Hast, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hast · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Hast‹ als Letztglied: ↗Reisehast · ↗Überhast
eWDG, 1969

Bedeutung

aufgeregte Eile, Überstürzung
Beispiele:
in Hast sein
in, mit Hast arbeiten, reden
etw. in, mit Hast tun
in höchster, wilder Hast umherrennen
mit fliegender Hast die Treppen hinaufeilen
in atemloser Hast das Gedicht aufsagen
zitternd, fliegend vor Hast
er zeigte keine Hast
alle Hast und Ungeduld in seinem Benehmen waren verschwunden
ohne Hast machte sie sich für die Abreise fertig
die Hast (= Ruhelosigkeit) der Jugend, des Alltags
die Hast und der Lärm unserer Tage
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hast · hasten · hastig
Hast f. ‘aufgeregte Eile, Überstürzung’, ein nd. Wort, seit dem 16. Jh. in der Literatursprache. Mnd. hāst, hast ‘Eile, Eifer, Zorn’ (14. Jh., vermutlich älter; vgl. Öhmann in: ZfdWf. N. F. 16 (1960) 161 ff.) geht wie wohl auch mnl. hast(e), haest(e), nl. haast und wie engl. haste zurück auf afrz. haste ‘Hast, Eile’ (frz. hâte), das selbst aus dem Germ., wohl aus anfrk. *haist ‘Heftigkeit’, stammt. Dieses ist mit ahd. heistīgo Adv. ‘ungestüm, sehr’ (9. Jh.), langobard. haistan Adv. ‘gewaltsam’, aengl. hǣst ‘ungestüm; Heftigkeit’, afries. hāst ‘hastig; Eile’ zu verbinden und damit an die unter ↗heftig (s. d.) angeführte Wortgruppe um ahd. heifti, mhd. heifte ‘ungestüm, sehr’, anord. heifst, got. haifsts ‘Zank, Streit’ anzuschließen. hasten Vb. ‘sich hastig bewegen, sich überstürzen’ (16. Jh.), mnd. hāsten, mnl. haesten, nl. haasten; vgl. afrz. haster, frz. hâter. hastig Adj. ‘voller Hast, überstürzt, sehr eilig’, mhd. hasteclīche Adv., mnd. hāstich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Eile · ↗Eilfertigkeit · Hast · ↗Hastigkeit · ↗Hektik · ↗Rasanz · ↗Tempo · hektisches Gebaren · ↗Übereilung · ↗Überstürzung · überstürztes Vorgehen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alltag Aufregung Eile Hektik Hetze Nervosität Panik Unruhe fiebrig fliegend gewiss jüdisch ungebührlich unziemlich vermeiden vorwarnen wild übertrieben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hast‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und da stürzt es wieder aus allen Ecken mit jener Hast, die fürchtet, zu spät zu kommen.
Süddeutsche Zeitung, 23.02.2001
Hast bestrafen die Götter, indem sie es von der Haut her auf die Kleidung regnen lassen.
Süddeutsche Zeitung, 04.07.2000
Sie sind auch in der Hast nicht immer gut genug.
Die Welt, 26.06.2000
Wenn sich der Tag ohne Hast von selbst entfaltet hat.
Der Tagesspiegel, 01.02.2004
Der junge Mann löst sich ohne Hast aus der Reihe der Wartenden.
Bild, 02.06.1997
Zitationshilfe
„Hast“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hast>, abgerufen am 21.09.2019.

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