Heil, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Heils · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Heil‹ als Erstglied: ↗Heilbringer · ↗Heilsarmee · ↗Heilsbotschaft · ↗Heilsbringer · ↗Heilsgeschehen · ↗Heilsgeschichte · ↗Heilsglaube · ↗Heilsglauben · ↗Heilslehre · ↗Heilsnotwendigkeit · ↗Heilsplan · ↗Heilsweg · ↗heilbringend · ↗heilsam · ↗heilvoll
 ·  mit ›Heil‹ als Letztglied: ↗Unheil · ↗Waidmannsheil · ↗Weidmannsheil
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
gehoben Wohlergehen, Glück
Beispiele:
sein Heil in etw. suchen, finden, von jmdm., etw. erwarten, erhoffen
jmdm. sein Heil anvertrauen
jmdm. Heil und Segen wünschen
ob es sich zum Heil auswirken wird, ist ungewiss
es geschah zu seinem Heil, gereichte ihm zum Heil
in etw. das Heil der Welt, Menschheit sehen, erblicken
umgangssprachlichbei jmdm. sein Heil versuchen (= versuchen, ob man bei jmdm. Glück, Erfolg hat)
umgangssprachlicher wird sein Heil woanders, in der Großstadt versuchen
umgangssprachlichmit jmdm., etw. sein Heil versuchen (= versuchen, ob man mit jmdm., etw. fertig wird)
Gleich faßt mich der Strudel mit rasendem Toben, / Doch es war mir zum Heil, er riß mich nach oben [SchillerTaucher]
Ich sprach vom Leiden als einem Weg zum wahren Heil [WelkHoher Befehl393]
in Gruß- und Wunschformeln
Beispiele:
Petri Heil, Ski Heil
Heil uns, ihm
nazistisch Heil Hitler
Und rufet Heil dem Retter von uns allen [SchillerTellV 1]
Heil sei dem Tag, an welchem du bei uns erschienen [LortzingZar u. Zimmerm.III 1]
scherzhaft Heil und SiegAusdruck der Freude
Beispiel:
»Heil und Sieg«, freute sich Winfried, »die haben wir klein gekriegt« [A. ZweigEinsetzung92]
2.
Religion (ewige) Seligkeit, Erlösung
Beispiele:
das ewige Heil erstreben
er bangte um das Heil seiner Seele
Gott ist mein Heil
veraltetim Jahre des Heils 1680 (= 1680 nach Christi Geburt)
Ich sage und schwöre beim Heil meiner Seele [FrischAndorra9]
Euch will ich meine letzte Beichte tun, / Und Euer Mund soll mir das Heil verkünden [SchillerStuartV 7]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Heil · heillos · heilsam
Heil n. ‘Glück, Wohlergehen, Rettung’, in religiöser Vorstellung ‘Erlösung im Glauben’, ahd. heil ‘Glück’ (8. Jh.), mhd. heil ‘Gesundheit, Glück, glücklicher Zufall, Heilung, Rettung, Hilfe’, asächs. hēl ‘Vorzeichen’, mnd. heil ‘Glück, Segen, Rettung, Wohlergehen’, mnl. heil, heel, nl. heil, aengl. hǣl ‘(günstiges) Vorzeichen, Glück, Gesundheit’, anord. heill ‘(glückverheißendes) Vorzeichen, Glück’ gehen zurück auf einen alten s-Stamm germ. *hailaz, *hailiz (vgl. die zu aengl. hǣl gehörende Nebenform aengl. hālor), verwandt mit der unter ↗heil Adj. (s. d.) dargestellten Wortgruppe. Deutlicher als beim Adjektiv wird die religiös-kultische Herkunft in der Semantik des Substantivs, deren Ausgangspunkt mit ‘magisch bedingtes Glück, Segen’ definiert werden kann, vgl. Baetke Das Heilige im Germ. (1942) 63 ff. Unter christlichem Einfluß steht Heil für ‘Vergebung der Sünden, Erlösung vom Bösen und Gewährung der ewigen Seligkeit’ (mhd. daʒ ēwige heil), vgl. auch Bildungen wie Heilsgeschichte, -verkündung, -weg (19. Jh.). In Grußformeln wie Gut Heil, Petri Heil, Weidmanns Heil erscheint Heil im Sinne von ‘Glück’. heillos Adj. ‘krank, körperlich gebrechlich, arm, elend, moralisch böse’ (16. Jh.), ‘ohne Rettung, ohne Hilfe’ (19. Jh.), heute vor allem in steigernder Funktion, vgl. heilloses Durcheinander ‘sehr großes, unbeschreibliches Chaos’, heillose Unordnung. heilsam Adj. ‘heilend, nützlich’ (für zukünftiges Verhalten), ahd. heilsam ‘Heil bringend’ (10. Jh., heilsamo Adv., um 900), mhd. heilsam ‘Heil bringend, gesund, heil’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Heil... · Hilfs... · abhelfend
Synonymgruppe
Erfolg · ↗Fortuna · Gelingen · Heil · Lorbeeren
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bringer Defensive Erlangung Erlösung Flucht Gewißheit Gnade Heil Heilung Jenseits Jesus Christus Konter Menschheit Mittler Offensive Seele Segen Unheil Verdammnis alleinig brüllen erblicken erlangen eschatologisch ewig geschenkt grölen grüßen jenseitig suchen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Heil‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann bin ich vielleicht auch zum Heil im Jenseits berufen.
Süddeutsche Zeitung, 03.11.2004
Es verbietet sich, das Heil in höherer Förderung zu suchen.
Der Tagesspiegel, 06.10.2000
In der F. steht jeweils das Heil auf dem Spiel.
Fetscher, I.: Freiheit. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 1364
Sie lenkt von dem religiösen Heil, auf das allein alles ankommt, ab.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 353
Heil uns, wir sind! und der Schöpfer hat an uns Wohlgefallen.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 10935
Zitationshilfe
„Heil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Heil>, abgerufen am 21.11.2019.

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