Heiterkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Heiterkeit · Nominativ Plural: Heiterkeiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungHei-ter-keit (computergeneriert)
Wortzerlegungheiter-keit
Wortbildung mit ›Heiterkeit‹ als Erstglied: ↗Heiterkeitsausbruch · ↗Heiterkeitserfolg
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Ungetrübtheit des Gemüts, Frohsinn
Beispiele:
jmd. ist von einer strahlenden, unbekümmerten, klaren, kindlichen, naiven, inneren Heiterkeit
Heiterkeit um sich verbreiten
ihre Heiterkeit verwandelte sich plötzlich in Jammer
wie auch das Kind zuerst ein gramerfülltes Antlitz zeigt und dann zur Heiterkeit aufrückt [G. KaiserSilberseeII]
2.
Lachen, Gelächter
Beispiele:
mit seinen Gags erregte er (stürmische, unbändige, schallende) Heiterkeit, einen Sturm der Heiterkeit
der Witz erregte Heiterkeit, löste große Heiterkeit aus
umgangssprachlich Jubel, Trubel, Heiterkeit!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

heiter · Heiterkeit · angeheitert · aufheitern · erheitern
heiter Adj. ‘hell, sonnig, klar, fröhlich, vergnüglich’. Mit adjektivischem r-Suffix gebildetes ahd. heitar ‘heiter, hell, klar, strahlend’ (8. Jh.), mhd. heiter, asächs. hēdar, aengl. hādor, hǣdor (germ. *haidra-) sowie (ohne r-Suffix germ. *haida-) anord. heiðr (vgl. heið ‘klarer Himmel’) ist verwandt mit den unter ↗-heit (s. d.) angegebenen Formen und an eine t-Erweiterung der dort genannten Wurzel ie. *(s)kāi- ‘hell, leuchtend’ anzuschließen. Das Adjektiv bezieht sich zunächst auf den wolkenlosen Himmel, den Glanz der Sonne, dann auch den Schein des Feuers und das Blinken glänzender Gegenstände. Seit dem 18. Jh. begegnet übertragener Gebrauch im Sinne von ‘fröhlich, unbeschwert’; die ironische Redensart das ist ja heiter (‘unerfreulich, unangenehm’) kommt Mitte des 19. Jhs. auf. Heiterkeit f. ‘Ungetrübtheit des Gemüts, Fröhlichkeit, Frohsinn’, mhd. heiterkeit ‘Klarheit’; vgl. ahd. heitarī ‘Heiterkeit, Milde’ (um 800). angeheitert Part.adj. ‘fröhlich angetrunken, beschwipst’ (2. Hälfte 19. Jh.). aufheitern Vb. ‘heiter, froh stimmen, aufmuntern’, (reflexiv) ‘heiter werden, aufklaren’ (17. Jh.) und erheitern Vb. ‘heiter stimmen, belustigen’, (reflexiv) ‘heiter werden, darüber lachen’ (18. Jh.) sind Präfixbildungen zu heute nicht mehr üblichem heitern ‘hell machen, sich aufhellen, aufklären, froh machen’, ahd. heitaren ‘hell, klar sein, froh machen’ (8. Jh.), mhd. heitern.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausgelassenheit · ↗Fröhlichkeit · Heiterkeit · ↗Munterkeit  ●  ↗Euthymie  geh., bildungssprachlich, griechisch · ↗Hilarität  geh., lat., bildungssprachlich
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Freude · ↗Freudigkeit · ↗Frohmut · ↗Frohsinn · ↗Fröhlichkeit · ↗Glückseligkeit · Heiterkeit · ↗Vergnügen · freudige Erregung · gute Laune  ●  ↗Konvivialität  geh., bildungssprachlich, lat. · gute Schwingungen  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Daseinsfreude · Heiterkeit · ↗Lebensfreude · ↗Lebenslust · ↗Vitalität
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anflug Anmut Beifall Ernst Frohsinn Fröhlichkeit Gelassenheit Jokus Jubel Lebensfreude Lebenslust Leichtigkeit Melancholie Schwermut Trubel Zuhörerraum allgemein ansteckend aufgesetzt ausgelassen ausstrahlen beschwingt erregen gelassen gelöst mediterran schallend stürmisch unbeschwert ungetrübt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Heiterkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als er mit einem trockenen "Fragen über Fragen" die Diskussion eröffnete, war die Heiterkeit groß.
Der Tagesspiegel, 07.12.1998
Der Ton einer eher skeptischen als auftrumpfenden Heiterkeit schien in jenen Tagen sehr angebracht.
Süddeutsche Zeitung, 15.05.1995
Seine natürliche Heiterkeit hat sich jedoch oft verdüstert, im Alter für lange Jahre.
Lippmann, Friedrich: Rossini. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 28043
Sollte er je gelacht haben? Gibt es eine spezifisch heilige Heiterkeit?
Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 421
Trotzdem siegte auch in diesen letzten Monaten seines Lebens immer wieder die Heiterkeit.
Wagner, Siegfried: Erinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1923], S. 21563
Zitationshilfe
„Heiterkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Heiterkeit>, abgerufen am 21.10.2019.

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