Hautgout, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hautgouts · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungHaut-gout (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1969

Bedeutung

Jägersprache, Kochkunst eigentümlicher Geruch und Geschmack abgehangenen Wildbrets
Beispiele:
der Hautgout des Fleisches beruht auf Eiweißumsetzung
Wildbret wird durch einen leichten Hautgout veredelt
übertragen zweifelhafter Ruf, Anrüchigkeit
Beispiel:
Um sie ist immer der Zauber des Reinen, nie der Hautgout der großen Kurtisane [Tageszeitung1958]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gout · Hautgout · goutieren · Degout · degoutieren · degoutant · Gusto · degustieren · Degustation
Gout m. ‘Geschmack, Wohlgefallen’, Übernahme (17. Jh.) von afrz. frz. goût ‘Geschmack’, aus lat. gustus ‘das Kosten, Genießen, Geschmack’. Hautgout m. ‘pikanter Geschmack’ abgehangenen Wildes, entspricht der gleichbed. Fügung frz. haut goût (eigentlich ‘hoher, starker Geschmack’), ins Dt. als Kompositum entlehnt (18. Jh.); zu frz. haut ‘hoch’ (aus lat. altus) und frz. goût (s. oben). goutieren Vb. ‘Geschmack, Gefallen finden, gutheißen, billigen’ wird in der 2. Hälfte des 18. Jhs. aus afrz. goster, frz. goûter ‘kosten, schmecken, genießen, Geschmack finden, billigen’ entlehnt, dem lat. gustāre ‘kosten, genießen’ (verwandt mit nhd. ↗kosten, ↗Kür, s. d.) voraufgeht. Degout m. ‘Widerwille, Abneigung’, Übernahme (Anfang 18. Jh.) von gleichbed. frz. dégoût. degoutieren Vb. ‘anwidern’ (17. Jh.), frz. dégoûter. degoutant Part.adj. ‘abstoßend, widerwärtig, abscheulich’ (18. Jh.), entsprechend frz. dégoûtant Part. Präs. Gusto m. ‘Geschmack, Geschmacksrichtung, Verlangen’. Aus gleichbed. ital. gusto (lat. gustus, s. oben) wird in der 1. Hälfte des 16. Jhs. Gust ins Schweizerdt. entlehnt und begegnet dann bis Ende des 17. Jhs. bei obd. Schriftstellern. Im 18. Jh. wird die volle Form Gusto aufgenommen und allgemein bekannt. degustieren Vb. ‘probieren, kosten’, entlehnt (17. Jh.) aus gleichbed. lat. dēgustāre, zu lat. gustāre (s. oben) und ↗de- (s. d). Degustation f. ‘Verkostung, Wein-, Kostprobe’, lat. dēgustātio (Genitiv dēgustātiōnis), frz. dégustation.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anrüchigkeit · ↗Ruch (von)  ●  ↗(...) Beigeschmack  auch figurativ · ↗Gschmäckle  schwäbisch · Hautgout  geh., franz., fig. · riechen nach  ugs., auch figurativ
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

anhaften behaften gewiss verleihen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hautgout‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das liegt vor allem am besonderen Hautgout dieses Unternehmens, das es eigentlich schon längst nicht mehr geben dürfte.
Süddeutsche Zeitung, 21.08.1996
Die Rehabilitation eines Autors stand auf dem Plan, aber man spürte den theatergeschichtlichen Hautgout seines Stückes.
Die Zeit, 08.11.1963, Nr. 45
Dort bekommt die Liebe, die nicht allein romantisch sich ausnimmt, unweigerlich den Hautgout des vergeudeten Lebens.
Die Welt, 05.05.2001
Man ist gegen Frankreich, aber französische Filme mag man gern, genau so wie französisches Parfüm und den angeblichen Hautgout von Paris.
Kriegk, Otto: Der deutsche Film im Spiegel der Ufa, Berlin: Ufa-Buchverl. 1943, S. 35
Er war unbeliebt und wurde wie alle Streber, die durch die Umwälzung des Krieges emporgekommen waren und Hautgout besaßen, »Reichskalifornier« genannt.
Wohlmuth, Alois: Ein Schauspielerleben, Ungeschminkte Selbstschilderungen von Alois Wohlmuth. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 1402
Zitationshilfe
„Hautgout“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hautgout>, abgerufen am 20.05.2019.

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