Haudegen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungHau-de-gen (computergeneriert)
WortzerlegunghauenDegen2
eWDG, 1969

Bedeutung

verwegener, draufgängerischer Kämpfer
Beispiel:
der alte Haudegen erzählte von seinen Kriegstaten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Degen2 · Haudegen
Degen2 m. Hieb- und Stichwaffe, spätmhd. degen, mnd. mnl. dagge, nl. dagge, degen gehen zurück auf afrz. frz. dague ‘Dolch’, das möglicherweise aus aprov. daga stammt, dessen Ursprung unbekannt ist. Vielleicht besteht eine Verbindung zu (anglo)mlat. dagua ‘Dolch’ (im 12. Jh. in England bezeugt) und daggerius (in Schottland), woraus mengl. dag(g)ar(e), dagard, daggere, engl. dagger, dän. schwed. norw. daggert ‘kurzes Schwert’ entstehen. Haudegen m. ‘alter Krieger, Draufgänger’, im 17. und 18. Jh. Bezeichnung für eine degenartige Hiebwaffe im Gegensatz zum Stoßdegen. Im 19. Jh., nach Neubelebung von ↗Degen (s. d.), führt Vermischung beider Wörter zur heutigen Bedeutung.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kämpfer  ●  Haudegen  ugs. · alter Kämpe  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Draufgänger · Haudegen · ↗Heißsporn · ↗Hitzkopf · ↗Waghals · draufgängerischer Abenteurer  ●  ↗Wagehals  veraltend · ↗Teufelskerl  ugs. · Zornigel  ugs. · toller Hecht  ugs., sprichwörtlich · wilder Hund  ugs., bair.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Draufgänger General Haufen Held Ruf Schlag Schlage Typ alt alternd altgedient beid bewährt brutal echt einstig erfahren erprobt hochdekoriert journalistisch kampferprobt konservativ militärisch recht sozialdemokratisch texanisch trinkfest unverwüstlich verkörpern wacker

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Haudegen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn es nicht mehr vorhanden ist, müssen wir uns auch von alten Haudegen trennen.
Bild, 17.03.1998
Der alte Haudegen hatte darauf spekuliert, im Amt zu bleiben.
Die Zeit, 15.07.1994, Nr. 29
Seine Karriere als Haudegen schien damals, 1504, zu Ende zu sein.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1985, Nr. 7
Was mag das aber für ein Haudegen gewesen sein, dieser sechzehnte Nothelfer im Range eines Generals?
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 279
Selbst dem alten Wrangel nahm man das zuweilen übel und nur wenige von uns haben solche Verdienste aufzuweisen wie der alte Haudegen.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 24482
Zitationshilfe
„Haudegen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Haudegen>, abgerufen am 19.11.2018.

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