Heim, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Heim(e)s · Nominativ Plural: Heime
Aussprache
Wortbildung mit ›Heim‹ als Erstglied: ↗Heimabend · ↗Heimarbeit · ↗Heimarbeiter · ↗Heimbetreiber · ↗Heimbetrieb · ↗Heimbewohner · ↗Heimdebakel · ↗Heimerzieher · ↗Heimerziehung · ↗Heimgebrauch · ↗Heimgegangene · ↗Heimindustrie · ↗Heimkehr · ↗Heimkind · ↗Heimkunft · ↗Heimlehrer · ↗Heimleiter · ↗Heimleitung · ↗Heimmannschaft · ↗Heimmutter · ↗Heimniederlage · ↗Heimreise · ↗Heimsauna · ↗Heimschule · ↗Heimsieg · ↗Heimspiel · ↗Heimstatt · ↗Heimstätte · ↗Heimsuchung · ↗Heimtücke · ↗Heimunterricht · ↗Heimvater · ↗Heimvolkshochschule · ↗Heimweg · ↗Heimweh · ↗heimeigen · ↗heimgeschädigt · ↗heimisch · ↗heimschwach · ↗heimstark · ↗heimwerken
 ·  mit ›Heim‹ als Letztglied: ↗Altenheim · ↗Altenpflegeheim · ↗Altersheim · ↗Arbeiterheim · ↗Asylantenheim · ↗Asylbewerberheim · ↗Asylheim · ↗Behelfsheim · ↗Behindertenheim · ↗Blindenheim · ↗Dauerheim · ↗Diakonissenheim · ↗Eigenheim · ↗Entbindungsheim · ↗Erholungsheim · ↗Erziehungsheim · ↗Familienheim · ↗Feierabendheim · ↗Ferienheim · ↗Flüchtlingsheim · ↗Freizeitheim · ↗Fremdenheim · ↗Jugendfreizeitheim · ↗Jugendheim · ↗Kinderheim · ↗Künstlerheim · ↗Lehrlingsheim · ↗Mütterheim · ↗Obdachlosenheim · ↗Offizierheim · ↗Offiziersheim · ↗Pflegeheim · ↗Schülerheim · ↗Seemannsheim · ↗Seniorenheim · ↗Siechenheim · ↗Sportlerheim · ↗Studentenheim · ↗Säuglingsheim · ↗Tagesheim · ↗Urlauberheim · ↗Vereinsheim · ↗Vertragsheim · ↗Volksheim · ↗Wochenheim · ↗Wohnheim · ↗Wolkenkuckucksheim
 ·  formal verwandt mit: ↗Jugendclubheim · ↗Jugendklubheim
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
jmds. Zuhause, jmds. Wohnung
Beispiele:
sie haben ein neues, schönes, gemütliches Heim
der Wunsch nach einem eigenen Heim
sein Heim behaglich machen
sich in seinem Heim wohlfühlen
der Krieg hat viele um ihr Heim gebracht
trautes Heim, Glück allein sprichwörtlich
mein Heim, meine Welt sprichwörtlich
2.
a)
gemeinschaftliche Unterkunft, Wohnstätte für einen bestimmten Personenkreis
Beispiele:
das Kind wuchs in einem Heim auf
einen kranken, alten Menschen in ein Heim einweisen
ein Kind in ein Heim geben
die Fahrschüler waren in einem Heim untergebracht
sie ist Lehrerin, Schwester in einem Heim
b)
gemeinschaftliche Unterkunft, Wohnstätte für Erholungsuchende, Genesende
Beispiele:
im Urlaub in einem Heim untergebracht sein
Unterkunft, Verpflegung im Heim, außerhalb des Heims
in ein Heim verschickt werden
3.
Stätte für Zusammenkünfte und Veranstaltungen einer bestimmten Gruppe, Klubhaus
Beispiele:
im Heim findet ein bunter Abend statt
das Heim ausschmücken
sich im Heim treffen
im Heim proben
die Arbeitsgemeinschaften, Kulturgruppen kommen regelmäßig im Heim zusammen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Heim · Heimbürge · Heimgarten · heim · daheim · heimgehen · Heimgang · heimkehren · Heimkehr · heimzahlen · Heimzahlung · heimisch · heimleuchten · heimsuchen · Heimsuchung · heimwärts · Heimweg · Heimweh
Heim n. ‘Zuhause, Wohnung, Wohnstätte für einen bestimmten Personenkreis, Stätte für Zusammenkünfte und Veranstaltungen’, ahd. heima f. ‘Wohnsitz, Heim, Heimat’ (10. Jh.; vgl. faterheim m. und faterheima f. ‘Heimat, Vaterland, Geburtsland’, Hs. 12. Jh.), mhd. heim n. ‘Wohnstätte, Haus, Heimat’, asächs. hēm n., mnd. hēm(e) f., hēm n., mnl. heem, heim n., nl. (älter) heem, aengl. hām m., auch ‘Landgut, Dorf’, engl. home, anord. heimr m. ‘Heimat, Welt’, schwed. hem ‘Wohnung, Haus, Heimat’ (germ. *haima-) und (i-Stamm) got. haims f. ‘Dorf, Flecken’ gehören mit ie. mo- (bzw. mā-) Suffix wie griech. (dehnstufig) kṓmē (κώμη) ‘Dorf’, air. cōim, cōem, akymr. cum ‘lieb, teuer’, lit. šeimà ‘Familie, Gesinde’, russ.-kslaw. sěmь ‘Person’, russ. sem’já (семья) ‘Familie’ zur Wurzel ie. *k̑ei- ‘liegen’, auch ‘Niederlassung, Lager, Wohnsitz’ und weiter ‘traut, lieb’; dazu auch griech. ké͞isthai (κεῖσθαι) ‘liegen, sich befinden, stattfinden’ sowie ↗Heirat, ↗geheuer und vielleicht auch ↗Oheim (s. d.). Die Bedeutung ‘Dorf, Gemeinde’ (vgl. got. haims) bewahren die Komposita Heimbürge m. ‘Gemeindevorsteher, Aufseher’, ahd. heimburgo (Hs. 12. Jh.), mhd. heimbürge (im Omd. auch ‘Leichenbestatter’, 17. Jh., dazu Heimbürgin ‘Leichenfrau’, 18. Jh.), und Heimgarten m. (obd.) ‘Gemeindegarten, Dorfanger’, ahd. heimgart(o) (10. Jh.), mhd. heim-, heingarte. Vom 16. Jh. an wird der Gebrauch des Substantivs Heim in der Literatursprache selten. Eine um die Mitte des 18. Jhs. einsetzende Neubelebung (mit neutralem Genus) erfolgt wohl unter Einfluß des nachfolgend genannten Adverbs heim. heim Adv. ‘nach Hause’, hervorgegangen aus dem adverbiell gebrauchten Akk. Sing. Mask. des Substantivs, ahd. heim (9. Jh.), mhd. heim ‘nach Hause’, vgl. ahd. heime (9. Jh.), heimi (11. Jh.), mhd. heime ‘zu Hause’. daheim Adv. ‘zu Hause’, ahd. thār heime (9. Jh.), mhd. dā heim(e). Vielfach in Verbindung mit Verben, vgl. heimgehen Vb. ‘nach Hause gehen’ (15. Jh.), übertragen ‘sterben’ (18. Jh.), dazu entsprechend Heimgang m. (19. Jh.); heimkehren Vb. ‘in die Heimat, nach Hause zurückkehren’ (16. Jh.), Heimkehr f. (18. Jh.); heimzahlen Vb. ‘zurückzahlen, vergelten’ (18. Jh.), Heimzahlung f. (19. Jh.). heimisch Adj. ‘heimatlich, häuslich, vertraut, gewohnt’, ahd. heimisc (8. Jh.), mhd. heim(i)sch, auch ‘zahm, nicht wildwachsend’. heimleuchten Vb. ‘jmdn. mit einer Leuchte, Fackel nach Hause geleiten’ (16. Jh.), dann ‘wegjagen, einem Beine machen’ (18. Jh.). heimsuchen Vb. ‘in übelwollender Absicht, belästigend aufsuchen, als Unglück treffen, zustoßen’, mhd. heimsuochen ‘besuchen, feindlich überfallen’, aus mhd. heime suochen ‘in freundlicher oder feindlicher Absicht daheim aufsuchen’; Heimsuchung f. ‘schweres Unglück, harter Schicksalsschlag’, (obd.) ‘Haussuchung’, mhd. heimsuochunge ‘Hausfriedensbruch’. heimwärts Adv. ‘in Richtung Heimat, nach Hause zu’, ahd. heimwartes (9. Jh.), mhd. heimwart, heimwert (s. ↗-wärts). Heimweg m. ‘Weg nach Hause’, mhd. heimwec. Heimweh n. ‘Sehnsucht nach der Heimat, nach dem Zuhause’ (Ende 16. Jh.). Das anfangs als Krankheitsbezeichnung wahrscheinlich in der Schweiz entstandene Substantiv verbreitet sich unter Aufgabe des medizinischen Sinnes von der 2. Hälfte des 18. Jhs. an. S. ↗Nostalgie.

Thesaurus

Synonymgruppe
Domstift · ↗Stift
Synonymgruppe
Domizil · ↗Heimatort · ↗Residenz · ↗Sitz · ↗Wohnsitz
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Haus  Hauptform · ↗Behausung  ugs. · ↗Bude  ugs. · ↗Hütte  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Behausung · ↗Bleibe · ↗Domizil · ↗Heimstatt · ↗Residenz · ↗Unterkunft · ↗Wohnstatt · ↗Wohnstätte · ↗Zuhause  ●  ↗Obdach  Amtsdeutsch · ↗Wohneinheit  kaufmännisch · ↗Wohnung  Hauptform · (eigene) vier Wände  ugs. · Dach über dem Kopf  ugs. · Dach überm Kopf  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anstalten Asylbewerber Behinderte Bewohner Einweisung Feuerbergstraße Herd Intensivtäter Jugendliche Missstände Obdachlose Pflege Pflegebedürftige Pflegefamilien Straßenkinder Träger Unterbringung Waisenkinder Wohnen abgeschoben aufwuchs behagliches eigenen eingewiesen gemütliches geschlossenen rollenden trauten untergebracht wohnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Heim‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber sie ist keine Alternative zum Heim, denn dort finden sich schon jetzt fast nur noch die richtig schweren Fälle.
Die Zeit, 06.02.2012, Nr. 06
Sonderlich attraktiv ist die Arbeit in den Heimen in der Tat nicht.
Süddeutsche Zeitung, 27.12.2004
Zuletzt landet das Kind doch wieder im Heim - so wie sie früher.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 81
Du glaubst nicht, wie gerne ich in meinem lieben neuen Heim bei Euch bin.
Brief von * Obergefreiter K. vom 16.9.1944. In: Ortwin Buchbender u. Reinhold Sterz (Hgg.), Das andere Gesicht des Krieges, München: Beck, 1982, S. 152
Du hast nicht den Mut, sie in dein armes Heim zu bringen.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6811
Zitationshilfe
„Heim“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Heim>, abgerufen am 22.09.2017.

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