Helm, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Helm(e)s · Nominativ Plural: Helme
Aussprache
Wortbildung mit ›Helm‹ als Erstglied: ↗Helmbusch · ↗Helmschmuck · ↗Helmspitze · ↗Helmzier · ↗helmförmig
 ·  mit ›Helm‹ als Letztglied: ↗Bergmannshelm · ↗Blauhelm · ↗Feuerwehrhelm · ↗Grünhelm · ↗Korkhelm · ↗Papierhelm · ↗Ritterhelm · ↗Schutzhelm · ↗Stahlhelm · ↗Sturzhelm · ↗Tropenhelm · ↗Turmhelm · ↗behelmen
 ·  formal verwandt mit: ↗behelmt
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
schützende, oben gerundete Kopfbedeckung, die meist aus Metall, Leder, Kork oder Plast besteht
Beispiele:
der Helm des Soldaten, Bergmanns, Motorradfahrers, Bauarbeiters
die Helme der Polizisten blitzten
den Helm aufsetzen, aufstülpen, abnehmen, festschnallen
Ringsum stehen Feuerwehrmänner in Helmen [FrischBiedermannVorsp.]
2.
Architektur Turmdach
Beispiele:
der kupferne Helm des Kirchturmes
Die Schallöcher waren noch einen Stock höher im Turm, gleich unter dem Helm [WelkHeiden222]
3.
fachsprachlich als Abzug dienender Aufsatz auf Apparaten
Beispiel:
[die] Apparatur, die aus der Destillierblase, dem Helm, dem Übersteiger und dem Kühler besteht [Wissenschaft und Fortschritt1954]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Helm1 · Stahlhelm · Sturzhelm · Tropenhelm
Helm1 m. ‘schützende, oben gerundete Kopfbedeckung’, ahd. (9. Jh.), mhd. asächs. mnd. mnl. nl. aengl. engl. helm, anord. hjalmr, schwed. hjälm, got. hilms, germ. *helma- ist ein mit mo-Suffix gebildetes Substantiv zu dem unter ↗hehlen (s. d.) behandelten Verb und mit den dort genannten außergerm. Formen auf die Wurzel ie. *k̑el- ‘bergen, verhüllen’ zurückzuführen. Helm ist danach das ‘verhüllend Schützende’. Vielfach in Personennamen: Friedhelm, Wilhelm, Helmut, Hilmar. In übertragener Bedeutung ‘oberes rundes Dach von Kirchtürmen, Kuppel’ (16. Jh.). Stahlhelm m. (2. Hälfte 19. Jh., dann besonders seit dem ersten Weltkrieg). Sturzhelm m. ‘Helm zum Schutz des Kopfes bei einem Sturz’, zuerst für Flieger, dann für Rennfahrer, heute allgemein für Motorradfahrer (20. Jh.), zu ↗Sturz m. (s. d.). Eine ältere, davon unabhängige Bildung (15. Jh.) ist abgeleitet vom Verb ↗stürzen (s. d.) im Sinne von ‘überstülpen’, bezeichnet also ‘den über den Kopf zu stülpenden Helm’. Tropenhelm m. ‘helmartiger Hut aus Kork zum Schutz gegen die starke Sonnenstrahlung der Tropen’ (Anfang 20. Jh.).

Helm2 m. n. ‘Handhabe, Griff, Stiel’ (besonders an Axt, Beil, Hammer), so noch im Westobd., in der Literatursprache unüblich, ahd. halme ‘Stiel, Griff’ (Hs. 14. Jh.), mhd. halm(e), helm, mnd. helm ‘Stiel, Hand-, Rudergriff’, aengl. helma, engl. helm, mnl. nl. helm ‘Ruderpinne, Handhabe’, anord. hjalmr ‘Ruderpinne’ gehören (über eine vermittelnde Bedeutung ‘zugeschnittenes Holz’) als Bildungen mit m-Suffix wie griech. skalmós (σκαλμός) ‘Ruderpflock’, lit. kélmas ‘Baumstumpf’ zu der weitverzweigten Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ (s. ↗Schild, ↗Schale, ↗Schale, ↗verschleißen). Einer p-Erweiterung der Wurzel (ie. *skelp-) folgt ↗halb, eigentlich ‘zerschnitten, geteilt’ (s. d.). Verwandt sind ferner ↗Halfter, ↗Holm und ↗Hellebarde (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Helm · ↗Schutzhelm · ↗Sturzhelm
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Braincap · Halbschalenhelm · Jethelm
  • Integralhelm · Vollvisierhelm
  • Gefechtshelm · ↗Stahlhelm  ●  (der) Knitterfreie  ugs., sarkastisch · Hurratüte  ugs., Jargon
Assoziationen
Botanik
Synonymgruppe
Deichgras · ↗Dünengras · Gemeiner Strandhafer · Gewöhnlicher Strandhafer · Sandhalm · Sandrohr · Seehafer · ↗Strandhafer  ●  Helm  niederdeutsch
Synonymgruppe
Dachhelm · Helm · Helmdach · ↗Turmhelm
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beinschiene Brustpanzer Federbusch Gasmaske Grubenlampe Handschuh Harnisch Kettenhemd Knieschützer Knüppel Lanze Overall Rennanzug Rüstung Schild Schlagstock Schutzanzug Schutzbrille Schutzkleidung Schutzschild Schutzwesten Schwert Schwimmweste Stiefel Tragen Visier Weste aufhaben aufsetzen gelb

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Helm‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Oben pfeift ein starker Wind, da halte ich lieber meinen Helm fest!
Bild, 15.01.2004
Er schweißte in 20 Metern Höhe, ohne Helm, ohne Schutz.
Der Tagesspiegel, 13.10.2003
So hießen früher Helme mit einem beckenförmigen Blech unter dem eigentlichen Helm.
Krämer, Walter / Sauer, Wolfgang, Lexikon der populären Sprachirrtümer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 141
Ihre Helme blieben starr, und sie kamen nicht herauf, um ihn festzunehmen.
Walter, Otto F.: Der Stumme, München: Kösel 1959, S. 101
Er hatte den Helm vom Kopf genommen und er lief schnell.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 164
Zitationshilfe
„Helm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Helm#1>, abgerufen am 23.10.2019.

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Helm, der oder das

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Helm(e)s · Nominativ Plural: Helme
Nebenform Helm · Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Helm(e)s · Nominativ Plural: Helme
Aussprache
eWDG, 1969

Bedeutung

runder Holzstiel an Hammer, Beil oder Axt
Beispiel:
der Hammer, das Beil ist an einem starken Helm befestigt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Helm1 · Stahlhelm · Sturzhelm · Tropenhelm
Helm1 m. ‘schützende, oben gerundete Kopfbedeckung’, ahd. (9. Jh.), mhd. asächs. mnd. mnl. nl. aengl. engl. helm, anord. hjalmr, schwed. hjälm, got. hilms, germ. *helma- ist ein mit mo-Suffix gebildetes Substantiv zu dem unter ↗hehlen (s. d.) behandelten Verb und mit den dort genannten außergerm. Formen auf die Wurzel ie. *k̑el- ‘bergen, verhüllen’ zurückzuführen. Helm ist danach das ‘verhüllend Schützende’. Vielfach in Personennamen: Friedhelm, Wilhelm, Helmut, Hilmar. In übertragener Bedeutung ‘oberes rundes Dach von Kirchtürmen, Kuppel’ (16. Jh.). Stahlhelm m. (2. Hälfte 19. Jh., dann besonders seit dem ersten Weltkrieg). Sturzhelm m. ‘Helm zum Schutz des Kopfes bei einem Sturz’, zuerst für Flieger, dann für Rennfahrer, heute allgemein für Motorradfahrer (20. Jh.), zu ↗Sturz m. (s. d.). Eine ältere, davon unabhängige Bildung (15. Jh.) ist abgeleitet vom Verb ↗stürzen (s. d.) im Sinne von ‘überstülpen’, bezeichnet also ‘den über den Kopf zu stülpenden Helm’. Tropenhelm m. ‘helmartiger Hut aus Kork zum Schutz gegen die starke Sonnenstrahlung der Tropen’ (Anfang 20. Jh.).

Helm2 m. n. ‘Handhabe, Griff, Stiel’ (besonders an Axt, Beil, Hammer), so noch im Westobd., in der Literatursprache unüblich, ahd. halme ‘Stiel, Griff’ (Hs. 14. Jh.), mhd. halm(e), helm, mnd. helm ‘Stiel, Hand-, Rudergriff’, aengl. helma, engl. helm, mnl. nl. helm ‘Ruderpinne, Handhabe’, anord. hjalmr ‘Ruderpinne’ gehören (über eine vermittelnde Bedeutung ‘zugeschnittenes Holz’) als Bildungen mit m-Suffix wie griech. skalmós (σκαλμός) ‘Ruderpflock’, lit. kélmas ‘Baumstumpf’ zu der weitverzweigten Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ (s. ↗Schild, ↗Schale, ↗Schale, ↗verschleißen). Einer p-Erweiterung der Wurzel (ie. *skelp-) folgt ↗halb, eigentlich ‘zerschnitten, geteilt’ (s. d.). Verwandt sind ferner ↗Halfter, ↗Holm und ↗Hellebarde (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Helm · ↗Schutzhelm · ↗Sturzhelm
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Braincap · Halbschalenhelm · Jethelm
  • Integralhelm · Vollvisierhelm
  • Gefechtshelm · ↗Stahlhelm  ●  (der) Knitterfreie  ugs., sarkastisch · Hurratüte  ugs., Jargon
Assoziationen
Botanik
Synonymgruppe
Deichgras · ↗Dünengras · Gemeiner Strandhafer · Gewöhnlicher Strandhafer · Sandhalm · Sandrohr · Seehafer · ↗Strandhafer  ●  Helm  niederdeutsch
Synonymgruppe
Dachhelm · Helm · Helmdach · ↗Turmhelm
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beinschiene Brustpanzer Federbusch Gasmaske Grubenlampe Handschuh Harnisch Kettenhemd Knieschützer Knüppel Lanze Overall Rennanzug Rüstung Schild Schlagstock Schutzanzug Schutzbrille Schutzkleidung Schutzschild Schutzwesten Schwert Schwimmweste Stiefel Tragen Visier Weste aufhaben aufsetzen gelb

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Helm‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Oben pfeift ein starker Wind, da halte ich lieber meinen Helm fest!
Bild, 15.01.2004
Er schweißte in 20 Metern Höhe, ohne Helm, ohne Schutz.
Der Tagesspiegel, 13.10.2003
So hießen früher Helme mit einem beckenförmigen Blech unter dem eigentlichen Helm.
Krämer, Walter / Sauer, Wolfgang, Lexikon der populären Sprachirrtümer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 141
Ihre Helme blieben starr, und sie kamen nicht herauf, um ihn festzunehmen.
Walter, Otto F.: Der Stumme, München: Kösel 1959, S. 101
Er hatte den Helm vom Kopf genommen und er lief schnell.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 164
Zitationshilfe
„Helm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Helm#2>, abgerufen am 23.10.2019.

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