Hermelin, das oder der

Grammatik Substantiv (Neutrum, Maskulinum) · Genitiv Singular: Hermelins · Nominativ Plural: Hermeline
Aussprache 
Worttrennung Her-me-lin
Wortbildung  mit ›Hermelin‹ als Erstglied: ↗Hermelinkragen
eWDG

Bedeutungen

1.
in Nordeuropa, Mitteleuropa und Nordamerika vorkommendes, zu den Mardern gehörendes Raubtier, dessen Fell im Winter weiß, im Sommer auf der Oberseite rötlich-braun ist und als wertvolles Pelzwerk sehr begehrt ist, Großes Wiesel
Grammatik: Genus Neutrum
Beispiel:
das Hermelin trägt jetzt sein weißes Winterkleid
2.
Pelz von 1
Grammatik: Genus Maskulinum
Beispiele:
der Mantel, das Kleid ist mit Hermelin besetzt
ein Kragen aus Hermelin
saß sie da in einer schwarzen Samtrobe, die mit Hermelin ausgeschlagen war [ B. FrankTrenck78]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hermelin n. Wiesel mit weißem Fell im Winter und rötlichbraunem im Sommer, als Mask. auch Bezeichnung für den Pelz des sibirischen Wiesels, ahd. harmilo (11. Jh.), harmilī(n) (Hs. 12. Jh.), hermel (Hs. 13. Jh.) ‘Wiesel, Hermelin’, mhd. mnd. hermelīn ‘Hermelin(pelz)’, nhd. (als fremdes Wort empfunden und daher endbetont) Hermelin ist Deminutivum zu einem in ahd. harmo ‘Wiesel, Hermelin’ (9. Jh.), harm (11. Jh.), mhd. harm(e), asächs. harmo, mnd. harm, aengl. hearma ‘Maus?, Wiesel?’ belegten Substantiv. Außergerm. verwandt sind lit. šarmuõ ‘wilde Katze, Hermelin, Wiesel’, (ablautend) šermuõ ‘Hermelin, Wiesel’, šar̃mas ‘Reif, gefrorener Tau’, šir̃mas ‘(blau)grau, grauschimmelig’, lett. sermulis ‘Hermelin’, rätoroman. carmún ‘Wiesel’. Zu erschließen ist ie. *k̑ormen- ‘Hermelin, Wiesel’, eine Bildung zur Farbwurzel ie. *ker-, *k̑er- für dunkle, schmutzige und graue Farbtöne.

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Großes Wiesel · Hermelin · Kurzschwanzwiesel  ●  Mustela erminea  fachspr., lat.
Oberbegriffe
Biologie
Synonymgruppe
Kamille  ●  Drudenkraut  ugs. · Hermel  ugs. · Hermelin  ugs. · Hermünzel  ugs. · ↗Mutterkraut  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Hermelin · Hermelinfell
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Hermelin‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hermelin‹.

Verwendungsbeispiele für ›Hermelin‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Abende, sie werden wieder länger, und festlich glänzt das Fell des Hermelins.
Die Zeit, 06.01.1986, Nr. 01
Dabei wurde festgestellt, dass der weiße Hermelin sich rot verfärbt hatte.
Süddeutsche Zeitung, 25.11.1999
Ich sah den Kaiser in die Oper gehen; der Hermelin war diesem Mann zu weit.
Tucholsky, Kurt: Die blonde Dame singt. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919]
Über einer Sessellehne hing ein Kindermantel von sehr leichtem Hermelin.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 276
Von den üppigen, tief entblößten Schultern wallte in königlichen Falten ein Mantel weißen Hermelins.
Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2592
Zitationshilfe
„Hermelin“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hermelin>, abgerufen am 24.02.2021.

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