Herabwürdigung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Herabwürdigung · Nominativ Plural: Herabwürdigungen
WorttrennungHe-rab-wür-di-gung · Her-ab-wür-di-gung
Wortzerlegungherabwürdigen-ung
Wahrig und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
respektloses, verächtliches Herabsetzen, Erniedrigen oder Diskriminieren von jmdm. oder etw. (durch jmdn., der sich, seine Position, Anschauung o. Ä. als höherwertig und maßgeblich einschätzt)
Beispiele:
Menschenfeindliche Aspekte im Koran und in der Realität der Muslime werden [in dem Buch] ausführlich behandelt, nicht zuletzt die Unterdrückung und Herabwürdigung von Frauen. [Neue Zürcher Zeitung, 19.11.2016]
Die darauf folgenden Ermittlungen wegen »Herabwürdigung des Staates und seiner Symbole« [eine Straftat] nach Paragraf 248 StGB wurden inzwischen eingestellt. [Der Standard, 18.11.2016]
Wir haben seit einigen Jahren Richtlinien in Kraft, nach denen unter anderem rassistische Herabwürdigungen nicht erlaubt sind. [Der Standard, 25.05.2016]
Es [das Amtsgericht] hat einen Metzger […] wegen Volksverhetzung verurteilt, weil er ein Schild mit dem Satz »Asylanten müssen draußen bleiben« ins Schaufenster gestellt [hat]– ein Schild, auf dem ein Hund zu sehen war. Die Gleichsetzung des Menschen mit dem Tier war eine böswillige Herabwürdigung von Asylbewerbern. [Süddeutsche Zeitung, 18.11.2016]
Der M. (= Materialismus) […] dient [in einer bestimmten politischen Auseinandersetzung] zu einer bewußt vulgären Herabwürdigung des Geistigen. [Fetscher, I.: Materialismus. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 11383]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine öffentliche, persönliche Herabwürdigung
mit Genitivattribut: Herabwürdigung einer Person, eines Staates
2.
das Erleiden einer Herabsetzung, Erniedrigung oder Diskriminierung (durch vermeintlich Höherstehende)
Beispiele:
So haben die Intendanten von Deutscher, Staats- und Komischer Oper […] wieder einmal an [den] Kultursenator […] geschrieben, um gegen, […] [ihre] Herabwürdigung durch diesen zu protestieren. [Die Welt, 20.12.2002]
Wie der Choleriker B […] auf solche Herabwürdigungen reagiert, ist leicht zu vermuten. [Spiegel, 23.08.2013 (online)]
Aber um einen so starken Haß zu entwickeln, bedarf es wahrscheinlich auch eingebildeter persönlicher Kränkungen, vermeintlicher Erlebnisse der Herabwürdigung oder auch Gefühle des Neids […]. [Süddeutsche Zeitung, 24.04.1998]
Aber Manuel hat in der Fremde nicht nur die grausame Herabwürdigung seiner Brüder unter der Knute eines weißen Mannes erfahren, sondern ihm wurde auch dort die Erkenntnis [zuteil], daß nur das Zusammenhalten aller ihnen neues Leben bringen kann. [Neues Deutschland, 29.05.1948]
Kollokation:
in vergleichender Wort-/Nominalgruppe: etw. als (eine) Herabwürdigung empfinden

Thesaurus

Synonymgruppe
Diffamierung · Herabwürdigung · ↗Rufschädigung · ↗Schmähung · ↗Verleumdung · ↗Verunglimpfung  ●  ↗Diffamation  geh. · ↗Diffamie  geh.
Oberbegriffe
  • Ehrverletzung  ●  Ehrdelikt  fachspr., juristisch · Ehrverletzungsdelikt  fachspr., juristisch
Assoziationen
Synonymgruppe
Affront · ↗Beleidigung · ↗Diskreditierung · ↗Erniedrigung · Herabwürdigung · ↗Insult · ↗Kränkung · ↗Schimpf · ↗Verbalinjurie · ↗Verletzung · ↗Verunglimpfung · schwere Beleidigung  ●  Schlag ins Gesicht  fig.
Oberbegriffe
  • Ehrverletzung  ●  Ehrdelikt  fachspr., juristisch · Ehrverletzungsdelikt  fachspr., juristisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beleidigung DDR Gegner Hetze Institution Lehre Religion Symbol Türkentum Verbindungsaufnahme Verletzung anklagen bedrohen empfinden pauschal persönlich wehren öffentlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Herabwürdigung‹.

Zitationshilfe
„Herabwürdigung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Herabwürdigung>, abgerufen am 16.02.2019.

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