Herrlichkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Herrlichkeit · Nominativ Plural: Herrlichkeiten
Aussprache
WorttrennungHerr-lich-keit (computergeneriert)
Wortzerlegungherrlich-keit
Wortbildung mit ›Herrlichkeit‹ als Letztglied: ↗Burschenherrlichkeit
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Großartigkeit
entsprechend der Bedeutung von herrlich
Beispiele:
die Herrlichkeit der Natur, Vegetation, Aussicht, eines Kunstwerkes
eine versunkene Herrlichkeit
alle Herrlichkeiten betrachten, bewundern
spöttisch die Herrlichkeit hat nicht lange gedauert
spöttisch das war das Ende der Herrlichkeit
spöttisch die Herrlichkeit war aus, vorbei
2.
ohne Artikel
historisch
Beispiele:
Euer Herrlichkeit (= Anrede für eine hohe Persönlichkeit)
Halten Euer Herrlichkeit es für so unmöglich, daß Böhmen dem allgemeinen Besten zuliebe einwilligen könnte [TralowKepler231]
Gefällt es Eurer Herrlichkeit, Lordmarschall, / Bei Ihro Majestät mich einzuführen [SchillerStuartIV 2]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

herrlich · Herrlichkeit
herrlich Adj. ‘hervorragend, ausgezeichnet’, ahd. hērlīh (um 1000), mhd. hērlich (daneben md. hirlich, herrelich), asächs. mnd. hērlīk, mnl. heerlijc, nl. heerlijk ist ursprünglich Ableitung von dem unter ↗hehr (s. d.) angeführten Adjektiv, wird jedoch schon im Ahd. vereinzelt mit hē̌r(r)o (s. ↗Herr) in Verbindung gebracht. Der Anschluß an Herr zeigt sich seit mhd. Zeit auch in der Form (Kürzung des Stammvokals und Doppelkonsonanz), obwohl andererseits weiterhin Schreibungen wie hehrlich (16. Jh.) und herlich (19. Jh.) auf die lautliche und inhaltliche Nähe von hehr verweisen. herrlich bedeutet zunächst ähnlich wie hehr soviel wie ‘erhaben, hervorragend’, nimmt unter Einfluß von Herr im Mhd. und Frühnhd. auch den Sinn ‘herrenmäßig, herrisch’ an und ist in der Sprache der Gegenwart Ausdruck für ‘in hohem Maße als gut oder schön empfunden’. Herrlichkeit f. ‘Großartigkeit’, mhd. hērlīcheit, mnd. hērlichēt, herrlich(c)eit. Mnd. und mhd. seit dem 14. Jh. insbesondere rechtssprachlich im Sinne von ‘Gesamtheit der Herrschaftsrechte, Gerichtsbarkeit’, ferner ‘Herrschaftsgebiet’ und nhd. in respektvoller Anrede Eure Herrlichkeit (17. Jh., für lat. exellentia und dignitās).

Thesaurus

Synonymgruppe
Glanz · Herrlichkeit · ↗Pomp · ↗Pracht · ↗Protz · ↗Prunk
Assoziationen
Synonymgruppe
Herrlichkeit · ↗Pracht · ↗Ruhm  ●  Glanz und Gloria  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abglanz Erde Ewigkeit Glanz Gnade Gott Güte Kraft Macht Offenbarung Paradies Pracht Reich Schöpfung Thron Zauber auferstehen barock einstig erstrahlen ewig göttlich himmlisch irdisch kolonial künden märchenstill ungeahnt untergegangen versunken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Herrlichkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch mit seiner Herrlichkeit war es elf Jahre später schon vorbei.
Süddeutsche Zeitung, 20.07.2002
Doch statt der beabsichtigten 99 währte die deutsche Herrlichkeit lediglich siebzehn Jahre.
Der Tagesspiegel, 26.03.1998
Ein Moment von L. verbindet sich mit dem Begriff der Herrlichkeit Gottes, jedoch nicht immer.
Aalen, S.: Licht und Finsternis. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 29400
Denn keine Herrlichkeit der Erde ließ sich denken, die dort nicht zu finden war.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 389
Natürlich ging es nicht, die Herrlichkeit hatte nach zwei Jahren ein Ende.
Richter, Alfred: Aus Leipzigs musikalischer Glanzzeit, Erinnerungen eines Musikers. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 43871
Zitationshilfe
„Herrlichkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Herrlichkeit>, abgerufen am 19.01.2019.

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