Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Heirat, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Heirat · Nominativ Plural: Heiraten
Aussprache 
Worttrennung Hei-rat
eWDG

Bedeutung

Eheschließung
Beispiele:
eine günstige, reiche Heirat
eine Heirat hintertreiben
mit einer Heirat nicht einverstanden sein
jmdm. fällt durch Heirat ein Besitz zu
Wenn die anderen von ihrem Zuhause erzählten, so war immer nur von höchst gesicherten Verhältnissen … und geglückten Heiraten die Rede [ CarossaKindheit163]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Heirat · heiraten · verheiraten
Heirat f. ‘Eheschließung, Vermählung’, ahd. m. (11. Jh.), mhd. hīrāt m. f. ‘Vermählung’, aengl. hīwrǣden, hīred ‘Haushalt, Familie’ sind Komposita, deren Bestimmungswörter verwandt sind mit ahd. hīwo, hīo m. ‘Hausgenosse, Familienangehöriger, Gatte’ (um 800), hīwa, hīa f. ‘Gattin, Frau’ (9. Jh.), hīwun, hīun n. (Plur.) ‘Gesinde, Ehegatten, Familienangehörige’ (um 800), mhd. hīwe, hīge, hīe m. f. ‘Gatte, Gattin, Hausgenosse, Dienstbote’, asächs. hīwa ‘Gattin’, mnl. hīe ‘Hausgenosse, Gatte’, aengl. hīwan ‘Familienangehöriger’, anord. hjōn, hjūn, hjū n. (Plur.) ‘Eheleute, Hausgenossen’, got. heiwafrauja ‘Hausherr’, ahd. hīwiski ‘Familie, Geschlecht, Haushalt’ (8. Jh.), mhd. hīwisch(e), auch ‘Haushaltung’, asächs. hīwiski ‘Familie’, aengl. hīwisc ‘Haushalt’, anord. hȳski ‘Hausgesinde’, ahd. hīwen ‘heiraten’ (8. Jh.), asächs. gihīwian, mnl. hūwen, houwen, nl. huwen, aengl. hīwian. Außergerm. vergleichen sich aind. śḗvaḥ ‘lieb, wert, vertraut’, (ablautend) śiváḥ ‘gütig, freundlich, günstig, vertraut, lieb’, lat. cīvis ‘Bürger’, eigentlich ‘Haus- oder Gemeindegenosse’. Alle Formen lassen sich als Bildungen mit u̯o-Suffix auf die Wurzel ie. *k̑ei- ‘liegen’, auch ‘Niederlassung, Lager, Wohnsitz’ und weiter ‘traut, lieb’ zurückführen, zu der sich auch die unter Heim (s. d.) angegebenen Wörter stellen. Für die den germ. Wörtern zugrundeliegende Ausgangsform germ. *hīw- ist eine Bedeutung ‘zum Haushalt gehörig’ anzusetzen. Zum Grundwort s. Rat in seiner alten Verwendung ‘Für-. Vorsorge, Vorrat, Nahrungsmittel’, so da für Heirat von ‘Hausbesorgung’ auszugehen ist. Vom Substantiv abgeleitet heiraten Vb. ‘die Ehe schließen, eingehen, sich vermählen’, mhd. hīrāten; ahd. hīwen ‘heiraten’ (s. oben) ablösend. verheiraten Vb. ‘zur Ehe geben’, (reflexiv) ‘eine Ehe eingehen, heiraten’, mhd. verhīrāten.

Thesaurus

Synonymgruppe
Eheschließung · Hochzeit · Trauung · Trauungszeremonie · Trauzeremonie · Verheiratung · Vermählung · eheliche Verbindung  ●  Heirat  Hauptform · Verehelichung  Amtsdeutsch · Verpartnerung  Amtsdeutsch · Ja-Wort  ugs. · Jawort  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Heirat‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Heirat‹.

Verwendungsbeispiele für ›Heirat‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da beschließt sie, mit dem Heiraten doch noch zu warten. [Engler, Wolfgang: Die Ostdeutschen, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1999], S. 254]
Glänzende Heiraten möchte man schon, aber nicht morgen, nicht dieses Jahr. [Kolb, Annette: Die Schaukel, Frankfurt a. M.: Fischer 1960 [1934], S. 151]
Darum kam es erst nach dem Tode des gestrengen Vaters zur Heirat im August 1785. [Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 201]
Auf dem Land ist frühes Heiraten immer üblich gewesen, weil notwendig. [Fischer, Hermann: Grundzüge der Deutschen Altertumskunde, Leipzig: Quelle & Meyer 1917 [1908], S. 72]
Einmal hätten sie sich sogar die Heirat versprochen, falls keiner bis achtundzwanzig einen anderen Partner gefunden habe. [Die Zeit, 05.12.1997, Nr. 50]
Zitationshilfe
„Heirat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Heirat>.

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