Hass, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hasses · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Ungültige SchreibungHaß, s. Regelwerk: § 2
Wortbildung mit ›Hass‹ als Erstglied: ↗Hass-Seite · ↗Hassbotschaft · ↗Hassgefühl · ↗Hassgesang · ↗Hasskappe · ↗Hasskommentar · ↗Hassliebe · ↗Hassparole · ↗Hassprediger · ↗Hasspredigt · ↗Hassrede · ↗Hassseite · ↗Hasstirade · ↗hasserfüllt · ↗hassvoll
 ·  mit ›Hass‹ als Letztglied: ↗Ausländerhass · ↗Bruderhass · ↗Deutschenhass · ↗Frauenhass · ↗Fremdenhass · ↗Glaubenshass · ↗Judenhass · ↗Klassenhass · ↗Menschenhass · ↗Rassenhass · ↗Schwabenhass · ↗Selbsthass · ↗Tyrannenhass · ↗Völkerhass · ↗Weiberhass
eWDG, 1969

Bedeutung

starkes Gefühl der Feindschaft, der Ablehnung
Beispiele:
tiefer, wilder, wütender, bitterer, blinder, tödlicher, maßloser, unversöhnlicher Hass
alter, angestammter, eingefleischter, heimlicher, versteckter, gerechter, wohlbegründeter Hass
Hass auslösen, erwecken, schüren, säen, ernten, ertragen
jmdm. Hass entgegenbringen
jmdm. Hass gegen den Krieg anerziehen
Hass gegen jmdn., etw. empfinden, fühlen
gehoben Hass gegen jmdn., etw. hegen
umgangssprachlich einen Hass auf jmdn. haben
gehoben Hass im Herzen tragen
gehoben sich in Hass verzehren
gehoben Hass blitzt, lodert aus seinen Augen
Hass erfüllt ihn
seinen Hass zu erkennen geben
sich [Dativ] jmds. Hass zuziehen
jmds. Hass erregen, auf sich laden
den Hass abbauen
sein Hass ist geschwunden, hat sich gelegt
er hat das aus Hass getan
in seinem Hass war er unerbittlich
jmdm. mit Hass begegnen
ihre Liebe schlug in Hass um
Wir protestieren gegen diese Behauptungen / die vom Haß diktiert sind [P. WeissErmittlung33]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Haß · hassen · häßlich · Häßlichkeit
Haß m. ‘von Feindseligkeit, von leidenschaftlicher Abneigung getragene Gesinnung’, ahd. (8. Jh.), mhd. haʒ ‘Groll, Feindschaft’, asächs. heti ‘Feindschaft, Verfolgung’, mnd. hāt(e), mnl. hāte (daneben hat), nl. haat, aengl. hete, engl. hate, anord. hatr, schwed. hat, got. hatis ‘Haß, Zorn’ ist ein alter es/os-Stamm, der mit (ablautendem) asächs. hōti ‘feindlich, erzürnt’ und mit außergerm. Verwandten griech. kḗdos (κῆδος), (dor.) kā́dos (κᾶδος) ‘Sorge, Trauer, Leichenbestattung, Verschwägerung, Verwandtschaft’, osk. cadeis (Genitiv) ‘Feindschaft’, mir. caiss, kymr. cas ‘Haß’ sowie mit awest. sādra- ‘Leid, Qual’ auf die Wurzel ie. *k̑ād-, *k̑əd- ‘seelische Verstimmung, Kummer, Haß, Sorge, Leid’ zurückzuführen ist. hassen Vb. ‘Haß empfinden’, ahd. haʒʒēn (8. Jh.), haʒʒōn (9. Jh.), mhd. haʒʒen, asächs. haton, mnd. mnl. hāten, nl. haten, aengl. hatian, engl. to hate, anord. schwed. hata, got. hatan. Im Germ. bedeutet das Verb auch ‘verfolgen’, das Substantiv entsprechend ‘Verfolgung’. S. dazu das Kausativum ↗hetzen, eigentlich ‘hassen machen, zur Verfolgung bringen’, und zugehöriges Hatz. Für das Germ. ist also eine Ausgangsbedeutung ‘feindselige Verfolgung’ bzw. ‘verfolgen’ anzusetzen. häßlich Adj. ‘unschön, abstoßend, gemein, armselig’; ahd. haʒlīh (Hs. 12. Jh.), mhd. haʒ(ʒe)lich, heʒ(ʒe)lich, asächs. hetilīk, aengl. hetelic bedeuten ‘Haß erregend, feindselig’. Über ‘hassenswert, verhaßt’ wird häßlich in frühnhd. Zeit zum Gegenwort von schön umgedeutet. Häßlichkeit f. ‘unschönes Aussehen’, spätmhd. heʒlichkeit ‘Haß, Abscheu’ (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abscheu · Hass
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angst Eifersucht Fanatismus Feindschaft Furcht Gewalt Intoleranz Liebe Mißtrauen Neid Rache Verachtung Verzweiflung Wut Zorn abgrundtief aufstacheln blank blind entgegenschlagen entladen ethnisch grenzenlos predigen religiös schüren säen umschlagen unbändig unversöhnlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hass‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dennoch erregt der Hass gegen sie so gut wie keinen Protest.
Die Zeit, 11.03.2013, Nr. 10
Die kommunizieren nie miteinander, dadurch baut sich immer mehr Hass auf.
Süddeutsche Zeitung, 24.07.2004
Blanker Hass schlägt ihr entgegen von dem Volk, das sie geliebt hat.
Fath, Rolf: Werke - J. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 6446
Das ist eine freche Lüge; die Frau hat einen Haß auf mich.
Friedländer, Hugo: Eine Rittergutsbesitzerin vor den Geschworenen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3567
Wenn man sie im Felde einstweilen nicht vernichten konnte, so entlud sich der Haß nur um so grimmiger daheim.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,2. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 11111
Zitationshilfe
„Hass“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hass>, abgerufen am 17.12.2018.

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