmtes Würfelspiel, ungünstiger Wurf beim Würfeln’ ist; zugrunde liegt vulgärarab. zahr (mit Artikel az-zahr) ‘Spielwürfel’. Der Wortanfang h- im Afrz. beruht wohl auf der Schreibergewohnheit, bei vokalischem Anlaut fremder Wörter diesen Buchstaben hinzuzufügen. Erneut gelangt im 17. Jh. frz. hasard mit den im Mfrz. entwickelten, sich aus dem hohen Einsatz beim Spiel und aus dem unbestimmten Spielausgang erklärenden Bedeutungen ‘Wagnis, Gefahr’ und ‘Zufall’ (vgl. schon mnl. hasaert ‘Zufall’) ins Dt., anfangs oft Hazard (vgl. die ältere frz. Schreibvariante hazard sowie engl. hazard). Seit dem 19. Jh. wird Hasard auch im Sinne von ‘Glücksspiel’ verwendet, vor allem in der Verbindung Hasard spielen. Hasardspiel n. ‘Glücksspiel, gewagtes Unternehmen’ (17. Jh.), Übersetzung von frz. jeu de hasard ‘nur vom Zufall bestimmtes Spiel’. hasardieren Vb. ‘ein Wagnis, Risiko eingehen, alles aufs Spiel setzen’ (17. Jh.), aus frz. hasarder ‘wagen, auf den Zufall setzen’. Hasardeur m. ‘Glücksspieler, waghalsiger, leichtsinniger Mensch’, Neubildung (um 1925) zu hasardieren (s. oben) bzw. zu frz. hasarder; im Frz. ist entsprechendes mfrz. frz. hasardeur ‘verwegener Mensch’ (afrz. hasardeor ‘Würfelspieler’) seit dem 18. Jh. nicht mehr gebräuchlich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abenteurer · ↗Glücksjäger · ↗Glücksritter · ↗Glücksspieler · Hasardeur · ↗Spielernatur  ●  ↗Zocker  derb
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abenteurer Glücksritter Spekulant Zocker außenpolitisch gewissenlos politisch verantwortungslos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hasardeur‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er ist ein Hasardeur und hat keinerlei Überlegung und Strategie.
Die Welt, 14.02.2000
Einen Tag vor der Abstimmung werden nur Hasardeure auf einen Erfolg Rühes setzen.
Süddeutsche Zeitung, 26.02.2000
Das sind allerdings richtige Hasardeure, die mehrere Male ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben.
Die Zeit, 14.10.1999, Nr. 42
Vielleicht wäre es richtig gewesen, ganz sicher hätte es Mut gebraucht, womöglich den Mut von Hasardeuren.
Der Tagesspiegel, 01.12.2002
Wer schon viel hat und wenig riskiert, ist ein feiger Knauser, umgekehrt ein Hasardeur.
o. A.: TRUPPENBETREUUNG IN FRIEDENSZEITEN. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1981]
Zitationshilfe
„Hasardeur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hasardeur>, abgerufen am 22.10.2019.

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