Hausherr

GrammatikSubstantiv
WorttrennungHaus-herr (computergeneriert)
WortzerlegungHausHerr
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Familienoberhaupt, Gastgeber
Beispiele:
der Hausherr empfängt die Gäste, bringt einen Toast auf seine Gäste aus
der Sohn übernahm in Abwesenheit des Vaters die Rolle des Hausherrn
2.
süddeutsch, österreichisch Hauswirt, Vermieter
Beispiel:
der Hausherr kündigte ihm die Wohnung
3.
übertragen
a)
Sport gastgebende Mannschaft
Beispiele:
er schoss das Ehrentor der Hausherren
trotz überlegener Spielweise konnten die Gäste nicht verhindern, dass der Hausherr das Fußballspiel gewann
b)
leitende, maßgebliche Person
Beispiel:
die Schüler von heute sind die Hausherren von morgen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Haus · Häuschen · hausen · behausen · Behausung · unbehaust · hausieren · Hausierer · Häusler · häuslich · Häuslichkeit · Hausfrau1 · Haushalt · haushalten · Haushälterin · haushälterisch · Hausherr · Hausmann · Hausmannskost · Hausrat · Haussuchung · Haustier · Hauswesen
Haus n. ‘Gebäude, Bewohner desselben, Geschlecht, Hauswesen’. Das gemeingerm. Substantiv ahd. hūs ‘Gebäude, Familie, Hauswesen, Geschlecht’ (8. Jh.), mhd. hūs ‘Gebäude, Wohnung, Hütte, Schloß, Rathaus, Haushaltung, Familie, Geschlecht’, asächs. mnd. aengl. anord. hūs, mnl. huus, nl. huis, engl. house, schwed. hus, got. in gudhūs ‘Gotteshaus’ läßt sich vielleicht im Sinne von ‘Bedeckendes’ an ie. *(s)keus- anschließen (wozu auch ↗Hose und ↗Hort, s. d.), eine s-Erweiterung der weitverbreiteten Wurzel ie. *(s)keu-, *(s)keu̯ə-, *(s)kū- ‘bedecken, umhüllen’ (s. ↗Haut, ↗Hode, ↗Hütte, ↗Scheune, ↗Schuh). Häuschen n. ‘kleines Haus’ (17. Jh.); vgl. ahd. hūsilī(n) (8. Jh.), hūsil (Hs. 13. Jh.), mhd. hiuselīn, hiusel. Die Wendung (ganz) aus dem Häuschen sein, geraten ‘aufgeregt, außer sich sein’ (um 1800) ist vielleicht beeinflußt von frz. Redensarten, die sich an den Namen Petites-Maisons eines ehemaligen Pariser Hospitals mit Irrenanstalt anschließen (vgl. z. B. frz. être un échappé des Petites-Maisons ‘sich wie ein aus dem Narrenhaus Entsprungener gebärden’). hausen Vb. ‘unter schlechten Bedingungen wohnen’, im Südd. und Schweiz. auch ‘sparsam wirtschaften’, ahd. hūsōn ‘wohnen’ (um 1000), mhd. hūsen ‘ein Haus bauen, sich häuslich niederlassen, wohnen, beherbergen, wirtschaften’, seit dem 15. Jh. auch ‘schlecht wirtschaften’, daraus ‘zerstören, verwüsten’ (16. Jh.). behausen Vb. ‘in einer Wohnung unterbringen’ (jetzt nur noch in gehobener Ausdrucksweise), mhd. behūsen ‘mit einem Haus versehen, besiedeln, beherbergen’; Behausung f. ‘Wohnstätte, Unterkunft’, mhd. behūsunge ‘Herberge, Wohnung’; unbehaust Part.adj. ‘keine Unterkunft, keine Wohnung habend, umherziehend’, mhd. unbehūset. hausieren Vb. ‘Waren von Haus zu Haus feilbieten’ (15. Jh.), vgl. mnd. hūsēren; Hausierer m. (16. Jh.). Häusler m. ‘als Tagelöhner arbeitender Dorfbewohner mit eigenem (kleinen) Haus, aber ohne oder mit nur wenig Landbesitz’ (17. Jh.). häuslich Adj. ‘das Haus(wesen), die Familie betreffend, gern zu Hause bleibend, in der Hauswirtschaft tüchtig, wirtschaftlich’ (15. Jh.); vgl. mhd. hiuslīche(n), hūslīche Adv. ‘häuslich, ein Haus besitzend’; Häuslichkeit f. ‘das Zuhause, hauswirtschaftliche Tüchtigkeit’ (16. Jh.). Hausfrau1 f. ‘das Hauswesen besorgende Frau’, mhd. hūsvrou(we), hūsvrowe ‘Herrin im Hause, Gattin’. Haushalt m. ‘Führung eines Hauswesens, alle Mitglieder eines Hauswesens, Aufrechnung von Einnahmen und Ausgaben eines Staates, einer öffentlichen Einrichtung für ein Jahr, Etat’ (15. Jh.), Rückbildung aus haushalten Vb. ‘sparsam wirtschaften, einteilen, den Haushalt führen’, mhd. hūshalten ‘ein Hauswesen führen’; Haushälterin f. ‘den Haushalt führende Angestellte, Wirtschafterin’ (16. Jh.), älter Haushälter (15. Jh.); haushälterisch Adj. ‘sparsam, wirtschaftlich’ (Anfang 18. Jh.), älter haushältisch (17. Jh.). Hausherr m. ‘Familienoberhaupt, Gastgeber’, (südd. öst.) ‘Hauswirt, Vermieter’, ahd. hūshērro ‘Familienoberhaupt’ (11. Jh.), mhd. hūsherre, auch ‘Hausverwalter’. Hausmann m. ‘mit der Instandhaltung und Reinigung eines Hauses Beauftragter’, früher ‘Vorstand einer Haushaltung, Hausvater, wer bei einem anderen zur Miete wohnt’, ahd. (11./12. Jh.), mhd. hūsman ‘Hausherr, Hausbewohner, Mietsmann’; Hausmannskost f. ‘einfache, nahrhafte, kräftige Kost’ (15. Jh.), wie sie ein Hausmann (‘Hausvater’) gewöhnlich für sich und die Seinen bereiten läßt. Hausrat m. ‘Hausgerät, für die Hauswirtschaft benötigte Gerätschaften und Möbel’, mhd. hūsrāt. Haussuchung f. ‘zur Aufklärung einer Straftat angeordnete Durchsuchung einer Wohnung, eines Gebäudes’ (14./15. Jh.); vgl. ahd. hūssuohha (um 1000), mhd. hūssuoche ‘Hausdurchsuchung’, dagegen mhd. hūssuochunge ‘Hausfriedensbruch’. Haustier n. ‘vom Menschen zur wirtschaftlichen Nutzung oder aus Liebhaberei in der Hauswirtschaft gehaltenes zahmes Tier’ (Mitte 18. Jh.). Hauswesen n. ‘alles, was zu Haushalt, Familie, Wohnung gehört’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gastgeber · Hausherr · Herr des Hauses
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Hausherr · Hausherrin  ●  ↗(die) Herrschaft  geh., veraltet

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwesenheit Arbeitszimmer Begrüßung Bendlerblock Drangperiode Elysée Elysée-Palast Europa-Center Führungstreffer Gastgeber Hausfrau Hintermannschaft Kreml Palais Siegtreffer Werfer abwesend agieren alleinig angetreten aufspielend einschenken einstig erspielen fürsorglich kampfstark kämpfend scheidend vergaben überlegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hausherr‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kurz vor der Pause brachten sich die Hausherren dann selbst um den Lohn der Arbeit.
Die Zeit, 02.03.2009, Nr. 09
Der Hausherr bemühte sich um ihn äußerst höflich, wenn nicht ehrerbietig.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 602
Das Arbeitskollektiv entscheide als "vollberechtigter Hausherr" über alle im Betrieb anstehenden Fragen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1987]
Genau so ist das mit den vom Hausherrn aus abgezählten Sitzen.
Meißner, Hans-Otto: Man benimmt sich wieder, Giessen: Brühl 1950, S. 109
Sonst soll der Hausherr beim Aufsuchen der Plätze behilflich sein.
Goetz von Schüching, Ruth: Durch gute Lebensart zum Erfolg, Leipzig: Hesse & Becker 1932 [1925], S. 38
Zitationshilfe
„Hausherr“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hausherr>, abgerufen am 21.02.2019.

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