Heimtücke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungHeim-tü-cke (computergeneriert)
WortzerlegungHeimTücke
Wortbildung mit ›Heimtücke‹ als Erstglied: ↗heimtückisch
eWDG, 1969

Bedeutung

Hinterlist, Hinterhältigkeit
Beispiel:
[der Krieg] begann mit Lüge und Gewalt, mit Heimtücke und nackter Brutalität [WiechertRede22]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tücke · Tuck · tückisch · heimtückisch · Heimtücke
Tücke f. ‘Hinterlist, Arglist, Bösartigkeit’, mhd. tücke, tucke f. ‘Handlungsweise, Benehmen, Tun, Gewohnheit, Arglist’, seit Ende des 13. Jhs. (vorwiegend omd.) belegt, steht entweder als feminine Bildung neben mhd. tuc, duc m. ‘Schlag, Streich, Stoß, schnelle Bewegung, Gebärde, Handlungsweise, Gewohnheit, listiger Streich, Kunstgriff, Arglist’, nhd. Tuck m. ‘boshafter Streich’ oder ist als Singularisierung aus dessen Plural mhd. tücke, dücke hervorgegangen. Sichere germ. und außergerm. Anschlußmöglichkeiten finden sich nicht. Es kann sich bei dem expressiven Charakter des Wortes um eine lautmalende Bildung handeln. Der anfänglich wertfreie Ausdruck erhält bereits in mhd. Zeit durch bestimmte Attribute einen abschätzigen Sinn, vgl. mhd. in unartiger tucke, in arger tucke, nāch sīner valschen tucke, woraus sich im 16. Jh. die Bedeutung ‘hinterhältige Gesinnung und Verhaltensweise’ entwickelt. tückisch Adj. ‘hinterhältig, arglistig, bösartig’, zuvor ‘heimlich, listig, verschlagen’ (15. Jh.), abgeleitet vom Substantiv mhd. tuc bzw. tücke. heimtückisch Adj. ‘hinterhältig, arglistig, der offenen Konfrontation ausweichend’, anfangs heimdückisch, -duckisch (2. Hälfte 16. Jh.), zusammengebildet aus ↗tückisch und ↗heimlich (s. d.) oder ↗hämisch (s. d.), vgl. haimlich oder offenlich, redlich oder tückisch (Anfang 16. Jh.) sowie haimliche oder hemische Dück (16. Jh.). Dazu auch die Schreibung hämtückisch (Lessing, Adelung). Heimtücke f. ‘Hinterhältigkeit, Arglist’ (18. Jh.), aus dem Adjektiv rückgebildet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bösartigkeit · Heimtücke · ↗Infamie · ↗Niedertracht
Synonymgruppe
Arglist · ↗Biestigkeit · ↗Boshaftigkeit · ↗Bosheit · ↗Bösartigkeit · ↗Böswilligkeit · ↗Gehässigkeit · ↗Gemeinheit · Heimtücke · ↗Hinterhältigkeit · ↗Hinterlist · ↗Niedertracht · ↗Ruchlosigkeit · ↗Teufelei · ↗Tücke · ↗Verschlagenheit · böse / miese / schlechte / üble Absicht  ●  ↗Sadismus  fig. · ↗Schweinerei  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausrottung Beweggrund Brutalität Feind Grausamkeit Habgier Merkmal Mord Mordlust Mordmerkmal Motiv Niedertracht Verdeckung artfremd besonder lauten töten unterstellen voraussetzen vorwerfen überbieten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Heimtücke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie harmlos lesen sie sich im Vergleich zur Heimtücke der Täter.
Die Zeit, 28.01.2008, Nr. 04
Diese Heimtücke, getarnt hinter einem nahezu unterwürfigen Jargon, besaß durchaus Methode.
Süddeutsche Zeitung, 09.07.1999
Die Presse entlarvt das als Heimtücke: Sie versuchen, den Charakter des Regimes zu vertuschen.
o. A.: EIN UNBEZAHLTER KREDIT IM NAMEN DES DEUTSCHEN VOLKES. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1983]
Er kann wild auf sie einschlagen, ohne in den Verdacht zu geraten, dies aus politischer Heimtücke zu tun.
Der Tagesspiegel, 04.06.2002
Die Boshaftigkeit und Heimtücke, mit der die Gesellschaft ausgekundschaftet wurde, barg das unausgesprochene Geheimnis wachsender staatlicher Ohnmacht in sich.
Engler, Wolfgang: Die Ostdeutschen, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1999], S. 159
Zitationshilfe
„Heimtücke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Heimtücke>, abgerufen am 21.11.2019.

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