Hehlerei, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hehlerei · Nominativ Plural: Hehlereien
Aussprache 
Worttrennung Heh-le-rei
Wortzerlegung  hehlen -erei
Wortbildung  mit ›Hehlerei‹ als Letztglied: Datenhehlerei
eWDG

Bedeutung

Jura wissentliche Beteiligung an der Straftat eines anderen, indem man seines Vorteils wegen von ihm heimlich Sachen ankauft und weiterverkauft, die dieser durch eine strafbare Handlung sich angeeignet hat
Beispiele:
gewohnheitsmäßige, gewerbsmäßige Hehlerei
sich der fortgesetzten Hehlerei schuldig machen
jmdn. wegen Hehlerei anklagen, zu Gefängnis, Zuchthaus verurteilen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hehlen · Hehl · Hehler · Hehlerei · verhehlen
hehlen Vb. ‘verheimlichen, verbergen, Gesetzwidriges begünstigen, decken’. Das ursprünglich stark flektierende Verb ahd. (8. Jh.), asächs. aengl. helan, mhd. heln ‘(Diebstahl, Raub) verheimlichen, verbergen, verstecken’, mnd. mnl. hēlen, nl. helen ist verwandt mit Helm1 und hüllen (s. d.) und führt mit aind. śaraṇá- ‘schützend, verteidigend, Schutz, Zuflucht’, śárma ‘Schutz(dach), Decke, Obhut, Zuflucht’, griech. koleón (κολεόν) ‘(Schwert)scheide’, kalýptein (καλύπτειν) ‘verbergen’, lat. occulere ‘verdecken, verbergen’, (dehnstufig) cēlāre ‘verbergen, verhehlen, verheimlichen’, air. celim ‘verberge’ auf die Wurzel ie. *k̑el- ‘bergen, verhüllen’. Schwache Flexion begegnet für hehlen (und verhehlen) zuerst im Mhd. und setzt sich nhd. durch; doch ist starke Flexion bewahrt in nhd. verhohlen, unverhohlen (s. unten). Hehl n. m. ‘Heimlichkeit’, nur noch in der Wendung kein(en) Hehl daraus machen ‘nicht verbergen, verheimlichen’ (19. Jh.), vgl. kein heel haben (Luther), mhd. sunder hæl(e) ‘ohne Heimlichkeit, offenbar’. Es handelt sich wohl um eine Substantivierung des Adjektivs mhd. hæl(e) ‘verborgen’, eine dehnstufige Ableitung aus dem Verb. Daneben vgl. das Verbalabstraktum mhd. hæle f. ‘Verheimlichung’. Hehler m. ‘wer Gesetzwidriges, besonders Diebstahl, begünstigt, unterstützt oder verheimlicht’, mhd. helære, heler; sprichwörtlich Hehler sind Stehler, mhd. heler sint steler. Hehlerei f. (1. Hälfte 19. Jh.). verhehlen Vb. ‘verheimlichen’, ahd. firhelan (8. Jh.), heute für einfaches hehlen eintretend. Auch hier gilt zunächst starke Flexion; im Mhd. setzen schwache Formen ein, doch bleibt das stark gebildete Part.adj. verhohlen ‘heimlich, verborgen, unterdrückt’ bzw. unverhohlen ‘unverhüllt, offen’ erhalten.

Typische Verbindungen zu ›Hehlerei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hehlerei‹.

Verwendungsbeispiele für ›Hehlerei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allerdings machte man sich nach kalifornischem Recht damit wohl auch der Hehlerei schuldig.
Die Zeit, 03.05.2010, Nr. 18
Wenn man heiße Ware erworben oder Geld gezahlt hat, ohne Ware zu erhalten, bei Hehlerei und Betrug also.
C't, 2001, Nr. 8
Auch die gewinnbringende Vermittlung eines Geschäftes mit illegalen Waren fällt bereits unter den Straftatbestand der Hehlerei.
o. A. [huw]: Hehlerei. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1995]
Die Juristen haben indes Bedenken, im Beispielsfall den Tatbestand einer Hehlerei zu erblicken.
Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 599
Mit ihr waren angeklagt Hebamme Kunze wegen Beihilfe zum Diebstahl und Begünstigung und Handlungsgehilfe Hans Merker wegen Hehlerei.
Friedländer, Hugo: Grete Beier, Tochter des Bürgermeisters Beier zu Brand, wegen Ermordung ihres Bräutigams vor dem Schwurgericht zu Freiberg i. Sa. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1920], S. 4235
Zitationshilfe
„Hehlerei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hehlerei>, abgerufen am 26.11.2021.

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