Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Hausfrau, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hausfrau · Nominativ Plural: Hausfrauen
Aussprache 
Worttrennung Haus-frau
Wortzerlegung Haus Frau
Wortbildung  mit ›Hausfrau‹ als Erstglied: Hausfrauenabend · Hausfrauenbrigade · Hausfrauendasein · Hausfrauennachmittag · Hausfrauenpflicht · Hausfrauentugend
 ·  mit ›Hausfrau‹ als Letztglied: Nurhausfrau
eWDG und DWDS

Bedeutung

Frau, die unentgeltlich den eigenen Haushalt (1 a) führt und die eigene Familie versorgt
siehe auch Hausmann
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die klassische, moderne Hausfrau
Beispiele:
Zu Hause herrschte das klassische Rollenverhältnis: Der Vater »ernährte« die Familie und spielte den Patriarchen, den er aus seiner eigenen Familie noch kannte, ohne es selber wirklich zu sein. Die Mutter kümmerte sich als Hausfrau um die Kinder und den Haushalt und wagte kaum zu widersprechen, wenn ihr Mann, unser Vater, alles zu bestimmen versuchte. [Die Zeit, 01.02.2013]
Und drinnen [im Haus] waltet / Die züchtige Hausfrau, / Die Mutter der Kinder [ SchillerGlocke]WDG
Daneben gibt es 230.000 Menschen in Deutschland, die nicht versicherungspflichtig sind und freiwillig ihren Beitrag [zur Rentenversicherung] leisten, dazu gehören Selbstständige, Freiberufler und Hausfrauen. [Die Welt, 18.03.2019]
im Bild Da erzählte sie zum Beispiel in München Folgendes: Die schwäbische Hausfrau, wenn ihre Familie krank ist, wenn alle im Bett liegen, dann wird sie doch, damit es allen besser geht, eine ordentliche Brühe aufsetzen. Dafür wird sie dann auch ein gutes Hühnchen kaufen, selbst wenn sie dafür mehr Haushaltsgeld ausgeben muss. Damit rechtfertigte Merkel die mit deutschem Steuergeld veranstaltete Rettung diverser Banken. [Süddeutsche Zeitung, 04.05.2018]
Wie viel die Arbeit einer Mutter und Hausfrau wert wäre, wenn sie für ihre vielen Aufgaben ein Gehalt bekäme, ist nicht leicht zu beziffern. [Der Spiegel, 03.05.2006 (online)]
Zwar haben Waschmaschine, Elektroherd, Mixer, Kühltruhe, Staubsauger die Zeit für langwierigste Hausarbeiten minimieren können, doch haben die meisten Hausfrauen weniger Zeit als früher. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.01.1999]
allgemeinerHat die Hausangestellte etwas nicht richtig gemacht, so soll die Hausfrau (= Frau, die einem Haushalt vorsteht) es ihr später unter vier Augen sagen. Verlangt die Hausfrau Sauberkeit und Ordnung von ihrem Personal, dann muß sie selbst in diesen beiden Punkten vorbildlich sein. [Goetz von Schüching, Ruth: Durch gute Lebensart zum Erfolg. Leipzig: Hesse & Becker 1932 [1925], S. 20]

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Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Haus · Häuschen · hausen · behausen · Behausung · unbehaust · hausieren · Hausierer · Häusler · häuslich · Häuslichkeit · Hausfrau1 · Haushalt · haushalten · Haushälterin · haushälterisch · Hausherr · Hausmann · Hausmannskost · Hausrat · Haussuchung · Haustier · Hauswesen
Haus n. ‘Gebäude, Bewohner desselben, Geschlecht, Hauswesen’. Das gemeingerm. Substantiv ahd. hūs ‘Gebäude, Familie, Hauswesen, Geschlecht’ (8. Jh.), mhd. hūs ‘Gebäude, Wohnung, Hütte, Schloß, Rathaus, Haushaltung, Familie, Geschlecht’, asächs. mnd. aengl. anord. hūs, mnl. huus, nl. huis, engl. house, schwed. hus, got. in gudhūs ‘Gotteshaus’ läßt sich vielleicht im Sinne von ‘Bedeckendes’ an ie. *(s)keus- anschließen (wozu auch Hose und Hort, s. d.), eine s-Erweiterung der weitverbreiteten Wurzel ie. *(s)keu-, *(s)keu̯ə-, *(s)kū- ‘bedecken, umhüllen’ (s. Haut, Hode, Hütte, Scheune, Schuh). Häuschen n. ‘kleines Haus’ (17. Jh.); vgl. ahd. hūsilī(n) (8. Jh.), hūsil (Hs. 13. Jh.), mhd. hiuselīn, hiusel. Die Wendung (ganz) aus dem Häuschen sein, geraten ‘aufgeregt, außer sich sein’ (um 1800) ist vielleicht beeinflußt von frz. Redensarten, die sich an den Namen Petites-Maisons eines ehemaligen Pariser Hospitals mit Irrenanstalt anschließen (vgl. z. B. frz. être un échappé des Petites-Maisons ‘sich wie ein aus dem Narrenhaus Entsprungener gebärden’). hausen Vb. ‘unter schlechten Bedingungen wohnen’, im Südd. und Schweiz. auch ‘sparsam wirtschaften’, ahd. hūsōn ‘wohnen’ (um 1000), mhd. hūsen ‘ein Haus bauen, sich häuslich niederlassen, wohnen, beherbergen, wirtschaften’, seit dem 15. Jh. auch ‘schlecht wirtschaften’, daraus ‘zerstören, verwüsten’ (16. Jh.). behausen Vb. ‘in einer Wohnung unterbringen’ (jetzt nur noch in gehobener Ausdrucksweise), mhd. behūsen ‘mit einem Haus versehen, besiedeln, beherbergen’; Behausung f. ‘Wohnstätte, Unterkunft’, mhd. behūsunge ‘Herberge, Wohnung’; unbehaust Part.adj. ‘keine Unterkunft, keine Wohnung habend, umherziehend’, mhd. unbehūset. hausieren Vb. ‘Waren von Haus zu Haus feilbieten’ (15. Jh.), vgl. mnd. hūsēren; Hausierer m. (16. Jh.). Häusler m. ‘als Tagelöhner arbeitender Dorfbewohner mit eigenem (kleinen) Haus, aber ohne oder mit nur wenig Landbesitz’ (17. Jh.). häuslich Adj. ‘das Haus(wesen), die Familie betreffend, gern zu Hause bleibend, in der Hauswirtschaft tüchtig, wirtschaftlich’ (15. Jh.); vgl. mhd. hiuslīche(n), hūslīche Adv. ‘häuslich, ein Haus besitzend’; Häuslichkeit f. ‘das Zuhause, hauswirtschaftliche Tüchtigkeit’ (16. Jh.). Hausfrau1 f. ‘das Hauswesen besorgende Frau’, mhd. hūsvrou(we), hūsvrowe ‘Herrin im Hause, Gattin’. Haushalt m. ‘Führung eines Hauswesens, alle Mitglieder eines Hauswesens, Aufrechnung von Einnahmen und Ausgaben eines Staates, einer öffentlichen Einrichtung für ein Jahr, Etat’ (15. Jh.), Rückbildung aus haushalten Vb. ‘sparsam wirtschaften, einteilen, den Haushalt führen’, mhd. hūshalten ‘ein Hauswesen führen’; Haushälterin f. ‘den Haushalt führende Angestellte, Wirtschafterin’ (16. Jh.), älter Haushälter (15. Jh.); haushälterisch Adj. ‘sparsam, wirtschaftlich’ (Anfang 18. Jh.), älter haushältisch (17. Jh.). Hausherr m. ‘Familienoberhaupt, Gastgeber’, (südd. öst.) ‘Hauswirt, Vermieter’, ahd. hūshērro ‘Familienoberhaupt’ (11. Jh.), mhd. hūsherre, auch ‘Hausverwalter’. Hausmann m. ‘mit der Instandhaltung und Reinigung eines Hauses Beauftragter’, früher ‘Vorstand einer Haushaltung, Hausvater, wer bei einem anderen zur Miete wohnt’, ahd. (11./12. Jh.), mhd. hūsman ‘Hausherr, Hausbewohner, Mietsmann’; Hausmannskost f. ‘einfache, nahrhafte, kräftige Kost’ (15. Jh.), wie sie ein Hausmann (‘Hausvater’) gewöhnlich für sich und die Seinen bereiten läßt. Hausrat m. ‘Hausgerät, für die Hauswirtschaft benötigte Gerätschaften und Möbel’, mhd. hūsrāt. Haussuchung f. ‘zur Aufklärung einer Straftat angeordnete Durchsuchung einer Wohnung, eines Gebäudes’ (14./15. Jh.); vgl. ahd. hūssuohha (um 1000), mhd. hūssuoche ‘Hausdurchsuchung’, dagegen mhd. hūssuochunge ‘Hausfriedensbruch’. Haustier n. ‘vom Menschen zur wirtschaftlichen Nutzung oder aus Liebhaberei in der Hauswirtschaft gehaltenes zahmes Tier’ (Mitte 18. Jh.). Hauswesen n. ‘alles, was zu Haushalt, Familie, Wohnung gehört’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Hausfrau · Hausfrau und Mutter · nicht berufstätige Ehefrau
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Hausfrau‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hausfrau‹.

Zitationshilfe
„Hausfrau“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hausfrau>.

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