Hasardspiel, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungHa-sard-spiel (computergeneriert)
WortzerlegungHasardSpiel
eWDG, 1969

Bedeutung

Beispiel:
Das hinderte nicht, daß er sich von Trenck ziemlich regelmäßig die Dukaten für sein Hasardspiel entlieh [B. FrankTrenck113]
übertragen
Beispiel:
das Hasardspiel der Börsenspekulanten, verantwortungsloser Politiker
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hasard · Hasardspiel · hasardieren · Hasardeur
Hasard m. ‘Zufall, Glück, Wagnis’, heute mit neutralem Genus kurz für Hasardspiel (s. unten). Ein erstes Mal wird im 13. Jh. mhd. has(e)hart ‘Würfelspiel, Glück, Unglück’ (mit lautlicher Angleichung an die dt. Personennamen auf -hart) entlehnt aus afrz. hasart ‘Würfelspiel, (guter oder schlechter) Wurf im Würfelspiel’ (12. Jh.), das wahrscheinlich eine Übernahme von (allerdings erst im 13. Jh. belegtem) span. azar ‘bestimmtes Würfelspiel, ungünstiger Wurf beim Würfeln’ ist; zugrunde liegt vulgärarab. zahr (mit Artikel az-zahr) ‘Spielwürfel’. Der Wortanfang h- im Afrz. beruht wohl auf der Schreibergewohnheit, bei vokalischem Anlaut fremder Wörter diesen Buchstaben hinzuzufügen. Erneut gelangt im 17. Jh. frz. hasard mit den im Mfrz. entwickelten, sich aus dem hohen Einsatz beim Spiel und aus dem unbestimmten Spielausgang erklärenden Bedeutungen ‘Wagnis, Gefahr’ und ‘Zufall’ (vgl. schon mnl. hasaert ‘Zufall’) ins Dt., anfangs oft Hazard (vgl. die ältere frz. Schreibvariante hazard sowie engl. hazard). Seit dem 19. Jh. wird Hasard auch im Sinne von ‘Glücksspiel’ verwendet, vor allem in der Verbindung Hasard spielen. Hasardspiel n. ‘Glücksspiel, gewagtes Unternehmen’ (17. Jh.), Übersetzung von frz. jeu de hasard ‘nur vom Zufall bestimmtes Spiel’. hasardieren Vb. ‘ein Wagnis, Risiko eingehen, alles aufs Spiel setzen’ (17. Jh.), aus frz. hasarder ‘wagen, auf den Zufall setzen’. Hasardeur m. ‘Glücksspieler, waghalsiger, leichtsinniger Mensch’, Neubildung (um 1925) zu hasardieren (s. oben) bzw. zu frz. hasarder; im Frz. ist entsprechendes mfrz. frz. hasardeur ‘verwegener Mensch’ (afrz. hasardeor ‘Würfelspieler’) seit dem 18. Jh. nicht mehr gebräuchlich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Glücksspiel · Hasardspiel · ↗Spiel · ↗Wette
Unterbegriffe
  • Poker spielen · ↗pokern
  • Russisch Roulette · russisches Roulette

Typische Verbindungen
computergeneriert

Karte

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hasardspiel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Öffentlichkeit müsse die Kraft aufbringen, mit diesem Hasardspiel Schluß zu machen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1957]
Dies hielt Sie aber nicht ab, selbst dem Hasardspiel zu frönen?
Friedländer, Hugo: Die Oldenburgischen Spielerprozeße. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 22391
Als Nixon dem Unternehmen zustimmte, ließ er sich auf ein kalkuliertes Hasardspiel ein.
Die Zeit, 01.03.1971, Nr. 09
Ohne eine Zeile des Manuskriptes zu kennen, ließ sich der Verleger auf das Hasardspiel ein.
Wittmann, Reinhard: Geschichte des deutschen Buchhandels. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1991], S. 3036
Das Börsenspiel drängt die aus der feudalen Gesellschaft überkommenen Formen des Hasardspiels zurück.
Benjamin, Walter: Das Passagen-Werk. In: Tiedemann, Rolf (Hg.), Gesammelte Schriften Bd. 5,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1982 [1928-1929, 1934-1940], S. 49
Zitationshilfe
„Hasardspiel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hasardspiel>, abgerufen am 24.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
hasardieren
Hasardeur
Hasard
Harzseife
Harzsäure
Hasardspieler
Hasch
Haschee
Haschemit
Haschen