Hase, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hasen · Nominativ Plural: Hasen
Aussprache
WorttrennungHa-se
Wortbildung mit ›Hase‹ als Erstglied: ↗Hasenauge · ↗Hasenbalg · ↗Hasenblut · ↗Hasenbofist · ↗Hasenbovist · ↗Hasenbraten · ↗Hasenbrot · ↗Hasenfell · ↗Hasenfett · ↗Hasenfleisch · ↗Hasenfuß · ↗Hasengarn · ↗Hasenhacke · ↗Hasenherz · ↗Hasenjagd · ↗Hasenjunge · ↗Hasenkammer · ↗Hasenklage · ↗Hasenklein · ↗Hasenkostüm · ↗Hasenkot · ↗Hasenlauf · ↗Hasenlöffel · ↗Hasenmaus · ↗Hasennest · ↗Hasenohr · ↗Hasenpanier · ↗Hasenpest · ↗Hasenpfeffer · ↗Hasenpfote · ↗Hasenragout · ↗Hasenscharte · ↗Hasenzahn · ↗Häschen · ↗Häslein · ↗hasenartig · ↗hasenrein
 ·  mit ›Hase‹ als Letztglied: ↗Angsthase · ↗Betthase · ↗Bühnenhase · ↗Dachhase · ↗Etappenhase · ↗Feldhase · ↗Filmhase · ↗Fußballhase · ↗Goldhase · ↗Kuschelhase · ↗Küllhase · ↗Märzhase · ↗Osterhase · ↗Pampashase · ↗Pfeifhase · ↗Polarhase · ↗Satzhase · ↗Schihase · ↗Schisshase · ↗Schneehase · ↗Schokoladenhase · ↗Seehase · ↗Skihase · ↗Stallhase · ↗Theaterhase
 ·  mit ›Hase‹ als Grundform: ↗Häsin
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
größeres wildlebendes Nagetier mit langen Ohren, Stummelschwanz und bräunlichem Fell, das sich von Pflanzen nährt, äußerst schnell ist und als furchtsam gilt
Beispiele:
ein flinker, furchtsamer Hase
der Hase hoppelt über das Feld, schlägt Haken, macht Männchen
einen Hasen hetzen, jagen, schießen, fangen, erlegen
dem Hasen das Fell abziehen
den Hasen spicken, braten
er hat Angst, ist feige wie ein Hase
falscher Hase (= Hackbraten)
Häschen in der Grube saß und schlief [Kinderlied]
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
dort sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht (= das ist eine ganz abgelegene, verlassene Gegend)
sehen, wie der Hase läuft (= sehen, wie sich die Sache entwickelt)
da liegt der Hase im Pfeffer (= das ist die Ursache, darin liegt die Schwierigkeit)
mein Name ist Hase (= ich weiß von nichts, bin ahnungslos)
sprichwörtlich viele Hunde sind des Hasen Tod (= ein einzelner vermag nichts gegen viele)
2.
umgangssprachlich Kaninchen
Beispiel:
die Hasen im Stall füttern
3.
übertragen vom Menschen
a)
umgangssprachlich, vertraulich
Beispiel:
mein (armer) Hase, (armes, liebes) Häschen (= zärtliche, bedauernde Anrede)
b)
umgangssprachlich
Beispiele:
ein alter Hase (= erfahrener Fachmann)
er ist ein alter Hase im Kranbau, im Skisport
er ist kein heuriger Hase (mehr) (= kein unerfahrener Mensch)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hase · Hasenpanier · Hasenscharte
Hase m. wildlebendes, langohriges Nagetier. Ahd. (8. Jh.), asächs. haso, mhd. hase, has, mnd. mnl. hāse, nl. haas (germ. *hasan-), mit grammatischem Wechsel aengl. hara, engl. hare, anord. heri, schwed. hare (germ. *hazan-) hat neben sich die Adjektivbildungen ahd. hasan ‘glänzend, poliert’, eigentlich ‘grau’ (11. Jh.), mhd. heswe ‘bleich, matt’, aengl. hasu ‘graubraun’, anord. hǫss ‘grau’. Verwandt sind aind. śaśáḥ ‘Hase’, lat. cānus ‘grau, aschgrau, grauweiß’, kymr. ceinach, apreuß. sasins ‘Hase’ sowie wohl auch aslaw. sosnь, russ. sosná (сосна) ‘Kiefer, Föhre’, so daß sich als Ausgangsform die (häufig mit einem n-Suffix verbundene) Wurzel ie. *k̑as- ‘grau’ ergibt. Hase, eigentlich ‘der Graue’, ist ein Deckname, da man das Tier wegen seines angeblich dämonischen Wesens ungern beim wahren Namen nennt; vgl. ähnlich gebildetes lit. (älter) širvis ‘Hase’ zu šir̃vas ‘(blau)grau, schimmelig’, poln. (älter) szarak ‘Hase’ zu szary ‘grau’ sowie ↗Bär (s. d.). Eine der vermeintlichen Eigenschaften des Hasen ist seine Furchtsamkeit, die in Personenbezeichnungen zum Ausdruck kommt wie Hasenfuß ‘übertrieben ängstlicher Mensch, Feigling’, früher auch ‘närrischer Mensch’, mhd. hasenvuoʒ, Hasenherz (Anfang 16. Jh.), Angsthase (um 1500). Hasenpanier n. heute nur noch in der festen, von Luther verbreiteten Verbindung das Hasenpanier ergreifen ‘die Flucht ergreifen, ausreißen’, nach dem weißen Stummelschwanz des Hasen, der beim Fliehen wie ein Panier (s. ↗Banner) in die Höhe steht; vgl. auch frühnhd. das Hasenpanier aufstecken (16. Jh.), aufwerfen (17. Jh.). Hasenscharte f. ‘angeborene Spaltbildung der Oberlippe beim Menschen’, mhd. hasinscharte, aengl. hærsceard.

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Feldhase · Hase · Hoppler · ↗Langohr · ↗Mümmelmann · Mümmler · ↗Rammler (männlich)  ●  Hoppel  ugs. · Lepus europaeus (zool.)  fachspr. · Meister Lampe  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Sünderin  veraltet · Bitch  derb, engl. · Dorfmatratze  derb, fig. · ↗Flitscherl  ugs., österr. · ↗Flittchen  derb, Hauptform · Hase  ugs. · ↗Schickse  derb · ↗Schlampe  derb · ↗Wanderpokal  derb, fig. · leichtes Mädchen  ugs., fig. · liederliches Weibsstück  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Hase [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Herzallerliebster · ↗Herzblatt · ↗Liebste(r)  ●  ↗Darling  engl. · (du) Traum meiner schlaflosen Nächte  ugs., ironisch · ↗Augenstern  ugs. · ↗Babe  ugs., engl. · ↗Baby  ugs. · Beauty  ugs., engl. · ↗Bienchen  ugs. · ↗Biene  ugs. · ↗Bunny  ugs., engl. · ↗Bärchen  ugs. · ↗Engel  ugs. · ↗Engelchen  ugs. · Engelmaus  ugs. · Engelsschein  ugs. · ↗Flamme  ugs. · ↗Gummibärchen  ugs. · Hase  ugs. · Hasi  ugs. · Hasibär  ugs. · Hasibärchen  ugs. · Hasili  ugs. · Hasimaus  ugs. · Hasipupsi  ugs. · ↗Herzbube  ugs. · ↗Herzchen  ugs. · Honey  ugs., engl. · Hübsche  ugs. · Kleine  ugs. · Kleiner  ugs. · Kleines  ugs. · ↗Knuddelbär  ugs. · Knuddelmaus  ugs. · Knufelbär  ugs. · Knuffel  ugs. · Knuffelchen  ugs. · Knuffelschatzi  ugs. · ↗Kuschelbär  ugs. · Kuschelbärchen  ugs. · ↗Kuschelhase  ugs. · Kuschelmaus  ugs. · Kuschelmäuschen  ugs. · Kuschelschnuppe  ugs. · Kuscheltiger  ugs. · Kuschli  ugs. · ↗Kätzchen  ugs. · ↗Liebchen  ugs. · ↗Liebesgöttin  ugs. · ↗Liebesperle  ugs. · ↗Liebling  ugs., Hauptform · ↗Maus  ugs. · Mausbär  ugs. · ↗Mausi  ugs. · ↗Mäuschen  ugs. · Mäusle  ugs. · Perlchen  ugs. · Puschi  ugs. · Puschibär  ugs. · ↗Püppchen  ugs. · Püppi  ugs. · ↗Schatz  ugs. · Schatzi  ugs. · Schatzimaus  ugs. · Schatzimausi  ugs. · Schnubbi  ugs. · ↗Schnucke  ugs. · ↗Schnuckel  ugs. · ↗Schnuckelchen  ugs. · Schnuckelmausi  ugs. · Schnucki  ugs. · Schnuckiputzi  ugs. · ↗Schätzchen  ugs. · Schätzelein  ugs. · ↗Schöne  ugs. · ↗Schönheit  ugs. · ↗Sonnenschein  ugs. · ↗Spatz  ugs. · ↗Spätzchen  ugs. · ↗Süße  ugs. · Süßes  ugs. · ↗Teufelchen  ugs. · ↗Traummann  ugs. · ↗Traumprinz  ugs. · ↗Zuckerpuppe  ugs. · ↗Zuckerpüppchen  ugs. · ↗Zuckerschnecke  ugs. · ↗Zuckerschnute  ugs. · Zuckertäubchen  ugs. · ↗Zuckerwürfel  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Kaninchen · ↗Karnickel  ●  Hase (vereinfachend)  ugs. · ↗Hauskaninchen  fachspr. · ↗Kanin  fachspr. · Lapinchen (Eifeler Platt)  ugs. · ↗Mümmelmann  ugs., scherzhaft · Oryctolagus cuniculus (zool.)  fachspr. · ↗Wildkaninchen  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ente Fabel Fasan Fuchs Grube Hamster Hase Hirsch Huhn Igel Kaninchen Katze Maus Meerschweinchen Märchen Pfeffer Rebhuhn Reh Schildkröte Weltreise Wettlauf Wildschwein Ziege alt erlegen erlegt heurig hoppeln tot verwesend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hase‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie soll man diesem toten Hasen die Bilder erklären, die in den folgenden Räumen zu sehen sind?
Der Tagesspiegel, 05.02.2002
Außerdem haben wir ja auch für die Männer die so genannten Hasen für die Geschwindigkeit.
Die Welt, 04.09.2001
Ich konnte es kaum erwarten, zu meinen Hasen zu kommen.
Rösler, Jo Hanns: Wohin sind all die Jahre..., München: Goldmann 1984 [1964], S. 10
Sehr gut schmeckt das glasige Fett eines Hasen wohl nicht, zumindest daheim nicht.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 216
Der wand sich straff von dem einen Zweig zum Hasen nieder und umschlang seinen Hals.
Salten, Felix: Bambi, Frankfurt a. M.: Fischer 1956 [1923], S. 136
Zitationshilfe
„Hase“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hase>, abgerufen am 22.10.2019.

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