Heldentat

GrammatikSubstantiv
WorttrennungHel-den-tat
WortzerlegungHeldTat
eWDG, 1969

Bedeutung

heldenhafte Tat
Beispiele:
wahre Heldentaten vollbringen
eine beispiellose Heldentat
Veteranen, die ihre alten Kriegserlebnisse und Heldentaten aufwärmen [JohoWendemarke202]
Heldentaten, mit denen die Werktätigen Frost und Kälte bezwangen [Tageszeitung1963]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Held · heldenhaft · Heldenmut · heldenmütig · Heldentat · Heldentum
Held m. ‘durch kühne Taten sich auszeichnender Mann, tapferer Kämpfer’, ahd. helid (9. Jh.; vgl. auch furisthelid ‘fürstlicher Kämpfer’), mhd. helt, asächs. helið, mnd. helt, aengl. hæleþ ‘Mann’, mnl. hēlet, heelt, helt, nl. held, anord. halr und (mit anderer Stammbildung) anord. hǫlðr ‘Erbbauer, Mann’. Für germ. *haliþa-, *haluþa- ergibt sich eine Bedeutung ‘(freier) Mann, Krieger, Held’. Die Herkunft ist nicht geklärt. Möglich ist Anschluß an die unter ↗halten (s. d.) angeführte Wurzel ie. *kel- ‘treiben, zu schneller Bewegung antreiben’ mit aind. kaláyati ‘treibt (Vieh), hält, trägt, macht’ (de Vries Nl. 248), wobei das Substantiv ursprünglich den ‘Hirten, der sich im Kampf gegen menschliche und tierische Räuber bewähren muß’ bezeichnet haben könnte. Unsicher ist sowohl eine Verbindung mit aind. kalyaḥ ‘gesund, gerüstet, geschickt’, griech. kalós (καλός) ‘schön, edel, gut’ und der Wurzel ie. *kal- (*kali-, *kalu-) ‘schön, gesund’, vgl. Pokorny 1, 524, als auch mit got. hallus ‘Fels’, anord. hallr ‘Stein’, aengl. heall ‘Fels’, lat. callus, callum ‘verhärtete dicke Haut, Schwiele’, air. mir. calath, calad ‘hart’ und der Wurzel ie. *kal- ‘hart’, vgl. Wagner in: Zs. f. vgl. Sprachforsch. 97 (1984) 281 ff. Seit dem 18. Jh. steht Held nach dem Vorbild von engl. hero auch für ‘Hauptperson eines literarischen Werkes’, dann für ‘Hauptgestalt einer Begebenheit’ und bezeichnet schließlich den, ‘der auf seinem Gebiet Hervorragendes leistet’. heldenhaft Adj. ‘sehr tapfer, heroisch’ (17. Jh.). Heldenmut m. ‘heldenhafter Mut, große Tapferkeit’, heldenmütig Adj. (beide 17. Jh.). Heldentat f. (17. Jh.). Heldentum n. ‘Wesen, Haltung eines Helden, große Tapferkeit’, von Wieland als Ersatz für Heroismus nach dem Vorbild von Menschentum gebildet (1767).

Thesaurus

Synonymgruppe
(der) Durchbruch · ↗(ein) Erfolg · ↗(ein) Treffer · ↗(ein) Triumph · ↗(ein) Volltreffer · (ein) großer Wurf · ↗(großartige) Leistung · Heldentat (halb-scherzhaft)
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abenteuer Belohnung Heldentat Legende Ruhm Schauplatz Vorfahr Wehrmacht begangen begehen besingen brüsten inspirieren kriegerisch prahlen preisen rühmen schwärmen sinnlos sportlich träumen unglaublich unsterblich verklären vermeintlich verrichten vollbracht vollbringen wahr würdigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Heldentat‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allzu verlockend erinnerte diese Story doch an andere amerikanische Heldentaten.
Süddeutsche Zeitung, 21.06.2003
Wie der Beamte die Seinerzeit offiziell bedauerte Szene jetzt schilderte, hörte sie sich nach einer Heldentat an.
Die Zeit, 30.06.1978, Nr. 27
Die Milch verhielt sich wirklich zu den scharfen Getränken wie der Ruhm zu den Heldentaten.
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 13
Die Stadt im Sturm zu nehmen, würde keine Heldentat sein.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 87
Sie rissen Witze und lachten über die Heldentaten von einst.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 8
Zitationshilfe
„Heldentat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Heldentat>, abgerufen am 21.10.2019.

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