Heißsporn, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Heiß-sporn
Wortzerlegung heiß Sporn
Wortbildung  mit ›Heißsporn‹ als Grundform: heißspornig
eWDG

Bedeutung

Hitzkopf, Draufgänger
Beispiele:
ein verwegener, politischer Heißsporn
die Heißsporne brausten auf
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

heiß · Heißhunger · heißhungrig · Heißsporn
heiß Adj. ‘sehr warm’, übertragen ‘leidenschaftlich, heftig, erregend’, ahd. (9. Jh.), mhd. heiʒ, asächs. mnd. hēt, mnl. nl. heet, aengl. hāt, engl. hot, anord. heitr, schwed. het gehören mit ablautendem got. heitō ‘Fieber’ und den unter Hitze (s. d.) behandelten Substantivbildungen zu einer d-Erweiterung der Wurzel ie. *kā̌i-, *kī̌- ‘Hitze’, an die sich ahd. hei ‘Brand an Pflanzen’ (9. Jh.), heia ‘Hitze’ (um 1100), giheii ‘Brand’ (Hs. 12. Jh.), mhd. gehei(e) ‘Brand, Hitze’ anschließt. Einer t-Erweiterung der nur im Germ. und Balt. vertretenen Wurzel folgen lit. kaĩsti ‘heiß machen, werden’, kaitrà, kaĩtris ‘drückende Hitze, Schwüle, Glut’, kaitrùs ‘Hitze verbreitend, brennend, sengend’, lett. kaist ‘heiß werden, brennen’. Heißhunger m. ‘plötzlicher Appetit auf bestimmte Speisen, starker Hunger’ (2. Hälfte 17. Jh.), aus heißhungrig Adj. (1. Hälfte 17. Jh.) rückgebildet. Heißsporn m. ‘Hitzkopf, Draufgänger’, Schlegels Übersetzung (1800) von engl. Hotspur, dem Beinamen Henry Percys in Shakespeares „Heinrich IV.“.

Thesaurus

Synonymgruppe
Draufgänger · Haudegen · Heißsporn · Hitzkopf · Waghals · draufgängerischer Abenteurer  ●  Wagehals  veraltend · Teufelskerl  ugs. · Zornigel  ugs. · toller Hecht  ugs., sprichwörtlich · wilder Hund  ugs., bayr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Brausekopf · Feuerkopf · Hitzkopf  ●  Heißsporn  Hauptform

Typische Verbindungen zu ›Heißsporn‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Heißsporn‹.

Verwendungsbeispiele für ›Heißsporn‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einmal von den jungliberalen Heißspornen abgesehen – niemand plädiert für eine rentenpolitische Revolution. [Die Zeit, 25.10.1996, Nr. 44]
Allerdings hatte der Heißsporn seinen explosiven Charakter häufig nicht unter Kontrolle. [Die Zeit, 25.04.2013 (online)]
Nach den Folgen seines Tuns hat der Heißsporn nicht immer gründlich genug gefragt. [Die Zeit, 06.11.1981, Nr. 46]
Die beiden Heißsporne kamen sich deshalb im Rennen nicht nahe. [Süddeutsche Zeitung, 11.06.2001]
Plötzlich ist aus dem muslimischen Heißsporn ein auffallend gemäßigter Politiker geworden, und nicht alle kaufen ihm das ab. [Süddeutsche Zeitung, 05.05.1999]
Zitationshilfe
„Heißsporn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hei%C3%9Fsporn>.

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