Haut und Knochen

Grammatik Mehrwortausdruck
Bestandteile HautKnochen
ZDL-Vollartikel, 2020

Bedeutung

bezogen auf das äußere Erscheinungsbild von Lebewesen   extrem dünn; stark abgemagert (so, dass sich die Knochen unter der Haut deutlich abzeichnen)
Kollokationen:
in Präpositionalgruppe/-objekt: nur noch aus Haut und Knochen bestehen
Beispiele:
Sie ist nur noch ein Häuflein aus Haut und Knochen. Mit weit aufgerissenen Augen liegt sie da, noch atmet sie. Christoph H[…], der an diesem Nachmittag auf Arztvisite in einem Stadtzürcher Heim für Demenzkranke ist, setzt sich auf die Bettkante und spricht die Frau an. [Neue Zürcher Zeitung, 17.08.2017]
Der Sohn von Ex‑‍»007« Pierce Brosnan (63) schlackert mit schlabbernden Klamotten und spindeldürr durch die Straßen von Los Angeles. Dylan ist Model für Burberry und Saint Laurent – und wohl deshalb nur noch Haut und Knochen. [Bild, 03.08.2016]
Wissen Sie, Sie müssen sich eine Frau vorstellen, groß gewachsen, sportlich, stark, nie krank gewesen, wirklich gesund, und die nun im Zuge dieser Krebserkrankung und nicht zuletzt durch die Chemotherapien langsam zu einem Häufchen Elend verkümmerte, spindeldürr, nur noch Haut und Knochen, nicht mehr sehr leistungsstark. [www.deutschlandfunk.de, 30.08.2013]
Das dürre Pferd besteht ja bloß aus Haut und Knochen. Darauf kann man doch nicht reiten. [Berger, Margot: Eine wahre Pferdegeschichte. Würzburg, 2008.]
Wir hatten heute 40, nein 50 halb verhungerte Männer hier, so mager, dass sie nur noch Haut und Knochen sind unter der Uniform. [Les orphelins de Huang Shi, 2008 (Filmuntertitel)]
Der arme Onkel Anselm habe im Gefängnis innerhalb von sechs Wochen zweiunddreißig Pfund abgenommen, hatte die Mutter gesagt. Nur noch Haut und Knochen. [Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 323]
Wir hungerten uns durch, so gut es ging, und schauten, dass das zweijährige Kind wenigstens genug zu Essen hatte. Kurz vor der Geburt überwand meine Frau ihre Scheu und ging zum Pfarrer des Ortes, der uns dann auch sehr viel Gutes tat. Aber leider war es zu spät, zu spät für das Kindlein, das nun zur Welt kam. Als das Knäblein geboren war, erschrak ich furchtbar, es war nur Haut und Knochen und ein erbärmlicher Anblick. [Anonymus, «So lebt das Volk!». In: Die Nation, 11/12, 1943]

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
(stark) unterernährt · ↗(stark) untergewichtig · ↗Hungerleider · abgemagert · ↗abgemergelt · ↗abgezehrt · ↗ausgehungert · ausgemergelt · ausgezehrt · ↗hohlwangig · ↗magersüchtig  ●  (die) Rippen einzeln zählen können (bei jemandem)  ugs. · (nur noch ein) Schatten seiner selbst  ugs. · (nur noch) Haut und Knochen  ugs. · (wie ein) lebender Leichnam (aussehen/herumlaufen)  ugs. · (wie ein) wandelndes Gerippe  ugs. · (wie eine) Leiche auf Urlaub  ugs. · (wie eine) wandelnde Leiche  ugs. · (wie) sein eigener Schatten  ugs. · ↗eingefallen  ugs. · ↗halb verhungert  ugs. · ↗klapperdürr  ugs. · ↗klapprig  ugs. · ↗knochendürr  ugs. · ↗marantisch  fachspr., medizinisch · ↗marastisch  fachspr., medizinisch · ↗morbid  geh. · ↗spindeldürr  ugs. · vom Fleisch gefallen  ugs.
Assoziationen
  • geisterhaft · ↗gespenstisch · ↗schemenhaft · ↗spukhaft
  • an Mangelernährung leidend · fehlernährt · mangelernährt · nicht genug zu essen bekommen · schlecht ernährt · ↗unterernährt · vom Fleisch gefallen sein · zu wenig zu essen bekommen  ●  (jemanden) bei schmaler Kost halten  geh., veraltet
  • (nur noch) ein Schatten seiner selbst sein · (sehr) krank aussehen · (wie) ein Häufchen Elend · schlecht aussehen  ●  (nur noch) ein wandelnder Leichnam sein  ugs. · aussehen wie eine lebende Leiche  ugs. · rumlaufen wie eine Leiche auf Urlaub  ugs.
  • dünn · ↗dürr · ↗hager · ↗knochig · ↗mager · ↗schlaksig · ↗schmal · ↗schmächtig  ●  ↗untergewichtig  medizinisch · ↗dystroph  fachspr., griechisch · ↗leptosom  fachspr. · nichts auf den Rippen haben  ugs. · nichts zuzusetzen haben  ugs. · ↗spillerig  ugs., norddeutsch
  • Hungerkünstler  fig. · man kann alle Rippen (einzeln) zählen (bei)  variabel · nichts zwischen den Rippen haben  variabel · (an jemandem ist) nichts dran  ugs. · (ein) Haufen Knochen  ugs. · ↗(ein) Strich in der Landschaft  ugs. · (ein) schmales Handtuch  ugs., regional · (ein) wandelndes Gerippe  ugs. · (nur noch) Haut und Knochen  ugs. · Hungerhaken  ugs. · ↗Klappergestell  ugs. · ↗Knochengestell  ugs., fig.
  • (sich) nichts zu essen kaufen können · arm sein  ●  (bei jemandem) ist Schmalhans Küchenmeister  ugs. · (den) Kitt aus den Fenstern fressen (müssen)  derb, fig. · am Hungertuch nagen  ugs. · nichts zu beißen haben  ugs.
Synonymgruppe
Hungerkünstler  fig. · man kann alle Rippen (einzeln) zählen (bei)  variabel · nichts zwischen den Rippen haben  variabel · (an jemandem ist) nichts dran  ugs. · (ein) Haufen Knochen  ugs. · ↗(ein) Strich in der Landschaft  ugs. · (ein) schmales Handtuch  ugs., regional · (ein) wandelndes Gerippe  ugs. · (nur noch) Haut und Knochen  ugs. · Hungerhaken  ugs. · ↗Klappergestell  ugs. · ↗Knochengestell  ugs., fig.
Assoziationen
Zitationshilfe
„Haut und Knochen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Haut%20und%20Knochen>, abgerufen am 04.06.2020.

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