Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Hering, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Herings · Nominativ Plural: Heringe
Aussprache 
Worttrennung He-ring
Wortbildung  mit ›Hering‹ als Erstglied: Heringsbändiger · Heringsfang · Heringsfass · Heringsfilet · Heringsfischer · Heringsfänger · Heringshai · Heringskönig · Heringslake · Heringslogger · Heringsmilch · Heringsmöwe · Heringsnetz · Heringssalat · Heringsschwanz · Heringsschwarm · Heringsstipp · Heringstonne
 ·  mit ›Hering‹ als Letztglied: Bismarckhering · Brathering · Delikatesshering · Fetthering · Jungfernhering · Lachshering · Magerhering · Matjeshering · Pickelhering · Räucherhering · Sahnehering · Salzhering · Vollhering
eWDG

Bedeutungen

1.
in weiten Teilen des Nordatlantiks vorkommender wichtigster Speisefisch von einer Länge bis zu 40 Zentimetern, der einen grünlich-blauen Rücken und silberglänzende Seiten hat und in Schwärmen auftritt
Beispiele:
Heringe fangen, ausnehmen, entgräten, räuchern, einsalzen, wässern, pökeln, marinieren, zu Konserven, zu Marinaden verarbeiten
grüne, frische, gesalzene Heringe
geräucherter, gepökelter, saurer, marinierter Hering
umgangssprachlich, scherzhaft
Beispiele:
sie saßen, standen (gedrängt), waren geschichtet wie die Heringe (= dicht gedrängt)
seit drei Jahren sitzen wir in dieser Bude wie die Heringe zusammengepfercht [ Tageszeitung1957]
2.
umgangssprachlich, spöttisch, übertragen schmächtiger Mann, Bursche
Beispiele:
so ein Hering!
er ist ein langweiliger Hering
Er ist und bleibt ein magerer Hering [ RemarqueIm Westen7]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hering m. Der sonst nur westgerm. belegte Name für den artenreichen, im Meer lebenden und in Schwärmen auftretenden Speisefisch ist am frühesten in dem Lehnwort spätlat. aringus bezeugt. Im Westgerm. findet er sich in den zwei ablautenden Formen ahd. hāring (9. Jh.), mhd. hærinc, mnd. mnl. hārinc, nl. haring, aengl. hǣring, hēring, engl. herring (germ. *hēringa-) und ahd. (10. Jh.), asächs. hering, mhd. herinc, mnd. mnl. hērinc (germ. *haringa-). Im Nordgerm. heißt der Fisch anord. sīld, norw. dän. sild (woraus nhd. Sild ‘in Tunke eingelegter Hering’), schwed. sill. Die Herkunft des westgerm. Namens ist nicht geklärt. Deutungsversuche, die Hering mit nl. haar in einer Bedeutung ‘Gräte’ oder mit aengl. hār ‘grau’ (s. hehr), schließlich auch mit lat. procērus ‘schlank’ in Verbindung bringen, sind nicht überzeugend. In spöttischem Sinne bezeichnet Hering einen ‘schmächtigen Menschen’ (19. Jh.); nach der Ähnlichkeit mit der Gestalt des Fisches steht Hering auch für ‘Zeltpflock’ (Ende 19. Jh.); scherzhaft wie die Heringe (‘dichtgedrängt’) stehen, sitzen (18. Jh.), nach der dichten Lagerung der Heringe im Faß.

Typische Verbindungen zu ›Hering‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hering‹.

Familie Fisch Ostsee Volksnahrungsmittel dünn eingelegt essen fangen fischen frisch gebraten geräuchert gesalzen gewässert grün jungfräulich kaufen mariniert nordhessisch osthessisch sauer servieren tot verbilligen verrückt

Verwendungsbeispiele für ›Hering‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun machen die Heringe die Wendung in die ursprüngliche Richtung ihres Zuges. [Kisch, Egon Erwin: Der rasende Reporter, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1925], S. 204]
Wahrscheinlich waren ihr die Heringe zu kalt, da hat sie sie eben in die Pfanne gelegt. [Die Zeit, 22.09.2005, Nr. 39]
Die Heringe waren so mild, dass das Huhn auch noch zu schmecken war. [Süddeutsche Zeitung, 05.07.2004]
Hering hofft, daß der Bau bis Ende 2000 fertiggestellt ist. [Süddeutsche Zeitung, 22.05.1999]
Alles fing damit an, daß sein Vater versuchte, einen Hering zu braten. [Süddeutsche Zeitung, 20.10.1998]
Zitationshilfe
„Hering“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hering#1>.

Weitere Informationen …

Hering, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Herings · Nominativ Plural: Heringe
Aussprache 
Worttrennung He-ring
Wortbildung  mit ›Hering‹ als Letztglied: Zelthering
eWDG

Bedeutung

Metallpflock oder Holzpflock, der in die Erde geschlagen wird und zur Befestigung der Zeltschnüre dient, Zeltpflock
Beispiele:
die Zeltbahn an den Heringen festschnüren
sie schlugen die Heringe ihrer luftigen Leinwandhäuser in den Boden [ Tageszeitung1965]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hering m. Der sonst nur westgerm. belegte Name für den artenreichen, im Meer lebenden und in Schwärmen auftretenden Speisefisch ist am frühesten in dem Lehnwort spätlat. aringus bezeugt. Im Westgerm. findet er sich in den zwei ablautenden Formen ahd. hāring (9. Jh.), mhd. hærinc, mnd. mnl. hārinc, nl. haring, aengl. hǣring, hēring, engl. herring (germ. *hēringa-) und ahd. (10. Jh.), asächs. hering, mhd. herinc, mnd. mnl. hērinc (germ. *haringa-). Im Nordgerm. heißt der Fisch anord. sīld, norw. dän. sild (woraus nhd. Sild ‘in Tunke eingelegter Hering’), schwed. sill. Die Herkunft des westgerm. Namens ist nicht geklärt. Deutungsversuche, die Hering mit nl. haar in einer Bedeutung ‘Gräte’ oder mit aengl. hār ‘grau’ (s. hehr), schließlich auch mit lat. procērus ‘schlank’ in Verbindung bringen, sind nicht überzeugend. In spöttischem Sinne bezeichnet Hering einen ‘schmächtigen Menschen’ (19. Jh.); nach der Ähnlichkeit mit der Gestalt des Fisches steht Hering auch für ‘Zeltpflock’ (Ende 19. Jh.); scherzhaft wie die Heringe (‘dichtgedrängt’) stehen, sitzen (18. Jh.), nach der dichten Lagerung der Heringe im Faß.

Typische Verbindungen zu ›Hering‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hering‹.

Familie Fisch Ostsee Volksnahrungsmittel dünn eingelegt essen fangen fischen frisch gebraten geräuchert gesalzen gewässert grün jungfräulich kaufen mariniert nordhessisch osthessisch sauer servieren tot verbilligen verrückt

Verwendungsbeispiele für ›Hering‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun machen die Heringe die Wendung in die ursprüngliche Richtung ihres Zuges. [Kisch, Egon Erwin: Der rasende Reporter, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1925], S. 204]
Wahrscheinlich waren ihr die Heringe zu kalt, da hat sie sie eben in die Pfanne gelegt. [Die Zeit, 22.09.2005, Nr. 39]
Die Heringe waren so mild, dass das Huhn auch noch zu schmecken war. [Süddeutsche Zeitung, 05.07.2004]
Hering hofft, daß der Bau bis Ende 2000 fertiggestellt ist. [Süddeutsche Zeitung, 22.05.1999]
Alles fing damit an, daß sein Vater versuchte, einen Hering zu braten. [Süddeutsche Zeitung, 20.10.1998]
Zitationshilfe
„Hering“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hering#2>.

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