Heidengeld, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungHei-den-geld (computergeneriert)
Wortzerlegungheiden-Geld
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich sehr viel Geld
Beispiele:
jmd. verdient ein Heidengeld
für etw. ein Heidengeld zahlen
die Propaganda für die Präsidentenwahl verschlingt ein Heidengeld [Feuchtw.Lautensack114]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Heide1 · heidnisch · Heidentum · Heidenangst · Heidengeld · Heidenlärm
Heide1 m. ‘Anhänger einer nichtchristlichen Religion’. Das Substantiv ahd. heidan (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. heiden, aengl. hǣþen, engl. heathen und die Adjektive ahd. heidan ‘heidnisch’, heidanisc (s. unten), asächs. hēðin (vgl. auch die Substantivierung hēðino neben hēðin man), mnl. heiden, anord. heiðinn schließen sich an got. haiþnō ‘Heidin’ an, das Mark. 7, 26 griech. Hellēnís (Ἑλληνίς) ‘Hellenin, Griechin’, daher ‘Nicht-Jüdin’, wiedergibt. Man sieht in der got. Bildung, die mit der gotischen Mission ins Westgerm. gelangt, eine singularisierte Entlehnung aus griech. (neutestamentlich) tá éthnē (τὰ ἔθνη) ‘die Heiden’ (eigentlich ‘die Völker’). Für dieses ist, wie auch für griech. ethnikós (ἐθνικός) ‘zum (fremden) Volke gehörig, volkstümlich, heidnisch’, spätgriech. Aspirierung anzunehmen, so daß got. haiþn- entsteht, wobei got. ai als Wiedergabe (in Lehnwörtern) von griech. ε betrachtet werden muß; vgl. Seebold in: PBB (T) 93 (1971) 29 ff. Man kann ferner vermuten, daß got. haiþn- mit got. haiþi ‘Feld, Acker’ (s. ↗Heide f.) in Verbindung gebracht und als ‘zum fremden (nichtchristlichen) Volk gehörig, auf dem freien, unbebauten Lande lebend’ verstanden wurde; vgl. W. Schulze Kl. Schr. 517 ff. Die im Nhd. gültige Form Heide tritt zuerst md. im 14. Jh. auf, setzt sich im 16. Jh. durch und bezeichnet, vor allem in der Sprache der Bibel, den Nichtjuden und Nichtchristen, im Mittelalter und bis ins 16. Jh. speziell auch den Mohammedaner, in neuerer Zeit ferner den dem Christentum Fernstehenden (vgl. moderner Heide). heidnisch Adj. ‘die Heiden betreffend, ihrer Art gemäß’, ahd. heidanisc (8. Jh.), mhd. heidenisch. Heidentum n. ‘Gesamtheit der Heiden, heidnische Welt und Kultur’, ahd. heidantuom (9. Jh.), mhd. heidentuom. Seit dem 19. Jh. begegnet Heiden-, ausgehend von der Vorstellung des Ungezügelten, Furchterregenden, Schrecklichen (vgl. mhd. heidenkraft ‘Heidenheer’, heidendrō ‘Heidenzorn’), als verstärkendes Bestimmungswort in Zusammensetzungen wie Heidenangst f. ‘panische Angst’, Heidengeld n. ‘große Menge Geldes’, Heidenlärm m. ‘starker Lärm’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Heidengeld (kosten) · ↗(ein) Vermögen · ↗(eine) Unsumme · (sehr) viel Geld · Unsummen · in die Millionen gehen
Assoziationen
  • für teures Geld · mit hohen Kosten (verbunden) · zu hohen Kosten  ●  für teuer Geld  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

kosen kosten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Heidengeld‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Heidengeld haben sie da reingesteckt, aber irgendwie hat es nicht funktioniert.
Der Tagesspiegel, 25.09.2001
Man hat zum ersten Mal 3000 Westmark in der Hand, das ist ein Heidengeld!
Süddeutsche Zeitung, 01.07.2000
Wir stehen vor einigen Mannschaften, die ein Heidengeld für Transfers ausgegeben haben.
Süddeutsche Zeitung, 07.05.1998
Heute dürfen Tempo-30-Zonen nur nach bestimmten Umbauten eingerichtet werden, und die kosten ein Heidengeld.
Die Zeit, 26.03.1993, Nr. 13
Zitationshilfe
„Heidengeld“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Heidengeld>, abgerufen am 09.12.2019.

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