Helle, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Helle · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Hel-le
Grundformhell
eWDG

Bedeutung

Helligkeit
Beispiele:
die Helle des Raumes, der sternklaren Nacht
blendende, gedämpfte, fahle, dämmrige Helle
in strahlender Helle
Mag sein … daß sich das Dunkel noch nicht hebt, daß schon Helle oder Dämmerung herrscht [ KolbSchaukel71]
Aber in dem Saal war es hell, eine fade verschwommene Helle [ GaiserSchlußball12]
übertragen
Beispiel:
die vereinzelten Lichtträger [Leuchtbakterien], die nun genau untersucht worden sind, haben in eine dunkle Geschichte Helle (= Aufklärung) gebracht [ SchnackTropenwunder47]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hell · Helle · hellen · Helldunkel · helldunkel · hellhörig · Helligkeit · Hellseher · hellsehen · hellauf
hell Adj. ‘mit viel Licht erleuchtet, leuchtend, sich im Farbton dem Weiß nähernd, von hohem Klang, hoch tönend’. Das nur im Dt. und Nl. vorkommende Adjektiv ahd. hel ‘tönend’ (11. Jh.; vgl. gihelli ‘harmonisch’, 10. Jh., unhelli ‘mißtönend’, um 1000), mhd. hel ‘tönend, laut, glänzend, licht’, mnl. nl. hel ‘licht, klar, rein’ gehört zum starken Verb ahd. (8. Jh.), asächs. hellan, mhd. hellen ‘ertönen, erschallen’ (in frühnhd. Zeit abgelöst von hallen, s. d.); vgl. auch verwandtes (ablautend) anord. hjala ‘sprechen, sich unterhalten’ sowie Hall und holen (s. d.). Außergerm. vergleichen sich aind. uṣākalaḥ ‘Hahn’ (wohl ‘in der Frühe rufend’), griech. kalé͞in (καλεῖν) ‘(herbei)rufen, nennen’, lat. calāre ‘aus-, zusammenrufen’, (mit m-Erweiterung) clāmāre ‘laut rufen, schreien’, lett. (älter) kalot ‘schwatzen’, air. cailech ‘Hahn’, so daß von einer Schallwurzel ie. *kel(ə)- mit den langvokalischen Ablautstufen *klē-, *klā- ‘rufen, schreien, lärmen, klingen’ auszugehen ist (wozu mit s- mobile auch Schall, Schelle1, schelten, s. d.). Das Adjektiv bezeichnet zunächst akustische, vom Mhd. an auch visuelle Eindrücke; Luther verwendet es als Gegenwort zu dunkel anstelle des älteren licht (s. d.), mit dem es formelhaft verbunden wird: am hellen lichten (später hellichten) Tage. Auf Farben bezogen bezeichnet hell den sich dem Weiß nähernden Farbton (hellrot, -blau im Gegensatz zu dunkelrot, -blau); s. auch grell, ursprünglich ‘laut schreiend’, dann auf Farbtöne übertragen (mit ähnlicher Entwicklung vgl. schreiend, knallig). Bei durchsichtigen Stoffen (Wasser, Glas) nimmt hell die Bedeutung von ‘klar, rein, ungetrübt, durchsichtig’ an; später wird es auf Geistiges, auf den menschlichen Verstand im Sinne von ‘klug, aufgeweckt, leicht und schnell auffassend’ angewandt, umgangssprachlich dafür helle, eigentlich Adverb (vgl. adverbielles mhd. helle). Schließlich drückt hell (seit dem 16. Jh.) eine Verstärkung ‘groß, stark, heftig’ aus (in hellen Haufen, seine helle Freude haben, in helle Wut geraten), adverbiell ‘sehr’ (hell begeistert sein). Helle f. ‘Helligkeit’, mhd. helle ‘Helligkeit, Reinheit’. hellen Vb. (reflexiv) ‘hell werden, sich erhellen’ (18. Jh.), mhd. (vereinzelt) hellen ‘hell werden, aufleuchten’, weitergeführt in frühnhd. nhd. erhellen ‘hell machen, erleuchten’ (16. Jh.), ‘klar werden, verdeutlichen’ (17. Jh.), aufhellen (17. Jh.); schwaches, vom Adj. abgeleitetes Verb. Zum starken Verb ahd. hellan s. oben. Helldunkel n. ‘Zusammenspiel von Licht und Schatten, von hellen und dunklen Farben’ (besonders in der Malerei), von dem Kunstwissenschaftler v. Hagedorn 1762 gebildet für frz. clair-obscur, das selbst aus ital. chiaroscuro entlehnt ist; dazu entsprechend helldunkel Adj. (ebenfalls 1762). hellhörig Adj. ‘mit scharfem Gehör ausgestattet, fähig, nicht Ausgesprochenes zu erraten’ (19. Jh.), heute vor allem ‘mit scharfem Verstand begabt’, auch ‘schalldurchlässig’ (von Wänden, Türen). Helligkeit f. ‘heller Zustand, helles Licht, Lichtfülle, Lichtstärke’ (16. Jh.). Hellseher m. ‘wer hellsehen kann’ (Anfang 19. Jh.), zuvor ‘scharfsinnige, klarsichtige, tiefere Zusammenhänge verstehende Person’ (1710, Übersetzung von substantiviertem frz. clairvoyant ‘scharfsinnig’); dazu hellsehen Vb. (nur im Inf. gebräuchlich) ‘räumlich und zeitlich entfernte Personen, Gegenstände und Ereignisse angeblich ohne Vermittlung von Sinnesorganen wahrnehmen, Zukünftiges vorhersehen’ (19. Jh.). hellauf Adj. ‘vergnügt, munter, flott’, Zusammenrückung der Adverbien hell und auf, zunächst in dem aufmunternden Zuruf hellauf! ‘nur zu!, frisch auf!’ (18. Jh.), anschließend häufig in der Fügung hellauf (‘fröhlich, lauthals’) lachen. Danach im Sinne von ‘überaus, sehr’ spontane emotionale Lautäußerungen (hellauf singen, jubeln, hellauf begeistert) oder Lichterscheinungen (hellauf leuchten, strahlen, lodern) verstärkend.

Verwendungsbeispiele für ›Helle‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber in dem Saal war es hell, eine fade verschwommene Helle. [Gaiser, Gerd: Schlußball, München: Hanser 1958 [1958], S. 9]
Doch wir erkannten nicht die Helle des weißen feinen Sandes. [Die Zeit, 17.01.1966, Nr. 03]
Aber was macht dieses Schreiben trotzdem so ruhig, so klar, so beschienen im Dunkeln wie im Hellen? [Die Zeit, 10.12.1953, Nr. 50]
Denn im Hellen ist es anstrengend, im Finstern aber gemütlich. [Süddeutsche Zeitung, 20.11.1999]
Schon die erste fahle Helle traf ihn bei der Arbeit. [Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 418]
Zitationshilfe
„Helle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Helle#1>.

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Helle, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Hellen · Nominativ Plural: Helle(n)
Mit Pluralendung ‑n wird das Wort in der schwachen Flexion (bestimmter Artikel) und der gemischten Flexion (Indefinitpronomen, Possessivpronomen) gebildet, z. B. die, keine Hellen, in der starken Flexion ist die Endung unmarkiert, z. B. zwei, einzelne Helle.
Aussprache 
Worttrennung Hel-le
Grundformhell
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich ein Glas helles Bier
Beispiele:
in der Gaststätte ein Helles bestellen
Herr Ober, zwei Helle bitte
ich würde ein Helles (= helles Bier) trinken

Verwendungsbeispiele für ›Helle‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier war es frisch, auch nicht so scharf, daß man es nur mit drei Hellen hätte hinunterwürgen können. [Süddeutsche Zeitung, 02.06.1997]
Zitationshilfe
„Helle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Helle#2>.

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