Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Heidengeld, das

Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache 
Worttrennung Hei-den-geld
Wortzerlegung heiden- Geld
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich sehr viel Geld
Beispiele:
jmd. verdient ein Heidengeld
für etw. ein Heidengeld zahlen
die Propaganda für die Präsidentenwahl verschlingt ein Heidengeld [ Feuchtw.Lautensack114]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Heide1 · heidnisch · Heidentum · Heidenangst · Heidengeld · Heidenlärm
Heide1 m. ‘Anhänger einer nichtchristlichen Religion’. Das Substantiv ahd. heidan (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. heiden, aengl. hǣþen, engl. heathen und die Adjektive ahd. heidan ‘heidnisch’, heidanisc (s. unten), asächs. hēðin (vgl. auch die Substantivierung hēðino neben hēðin man), mnl. heiden, anord. heiðinn schließen sich an got. haiþnō ‘Heidin’ an, das Mark. 7, 26 griech. Hellēnís (Ἑλληνίς) ‘Hellenin, Griechin’, daher ‘Nicht-Jüdin’, wiedergibt. Man sieht in der got. Bildung, die mit der gotischen Mission ins Westgerm. gelangt, eine singularisierte Entlehnung aus griech. (neutestamentlich) tá éthnē (τὰ ἔθνη) ‘die Heiden’ (eigentlich ‘die Völker’). Für dieses ist, wie auch für griech. ethnikós (ἐθνικός) ‘zum (fremden) Volke gehörig, volkstümlich, heidnisch’, spätgriech. Aspirierung anzunehmen, so daß got. haiþn- entsteht, wobei got. ai als Wiedergabe (in Lehnwörtern) von griech. ε betrachtet werden muß; vgl. Seebold in: PBB (T) 93 (1971) 29 ff. Man kann ferner vermuten, daß got. haiþn- mit got. haiþi ‘Feld, Acker’ (s. Heide2 f.) in Verbindung gebracht und als ‘zum fremden (nichtchristlichen) Volk gehörig, auf dem freien, unbebauten Lande lebend’ verstanden wurde; vgl. W. Schulze Kl. Schr. 517 ff. Die im Nhd. gültige Form Heide tritt zuerst md. im 14. Jh. auf, setzt sich im 16. Jh. durch und bezeichnet, vor allem in der Sprache der Bibel, den Nichtjuden und Nichtchristen, im Mittelalter und bis ins 16. Jh. speziell auch den Mohammedaner, in neuerer Zeit ferner den dem Christentum Fernstehenden (vgl. moderner Heide). – heidnisch Adj. ‘die Heiden betreffend, ihrer Art gemäß’, ahd. heidanisc (8. Jh.), mhd. heidenisch. Heidentum n. ‘Gesamtheit der Heiden, heidnische Welt und Kultur’, ahd. heidantuom (9. Jh.), mhd. heidentuom. Seit dem 19. Jh. begegnet Heiden-, ausgehend von der Vorstellung des Ungezügelten, Furchterregenden, Schrecklichen (vgl. mhd. heidenkraft ‘Heidenheer’, heidendrō ‘Heidenzorn’), als verstärkendes Bestimmungswort in Zusammensetzungen wie Heidenangst f. ‘panische Angst’, Heidengeld n. ‘große Menge Geldes’, Heidenlärm m. ‘starker Lärm’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Heidengeld (kosten) · (ein) Vermögen · Unsummen  ●  (eine) Unsumme  Hauptform · in die Millionen gehen  variabel
Assoziationen
  • für teures Geld · mit hohen Kosten (verbunden) · zu hohen Kosten  ●  für teuer Geld  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Heidengeld‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Heidengeld‹.

Verwendungsbeispiele für ›Heidengeld‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Heidengeld haben sie da reingesteckt, aber irgendwie hat es nicht funktioniert. [Der Tagesspiegel, 25.09.2001]
Man hat zum ersten Mal 3000 Westmark in der Hand, das ist ein Heidengeld! [Süddeutsche Zeitung, 01.07.2000]
Der Skandal kostet immer noch ein Heidengeld, geklärt ist kaum etwas. [Der Tagesspiegel, 19.10.2003]
Er gab dafür ein Heidengeld aus – und sein Konto rutschte tief ins Minus. [Der Tagesspiegel, 24.06.2002]
Ich muß eine komplette Theaterkonstruktion aufbauen, das kostet ein Heidengeld! [Der Tagesspiegel, 10.06.1998]
Zitationshilfe
„Heidengeld“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Heidengeld>.

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