Herde, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Herde · Nominativ Plural: Herden
Aussprache
WorttrennungHer-de
Wortbildung mit ›Herde‹ als Erstglied: ↗Herdbuch · ↗Herdeninstinkt · ↗Herdenmensch · ↗Herdenschutz · ↗Herdentier · ↗Herdentrieb · ↗Herdenvieh · ↗herdenweise
 ·  mit ›Herde‹ als Letztglied: ↗Elefantenherde · ↗Hammelherde · ↗Jungtierherde · ↗Kuhherde · ↗Lämmerherde · ↗Menschenherde · ↗Rinderherde · ↗Schafherde · ↗Schafsherde · ↗Stammherde · ↗Viehherde
eWDG, 1969

Bedeutung

ziemlich große Gruppe von Tieren, Säugetieren gleicher Art, die meist zu einem landwirtschaftlichen Betrieb gehört
Beispiele:
eine Herde Rinder, Kühe, Schafe, Hammel, Ziegen, Elefanten
eine Herde mit Jungtieren
eine Herde hüten, zusammenhalten, auf die Weide treiben, bringen
die Herden weiden auf den Koppeln, Wiesen
die Herde läuft, zieht zu einem Gewässer
umgangssprachlich, abwertend wie eine Herde Schafe (= ungeordnet) laufen
der Hirte, das Leittier der Herde
bildlich (kirchliche) Gemeinde
Beispiel:
Der Glinski stampft die Kanzeltreppe hinauf ... dann überblickt er erstmal seine Herde [BobrowskiLevin51]
abwertend, übertragen unselbstständige Menschenmenge, die sich treiben lässt
Beispiele:
eine abgestumpfte Herde Menschen
Und wollen stark sein und nicht wie die Herde des gemeinen Volks daran zugrunde gehen [WeismantelRiemenschneider135]
Die meisten von der Mannschaft hatten sich wieder hingeworfen, eine abgestumpfte Herde, und erfüllten die Stille mit ihrem Schnarchen [CramerKonzessionen42]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Herde f. ‘Verband von Tieren’, übertragen ‘(kirchliche) Gemeinde von Schutzbefohlenen, willenlos treibende Menschenmenge’. Ahd. herta ‘Herde’ (um 1000), auch ‘Wechsel, Abwechslung’ (um 800), eigentlich wohl ‘Reihenfolge’, mhd. hert, nhd. (unter md.-nd. Einfluß) Herde, mnd. hērde, hirde, aengl. heord, engl. herd, anord. hjǫrð, schwed. hjord, got. haírda (germ. *herdō) vergleichen sich mit mkymr. cordd ‘Truppe, Schar, Familie’, lit. ker̃džius ‘erwachsener Oberhirt’, apreuß. kērdan (Akkusativ) ‘Zeit’ (eigentlich ‘Reihe, Reihenfolge’), aslaw. črěda ‘Ordnung, Reihe, Herde’, russ. čeredá (череда) ‘Reihe, Reihenfolge’, (landschaftlich) ‘Herde’, so daß ie. *kerdh- ‘Reihe, Herde’ angesetzt werden kann, daneben auch ie. *k̑erdh-, sofern (trotz semantischer Bedenken) aind. śárdha- ‘Macht, Stärke’ (woraus śárdhas- ‘Schar, Truppe’) hierher gehört. Nahe liegt auch Verwandtschaft mit griech. kórthys (κόρθυς) ‘Getreidehaufen, Garbe’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Clique · ↗Grüppchen · Herde · ↗Kolonne · ↗Pulk · ↗Rudel · ↗Runde · ↗Schar · ↗Schwarm · ↗Traube · ↗Trupp · bunte Truppe  ●  ↗Korona  ugs. · lustiger Verein  ugs., fig.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Gruppe (von Tieren) · Herde · ↗Koppel · ↗Meute · ↗Rotte · ↗Rudel · ↗Schule · ↗Schwarm · ↗Sprung · ↗Trupp
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vom sinnlosen Töten ganzer Herden halten wir hier nicht viel.
Die Welt, 03.04.2001
Da bietet die Vorsorge langfristig die einzige Chance, die Herden zu retten.
Der Tagesspiegel, 20.09.1999
Mit aller Macht kämpft sich das Rind zurück zu seiner Herde.
Süddeutsche Zeitung, 26.08.1998
Heute sind daraus Herden mit insgesamt mehr als tausend Tieren geworden.
o. A. [psa]: Moschusochse. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1986]
Wahrscheinlich konnte er deswegen nicht mit der Herde über die felsige Ebene ziehen.
Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 922
Zitationshilfe
„Herde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Herde>, abgerufen am 24.08.2019.

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