Haushalt, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Haushalt(e)s · Nominativ Plural: Haushalte
WorttrennungHaus-halt
Grundformhaushalten
Wortbildung mit ›Haushalt‹ als Erstglied: ↗Haushaltartikel · ↗Haushaltausschuss · ↗Haushaltbuch · ↗Haushaltdefizit · ↗Haushaltführung · ↗Haushaltgeld · ↗Haushaltgerät · ↗Haushalthilfe · ↗Haushaltjahr · ↗Haushaltloch · ↗Haushaltmittel · ↗Haushaltplan · ↗Haushaltrecht · ↗Haushaltsabteilung · ↗Haushaltsartikel · ↗Haushaltsausschuss · ↗Haushaltsbuch · ↗Haushaltschule · ↗Haushaltsdebatte · ↗Haushaltsdefizit · ↗Haushaltsdisziplin · ↗Haushaltsentwurf · ↗Haushaltsetat · ↗Haushaltsexperte · ↗Haushaltsfrage · ↗Haushaltsfreibetrag · ↗Haushaltsführung · ↗Haushaltsgegenstand · ↗Haushaltsgeld · ↗Haushaltsgerät · ↗Haushaltsgesetz · ↗Haushaltshilfe · ↗Haushaltshoheit · ↗Haushaltsjahr · ↗Haushaltskasse · ↗Haushaltsklippe · ↗Haushaltskonsolidierung · ↗Haushaltskunde · ↗Haushaltsloch · ↗Haushaltsmittel · ↗Haushaltsorganisation · ↗Haushaltsplan · ↗Haushaltspolitik · ↗Haushaltspolitiker · ↗Haushaltsrechnung · ↗Haushaltsrecht · ↗Haushaltsreiniger · ↗Haushaltsroboter · ↗Haushaltsschule · ↗Haushaltssperre · ↗Haushaltsstelle · ↗Haushaltstag · ↗Haushaltsvorstand · ↗Haushaltsware · ↗Haushaltswesen · ↗Haushaltswäsche · ↗Haushalttag · ↗Haushaltware · ↗Haushaltwäsche · ↗haushaltsmäßig · ↗haushaltsnah
 ·  mit ›Haushalt‹ als Letztglied: ↗Arbeiterhaushalt · ↗Bundeshaushalt · ↗Doppelhaushalt · ↗EU-Haushalt · ↗Einzelhaushalt · ↗Energiehaushalt · ↗Eventualhaushalt · ↗Familienhaushalt · ↗Fernsehhaushalt · ↗Finanzhaushalt · ↗Gesamthaushalt · ↗Geschäftshaushalt · ↗Globalhaushalt · ↗Hormonhaushalt · ↗Kräftehaushalt · ↗Kulturhaushalt · ↗Körperhaushalt · ↗Landeshaushalt · ↗Länderhaushalt · ↗Mineralhaushalt · ↗Naturhaushalt · ↗Privathaushalt · ↗Rüstungshaushalt · ↗Sozialhaushalt · ↗Sparhaushalt · ↗Staatshaushalt · ↗Stadthaushalt · ↗Vermögenshaushalt · ↗Verteidigungshaushalt · ↗Verwaltungshaushalt · ↗Vitaminhaushalt · ↗Wasserhaushalt · ↗Wärmehaushalt · ↗Zuckerhaushalt
 ·  mit ›Haushalt‹ als Binnenglied: ↗Staatshaushaltplan · ↗Staatshaushaltsplan
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
gemeinsame Wirtschaft der in einer Wohnung lebenden Personen, insbesondere der Familienangehörigen
a)
Beispiele:
ein großer, gepflegter, kostspieliger, verwaister Haushalt
ein Haushalt mit zwei Erwachsenen und vier Kindern
alle Personen eines Haushalts mit ihren Einkommen und Vermögen bilden eine Bedarfsgemeinschaft
der Vater fügt sich in den Haushalt seines Sohnes gut ein
das Dorf hat 800 Haushalte
die Führung eines mehrköpfigen Haushalts erfordert großes organisatorisches Talent
einen eigenen Haushalt haben
einen doppelten, getrennten Haushalt führen
den Haushalt auflösen
die Töchter helfen der Mutter im Haushalt
der Haushalt kostet viel Geld
jmdm. den Haushalt führen
den Haushalt besorgen, versehen
ihr Haushalt frisst sie auf!
b)
übertragen
Beispiele:
[diese Art von Zellen] haben auch keinerlei Frondienst im Haushalt des Gesamtkörpers zu verrichten [K. v. FrischLeben47]
Man erfuhr etwas über den seelischen Haushalt begabter Jugend [A. ZweigRegenbogen138]
2.
Geldmittel eines Staates, einer öffentlichen Einrichtung und deren Verwaltung, Etat
Beispiele:
der öffentliche, städtische Haushalt
die Einnahmen, Ausgaben des Haushalts
der Haushalt der Republik, des Bundes, des Verkehrsministeriums, der Gemeinde
die Bühnen erhalten aus dem Haushalt der Stadt größere Zuschüsse
in den Haushalten der Kreise sind für kulturelle Zwecke große Beträge eingesetzt
ein ausgeglichener Haushalt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Haus · Häuschen · hausen · behausen · Behausung · unbehaust · hausieren · Hausierer · Häusler · häuslich · Häuslichkeit · Hausfrau1 · Haushalt · haushalten · Haushälterin · haushälterisch · Hausherr · Hausmann · Hausmannskost · Hausrat · Haussuchung · Haustier · Hauswesen
Haus n. ‘Gebäude, Bewohner desselben, Geschlecht, Hauswesen’. Das gemeingerm. Substantiv ahd. hūs ‘Gebäude, Familie, Hauswesen, Geschlecht’ (8. Jh.), mhd. hūs ‘Gebäude, Wohnung, Hütte, Schloß, Rathaus, Haushaltung, Familie, Geschlecht’, asächs. mnd. aengl. anord. hūs, mnl. huus, nl. huis, engl. house, schwed. hus, got. in gudhūs ‘Gotteshaus’ läßt sich vielleicht im Sinne von ‘Bedeckendes’ an ie. *(s)keus- anschließen (wozu auch ↗Hose und ↗Hort, s. d.), eine s-Erweiterung der weitverbreiteten Wurzel ie. *(s)keu-, *(s)keu̯ə-, *(s)kū- ‘bedecken, umhüllen’ (s. ↗Haut, ↗Hode, ↗Hütte, ↗Scheune, ↗Schuh). Häuschen n. ‘kleines Haus’ (17. Jh.); vgl. ahd. hūsilī(n) (8. Jh.), hūsil (Hs. 13. Jh.), mhd. hiuselīn, hiusel. Die Wendung (ganz) aus dem Häuschen sein, geraten ‘aufgeregt, außer sich sein’ (um 1800) ist vielleicht beeinflußt von frz. Redensarten, die sich an den Namen Petites-Maisons eines ehemaligen Pariser Hospitals mit Irrenanstalt anschließen (vgl. z. B. frz. être un échappé des Petites-Maisons ‘sich wie ein aus dem Narrenhaus Entsprungener gebärden’). hausen Vb. ‘unter schlechten Bedingungen wohnen’, im Südd. und Schweiz. auch ‘sparsam wirtschaften’, ahd. hūsōn ‘wohnen’ (um 1000), mhd. hūsen ‘ein Haus bauen, sich häuslich niederlassen, wohnen, beherbergen, wirtschaften’, seit dem 15. Jh. auch ‘schlecht wirtschaften’, daraus ‘zerstören, verwüsten’ (16. Jh.). behausen Vb. ‘in einer Wohnung unterbringen’ (jetzt nur noch in gehobener Ausdrucksweise), mhd. behūsen ‘mit einem Haus versehen, besiedeln, beherbergen’; Behausung f. ‘Wohnstätte, Unterkunft’, mhd. behūsunge ‘Herberge, Wohnung’; unbehaust Part.adj. ‘keine Unterkunft, keine Wohnung habend, umherziehend’, mhd. unbehūset. hausieren Vb. ‘Waren von Haus zu Haus feilbieten’ (15. Jh.), vgl. mnd. hūsēren; Hausierer m. (16. Jh.). Häusler m. ‘als Tagelöhner arbeitender Dorfbewohner mit eigenem (kleinen) Haus, aber ohne oder mit nur wenig Landbesitz’ (17. Jh.). häuslich Adj. ‘das Haus(wesen), die Familie betreffend, gern zu Hause bleibend, in der Hauswirtschaft tüchtig, wirtschaftlich’ (15. Jh.); vgl. mhd. hiuslīche(n), hūslīche Adv. ‘häuslich, ein Haus besitzend’; Häuslichkeit f. ‘das Zuhause, hauswirtschaftliche Tüchtigkeit’ (16. Jh.). Hausfrau1 f. ‘das Hauswesen besorgende Frau’, mhd. hūsvrou(we), hūsvrowe ‘Herrin im Hause, Gattin’. Haushalt m. ‘Führung eines Hauswesens, alle Mitglieder eines Hauswesens, Aufrechnung von Einnahmen und Ausgaben eines Staates, einer öffentlichen Einrichtung für ein Jahr, Etat’ (15. Jh.), Rückbildung aus haushalten Vb. ‘sparsam wirtschaften, einteilen, den Haushalt führen’, mhd. hūshalten ‘ein Hauswesen führen’; Haushälterin f. ‘den Haushalt führende Angestellte, Wirtschafterin’ (16. Jh.), älter Haushälter (15. Jh.); haushälterisch Adj. ‘sparsam, wirtschaftlich’ (Anfang 18. Jh.), älter haushältisch (17. Jh.). Hausherr m. ‘Familienoberhaupt, Gastgeber’, (südd. öst.) ‘Hauswirt, Vermieter’, ahd. hūshērro ‘Familienoberhaupt’ (11. Jh.), mhd. hūsherre, auch ‘Hausverwalter’. Hausmann m. ‘mit der Instandhaltung und Reinigung eines Hauses Beauftragter’, früher ‘Vorstand einer Haushaltung, Hausvater, wer bei einem anderen zur Miete wohnt’, ahd. (11./12. Jh.), mhd. hūsman ‘Hausherr, Hausbewohner, Mietsmann’; Hausmannskost f. ‘einfache, nahrhafte, kräftige Kost’ (15. Jh.), wie sie ein Hausmann (‘Hausvater’) gewöhnlich für sich und die Seinen bereiten läßt. Hausrat m. ‘Hausgerät, für die Hauswirtschaft benötigte Gerätschaften und Möbel’, mhd. hūsrāt. Haussuchung f. ‘zur Aufklärung einer Straftat angeordnete Durchsuchung einer Wohnung, eines Gebäudes’ (14./15. Jh.); vgl. ahd. hūssuohha (um 1000), mhd. hūssuoche ‘Hausdurchsuchung’, dagegen mhd. hūssuochunge ‘Hausfriedensbruch’. Haustier n. ‘vom Menschen zur wirtschaftlichen Nutzung oder aus Liebhaberei in der Hauswirtschaft gehaltenes zahmes Tier’ (Mitte 18. Jh.). Hauswesen n. ‘alles, was zu Haushalt, Familie, Wohnung gehört’ (16. Jh.).

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
Budget · ↗Etat · ↗Finanzplan · Haushalt · ↗Haushaltsplan  ●  ↗Topf  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Familie · ↗Hausgemeinschaft · ↗Hausgenossenschaft · Haushalt · ↗Hausstand · ↗Hauswesen
Assoziationen
Synonymgruppe
Hausarbeit(en) · Haushalt
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Belastung Defizit Einkommen Entlastung Konsolidierung Lebenshaltung Loch Sanierung Strom Umschichtung Verabschiedung Verschuldung angeschlossen ausgeglichen ausgleichen belasten einkommensschwach einplanen entlasten kommunal konsolidieren laufend ordentlich privat sanieren städtisch verabschieden versorgen vorlegen öffentlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Haushalt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Inzwischen hat sich fast das ganze Dorf auf Touristen spezialisiert, 50 der 66 Haushalte.
Die Zeit, 26.07.2013, Nr. 30
Sein eigener Haushalt präsentierte die moderne Richtung, der er sich verschrieb, am eindrucksvollsten.
o. A.: Lexikon der Kunst - G. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 16184
Sie versuchen vielmehr, der meist drangvollen Enge der elterlichen Haushalte zu entgehen.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 179
Es ist aber auch wegen der Versicherung der im Haushalt vorhandenen Werte.
Schröter, Heinz: Ich, der Rentnerkönig, Genf: Ariston 1985, S. 162
Sie soll morgen beendet werden; der Haushalt geht dann an den zuständigen Ausschuß.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 09.03.1921
Zitationshilfe
„Haushalt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Haushalt>, abgerufen am 19.09.2019.

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