Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Hass, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hasses · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Ungültige Schreibung Haß
Rechtschreibregel § 2
Wortbildung  mit ›Hass‹ als Erstglied: Hass-Posting · Hass-Seite · Hassausbruch · Hassbotschaft · Hassbrief · Hassgefühl · Hassgesang · Hasskappe · Hasskommentar · Hassliebe · Hassparole · Hassposting · Hassprediger · Hasspredigt · Hasspropaganda · Hassrede · Hassseite · Hasstirade · Hassverbrechen · Hassvideo · hasserfüllt · hassvoll
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eWDG

Bedeutung

starkes Gefühl der Feindschaft, der Ablehnung
Beispiele:
tiefer, wilder, wütender, bitterer, blinder, tödlicher, maßloser, unversöhnlicher Hass
alter, angestammter, eingefleischter, heimlicher, versteckter, gerechter, wohlbegründeter Hass
Hass auslösen, erwecken, schüren, säen, ernten, ertragen
jmdm. Hass entgegenbringen
jmdm. Hass gegen den Krieg anerziehen
Hass gegen jmdn., etw. empfinden, fühlen
gehoben Hass gegen jmdn., etw. hegen
umgangssprachlicheinen Hass auf jmdn. haben
gehoben Hass im Herzen tragen
gehobensich in Hass verzehren
gehoben Hass blitzt, lodert aus seinen Augen
Hass erfüllt ihn
seinen Hass zu erkennen geben
sich [Dativ] jmds. Hass zuziehen
jmds. Hass erregen, auf sich laden
den Hass abbauen
sein Hass ist geschwunden, hat sich gelegt
er hat das aus Hass getan
in seinem Hass war er unerbittlich
jmdm. mit Hass begegnen
ihre Liebe schlug in Hass um
Wir protestieren gegen diese Behauptungen / die vom Haß diktiert sind [ P. WeissErmittlung33]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Haß · hassen · häßlich · Häßlichkeit
Haß m. ‘von Feindseligkeit, von leidenschaftlicher Abneigung getragene Gesinnung’, ahd. (8. Jh.), mhd. haʒ ‘Groll, Feindschaft’, asächs. heti ‘Feindschaft, Verfolgung’, mnd. hāt(e), mnl. hāte (daneben hat), nl. haat, aengl. hete, engl. hate, anord. hatr, schwed. hat, got. hatis ‘Haß, Zorn’ ist ein alter es/os-Stamm, der mit (ablautendem) asächs. hōti ‘feindlich, erzürnt’ und mit außergerm. Verwandten griech. kḗdos (κῆδος), (dor.) kā́dos (κᾶδος) ‘Sorge, Trauer, Leichenbestattung, Verschwägerung, Verwandtschaft’, osk. cadeis (Genitiv) ‘Feindschaft’, mir. caiss, kymr. cas ‘Haß’ sowie mit awest. sādra- ‘Leid, Qual’ auf die Wurzel ie. *k̑ād-, *k̑əd- ‘seelische Verstimmung, Kummer, Haß, Sorge, Leid’ zurückzuführen ist. – hassen Vb. ‘Haß empfinden’, ahd. haʒʒēn (8. Jh.), haʒʒōn (9. Jh.), mhd. haʒʒen, asächs. haton, mnd. mnl. hāten, nl. haten, aengl. hatian, engl. to hate, anord. schwed. hata, got. hatan. Im Germ. bedeutet das Verb auch ‘verfolgen’, das Substantiv entsprechend ‘Verfolgung’. S. dazu das Kausativum hetzen, eigentlich ‘hassen machen, zur Verfolgung bringen’, und zugehöriges Hatz. Für das Germ. ist also eine Ausgangsbedeutung ‘feindselige Verfolgung’ bzw. ‘verfolgen’ anzusetzen. häßlich Adj. ‘unschön, abstoßend, gemein, armselig’; ahd. haʒlīh (Hs. 12. Jh.), mhd. haʒ(ʒe)lich, heʒ(ʒe)lich, asächs. hetilīk, aengl. hetelic bedeuten ‘Haß erregend, feindselig’. Über ‘hassenswert, verhaßt’ wird häßlich in frühnhd. Zeit zum Gegenwort von schön umgedeutet. Häßlichkeit f. ‘unschönes Aussehen’, spätmhd. heʒlichkeit ‘Haß, Abscheu’ (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abscheu · Hass
Oberbegriffe
Antonyme
Synonymgruppe
Feindlichkeit · Feindschaft · Feindseligkeit · Hass (auf) · feindselige Einstellung (gegenüber)  ●  Animosität  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Hass‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›Hass‹ und ›Haß‹.

Verwendungsbeispiele für ›Hass‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diesmal geht der Haß des Mannes auch gegen sich selbst, weil es ihm nicht gelingt, sich von dem elternähnlichen Partner zu lösen. [Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann – Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 65]
Nach einer Stunde hegte er gegen diese einen unauslöschlichen Haß. [Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 251]
Es trifft meist das Rechte, Haß von vornherein wirtschaftlich zu erklären. [Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 2, Berlin: Aufbau-Verl. 1955, S. 169]
Trotzdem hat Hasses Werk seinen Schöpfer nicht überdauert, vielmehr mußte der alte Meister seinen eigenen Ruhm um viele Jahre überleben. [Abert, Anna Amalie: Hasse (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1956], S. 6011]
Wie groß der Haß ist, wie egal ihnen das eigentlich ist. [Der Spiegel, 08.05.1989]
Zitationshilfe
„Hass“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hass>.

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