Heller, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hellers · Nominativ Plural: Heller
Aussprache
WorttrennungHel-ler (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

historisch alte Silber- oder Kupfermünze
Beispiele:
hundert Heller
Ein Heller und ein Batzen [Volkslied]
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
keinen, nicht einen (roten) Heller (= gar nichts) haben
er besaß keinen Heller mehr
nicht einen roten Heller bekommt sie von mir!
das ist keinen (roten) Heller wert
ich gebe keinen (roten) Heller dafür
alles bis auf den letzten Heller (= ganz genau) bezahlen
Niemand hätte mehr einen roten Heller für ihr Leben gegeben [CramerKonzessionen224]
auf Heller und Pfennigganz genau
Beispiele:
alles auf Heller und Pfennig zurückzahlen
daß sie ihr Erbe auf Heller und Pfennig mit ihren vier Schwestern und ihren zwei Brüdern teilte [KolbSchaukel92]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Heller m. ‘kleines Geldstück’, ursprünglich Silbermünze im Werte eines Pfennigs, in verschiedenen Gebieten bis ins 19. Jh. kleinste Scheidemünze; in Österreich bis 1924 der hundertste Teil einer Krone, heute noch Übersetzung für tschech. haléř, halíř. Die Bezeichnung der Münze geht auf die frühere Reichsstadt Schwäbisch-Hall zurück, wo dieses Geldstück (zuerst 1208) geprägt wird und mlat. denarius Hallensis, mhd. Haller pfenninc, gekürzt haller, heller, seit dem 15. Jh. Heller heißt (die Schreibung Häller hält sich bis ins 18. Jh.). In Redensarten noch heute: auf Heller und Pfennig ‘ganz genau’ (15. Jh.); nicht einen Heller (‘gar nichts’) haben; das ist keinen roten (‘kupfernen’) Heller wert.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Batzen Kreuzer Liter Pfennig Philosophin Tasche bezahlen rot

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Heller‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor 25 Jahren hätte man darauf keinen blanken Heller verwettet.
Süddeutsche Zeitung, 14.03.1996
Dann aber überlegte ich mir, dass, wenn ich nicht geflucht hätte, sie mir weder den Heller gegeben noch ein Glas abgekauft hätte.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 66
Er (Heller) habe v. Lützow versprochen, sich wegen Materials umzusehen.
Friedländer, Hugo: Prozeß Leckert-Lützow. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 9345
Sie nennen die Zahl auf Heller und Pfennig: wenn sie verdienten, um Neid zu erregen, wenn sie Verlust hatten, um bemitleidet zu werden.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 24485
Die zum Heller, einem Truppenübungsplatz, marschierenden Soldatenkolonnen und die nächtlichen Gesänge hinter den Kasernenmauern bildeten die Kulisse für Schauermärchen.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 253
Zitationshilfe
„Heller“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Heller>, abgerufen am 20.03.2019.

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