Hascherl, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Hascherls · Nominativ Plural: Hascherls/Hascherln
WorttrennungHa-scherl
WortzerlegungHascher-l
eWDG, 1969 und DWDS, 2016

Bedeutung

süddeutsch, österreichisch
Synonym zu HascherQuelle: DWDS, 2016
Beispiel:
Sie sprach von ihrer seligen Herrschaft, nannte mich wiederholt eine Doppelwaise und ein armes Hascherl [PenzoldtErdenwurm21]Quelle: WDG, 1969

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

haschen1 · Häscher · Hascherl
haschen1 Vb. ‘schnell (er)greifen, zu fangen suchen’, mhd. erhaschen ‘ergreifen’ (14. Jh.), frühnhd. (omd.) haschen ‘ergreifen, (nach vorausgegangener Verfolgung) einfangen’ (16. Jh.) setzt wie schwed. (mundartlich) haska ‘nachlaufen’ ein germ. ōn-Verb voraus, das, wenn *hask- aus *hafsk- hervorgegangen, als Intensivbildung zu der unter ↗-haft, ↗haben und ↗heben (s. d.) angeführten Wurzel ie. *kap- ‘fassen’ gestellt werden kann. Das vornehmlich omd. Verb gelangt durch Luther in die Literatursprache. Häscher m. ‘Gerichtsdiener, Büttel’ (16. Jh.), heute zuweilen noch geringschätzig ‘von einer Instanz (zu einem bösartigen Zweck) beauftragter Verfolger’. Hascherl n. südd. öst. ‘bedauernswertes Wesen’ (19. Jh.), bezeichnet eigentlich ‘das zu Ergreifende, Erhaschende’, also das einzufangende Kleingetier oder das im Einkriegespiel einzuholende Kind, doch versehen mit einem Mitgefühl, Zuneigung oder Zärtlichkeit ausdrückenden Deminutivsuffix.

Thesaurus

Synonymgruppe
unauffällig · verdruckst · ↗verhuscht  ●  graue Maus  fig. · (armes) Hascherl  ugs., süddt.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

arm

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hascherl‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Anders würde das kranke Hascherl das Zeug sowieso nicht runter kriegen.
Der Tagesspiegel, 28.01.2001
Nicht wenige boten sich an, "einem armen Hascherl" eine Freude bereiten zu wollen.
Die Zeit, 22.01.1996, Nr. 04
Sie tritt bloß als wohlgeformtes Hascherl im heißen weißen Mini mit goldbesticktem Superbusen an.
Süddeutsche Zeitung, 25.07.1994
Die hinreißende Wiebke Puls spielte als "Frau aus dem Internet" so überzeugend das arme Hascherl, dass man ihr sofort helfen wollte.
Die Welt, 02.10.2000
Steffie, das arme Hascherl, gewinnt den ersten Preis, die Rollschuhe mit Kugellager.
Kästner, Erich: Das doppelte Lottchen, Hamburg: Dressler 1996 [1949], S. 45
Zitationshilfe
„Hascherl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hascherl>, abgerufen am 15.10.2019.

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