Hauch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hauch(e)s · Nominativ Plural: Hauche · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Hauch‹ als Erstglied: ↗Hauchlaut · ↗Hauchprobe · ↗hauchdünn · ↗hauchfein · ↗hauchzart
 ·  mit ›Hauch‹ als Letztglied: ↗Abendhauch · ↗Atemhauch · ↗Dufthauch · ↗Eishauch · ↗Frosthauch · ↗Frühlingshauch · ↗Gluthauch · ↗Kältehauch · ↗Lufthauch · ↗Pesthauch · ↗Sprechhauch · ↗Windhauch
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben
1.
durch Mund, Nase ausgestoßener Atem, Atemstrom
Beispiele:
es war so kalt, dass man seinen Hauch sehen konnte, dass sein Hauch gefror
der letzte Hauch (= letzte Atemzug) eines Sterbenden
verhüllendbis zum letzten Hauch (= bis zum Tode)
Und wir atmen mit Verlangen, / ... Spüren eins des andern Hauch [Hofmannsth.Gedichte24]
2.
sanfter Luftzug, Lüftchen
Beispiele:
ein frischer, kühler, kalter, eisiger, lauer, warmer, duftender Hauch
ein erfrischender Hauch kam vom Meer
es regt sich kein Hauch
in allen Wipfeln / spürest du / kaum einen Hauch [GoetheÜber allen Gipfeln]
bildlich
Beispiel:
Es schwebte der prickelnde Hauch von Abenteuern in der Luft [G. HermannKubinke49]
3.
Atmosphäre, Stimmung
Beispiele:
einen Hauch von Zufriedenheit, Gemütlichkeit, Jugend, Wehmut, Einsamkeit um sich verbreiten
vom Hauch der Vorzeit, Vergangenheit, des Ewigen berührt, getroffen sein
der Hauch (= Geist) der Freiheit, des Göttlichen
4.
leise Spur, Anflug, ein bisschen
Beispiele:
auch nicht einen Hauch von Furcht zeigen
wenn er nur einen Hauch von Originalität besäße!
der Hauch eines Lächelns überflog ihr Gesicht
ein Hauch von Schwermut lag auf ihrem Antlitz
auch der leiseste Hauch einer Verstimmung zwischen ihnen war geschwunden
leichter Duft
Beispiel:
ein Hauch von Kölnischwasser
zarter Farbton
Beispiele:
die Erde zeigte einen Hauch von Grün
auf ihrem Gesicht lag ein rosiger Hauch
einen Hauch (= dünne Schicht) Rouge, Puder auflegen
die Farbe war wie ein Hauch (= sehr dünn) aufgetragen
ein Hauch von Abendkleid (= ein Abendkleid von zartem, durchsichtigem Gewebe)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hauchen · Hauch
hauchen Vb. ‘den Atem hörbar durch den Mund strömen lassen, kaum wahrnehmbar flüstern’. Neben lautmalendem mhd. kūchen, frühnhd. kauchen ‘hauchen’ (s. ↗keuchen) ist ebenfalls lautnachahmendes mhd. hūchen seit dem 13. Jh. bezeugt. Luther übernimmt das vor ihm selten verwendete Verb, das obd. durch blasen, wehen wiedergegeben wird. Im 16. Jh. noch wenig gebraucht, breitet es sich im 17. Jh. aus und erfährt in der Dichtung (2. Hälfte 18. Jh.) eine poetische Aufwertung. Hauch m. ‘beim Ausatmen erzeugter, kaum wahrnehmbarer Luftstrom, sanfter Luftzug, leichter Duft, dünne, feine Schicht’, Rückbildung (17. Jh.) aus dem Verb.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Etwas (von) · (ein) Stich (in) · (eine) Andeutung (von) · ↗Anflug · Hauch (von) · ↗Prise · ↗Quäntchen · ↗Spur · ↗Winzigkeit  ●  (ein) Nichts von  fig. · ↗Touch  engl. · ↗Tick (von)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Atem · Hauch · ↗Luft  ●  ↗Odem  geh., poetisch · ↗Puste  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abenteuer Ahnung Chance Ewigkeit Exklusivität Exotik Frühling Glamour Ironie Luxus Melancholie Nostalgie Romantik Tragik Wehmut Zweifels anhaften anwehen durchwehen eisig mitschwingen schweben spüren umgeben umwehen verleihen verspüren verströmen wehen zart

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hauch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Damals hatte noch kein Hauch von nivellierender europäischer Kultur das merkwürdige Inselreich berührt.
Die Welt, 19.02.2000
Daher ist es einfacher, den modrigen Hauch mit einem frischen Duft zu überdecken.
Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 301
Dennoch wirkt sie selbst in den stärksten Szenen immer einen Hauch statuarisch, künstlich.
Der Tagesspiegel, 04.08.1999
Er hinterließ eine enorme Produktion von genialem Hauch, die allerdings erst nach seinem Tode (1949) entdeckt wurde.
Dounias, Minos E. u. a.: Griechenland. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1956], S. 21806
Als sie es nicht durchzusetzen vermochten, blieben sie, »um nicht von dem bürgerlichen Hauche angesteckt zu werden«, weg.
Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1909], S. 27684
Zitationshilfe
„Hauch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hauch>, abgerufen am 14.11.2019.

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