Haushaltspolitik, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Haushaltspolitik · Nominativ Plural: Haushaltspolitiken · wird meist im Singular verwendet
Nebenform meist schweizerisch Haushaltpolitik · Substantiv · Genitiv Singular: Haushaltpolitik · Nominativ Plural: Haushaltpolitiken
Aussprache 
Worttrennung Haus-halts-po-li-tik ● Haus-halt-po-li-tik
Wortzerlegung  Haushalt Politik
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

politisches Handeln die Einnahmen und Ausgaben sowie die (grundsätzlichen) fiskalischen Ziele eines öffentlichen Haushalts (2) betreffend
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine antizyklische, expansive, restriktive, rigide, solide, strikte, sparsame, unsolide, verfehlte Haushaltspolitik
als Akkusativobjekt: die Haushaltspolitik abstimmen, ändern, fortsetzen, koordinieren, kritisieren, loben; eine [solide, vernünftige] Haushaltspolitik betreiben
in Präpositionalgruppe/-objekt: ein Kurswechsel, Paradigmenwechsel, Umsteuern, eine Kehrtwende, Kurskorrektur in der Haushaltspolitik
mit Genitivattribut: die Haushaltspolitik des Bundes, Bundesfinanzministers, Landes, Senats, Staates, der Bundesregierung, Euro-Zone, Koalition, Landesregierung, Mitgliedsstaaten
hat Präpositionalgruppe/-objekt: die Haushaltspolitik vom Bund, in der Euro-Zone, in den Gemeinden
als Genitivattribut: eine Abstimmung, Koordinierung, Korrektur, Lockerung der Haushaltspolitik; die Auswirkungen, Grundsätze, Notwendigkeit einer [lockeren, rigiden] Haushaltspolitik
Beispiele:
Er [der Finanzminister] sagte […], dass sich die Haushaltspolitik im kommenden Jahr stärker auf Ausgabenkürzungen konzentrieren werde als auf eine Erhöhung der Einnahmen. [Der Spiegel, 19.09.2011 (online)]
Italien, Portugal und Spanien laufen Gefahr, mit ihren bisherigen Budgetplänen für 2017 EU‑Vorgaben für die nationale Haushaltpolitik zu verletzen. [Neue Zürcher Zeitung, 16.11.2016]
Gleichwohl dürfte die Haushaltspolitik [Italiens] in Brüssel kritisch gesehen werden, denn das Land sitzt auf einem Schuldenberg von mehr als 130 Prozent des BIP [Bruttoinlandsprodukts], während eigentlich nur 60 Prozent erlaubt sind. [Die Zeit, 20.12.2015 (online)]
Dass solide Haushaltspolitik auf Dauer positiv ist, ist weitgehend unstrittig – hohe Steuern und große Schuldenlasten lähmen langfristig das Wachstum. [Die Zeit, 09.08.2011]
Infolge dieser verfehlten Haushaltspolitik lasten derzeit auf der Hansestadt [Hamburg] rund 20,6 Milliarden Euro Schulden. [Die Welt, 23.05.2003]
So heißt es in dem […]Eckpunktepapier, Ziel einer nachhaltigen Haushaltspolitik müsse es sein, die strukturellen Defizite der öffentlichen Haushalte zurückzuführen, mittelfristig einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen und damit finanzielle Handlungsspielräume für die Politik zurückzugewinnen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.1999]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Haushaltspolitik‹, ›Haushaltpolitik‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Haushaltspolitik‹.

Zitationshilfe
„Haushaltspolitik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Haushaltspolitik>, abgerufen am 27.01.2022.

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