Hegemonie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hegemonie · Nominativ Plural: Hegemonien
Aussprache
WorttrennungHe-ge-mo-nie (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Hegemonie‹ als Grundform: ↗hegemonisch
eWDG, 1969

Bedeutung

Vorherrschaft, Vormachtstellung
Beispiele:
die Hegemonie eines Staates
die Hegemonie des Proletariats
als die europäische Hegemonie durch den Westfälischen Frieden nun wirklich an Frankreich fiel [MehringDt. Geschichte72]
Selbst für den aber, der die künstlerische Hegemonie des Theaters aus guten Gründen bekämpft [Th. Mann11,46]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hegemonie f. ‘Führerschaft, Vormachtstellung’, um 1800 aus griech. hēgemonía (ἡγεμονία) ‘Oberbefehl, Herrschaft’ entlehnt, einer Ableitung von griech. hegemṓn, Genitiv hēgemónos (ἡγεμών, ἡγεμόνος) ‘Führer’, Nomen agentis zu griech. hēgé͞isthai (ἡγεῖσθαι) ‘vorangehen, führen’. Griech. Sprachgebrauch folgend, wird Hegemonie zunächst für das (wechselnde) Prinzipat und für die auf militärischer und politischer Überlegenheit beruhenden Vorrechte griechischer Stadtstaaten wie Sparta und Athen gebraucht. Seit den 30er Jahren des 19. Jhs. wird Hegemonie auch auf deutsche Verhältnisse bezogen und entwickelt sich in Verbindungen wie Preußens Hegemonie zum Schlagwort mit vorwiegend abschätziger Bedeutungskomponente.

Thesaurus

Synonymgruppe
Beherrschung · Hegemonie · ↗Herrschaft · ↗Präponderanz · ↗Vorherrschaft · ↗Vormachtstellung · ↗Übergewicht
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeiterklasse Gegengewicht Gleichgewicht Machtpolitik Neoliberalismus Proletariat Strebe Streben Supermacht erringen französisch-deutsch geistig-kulturell global gütig habsburgisch ideologisch imperial imperialistisch kontinental kulturell linksliberal napoleonisch neoliberal politisch-kulturell preußisch sowjetisch spartanisch trachten unangefochten während

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hegemonie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Föderalistische Sehnsucht nach kultureller Hegemonie, wenigstens auf Zeit, wird manifest.
Die Welt, 24.05.2002
Doch über die national befreiten Zonen will die extreme Rechte die kulturelle Hegemonie erlangen.
Die Zeit, 24.02.1999, Nr. 08
Wie Paul Hazard bemerkt hat, gab es keine lateinisch bestimmte geistige Hegemonie mehr.
Tapié, Victor-Lucien: Das Zeitalter Ludwigs XIV. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 2067
Die »christlich-demokratische Hegemonie« diente dazu, die bürgerlichen und religiösen Freiheiten zu verteidigen.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 9931
Das war das Ende der Liga und der einzelstaatlichen Hegemonie.
Hulsewé, A. F. P: China im Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 21722
Zitationshilfe
„Hegemonie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hegemonie>, abgerufen am 25.04.2019.

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