Herzogtum, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Herzogtums · Nominativ Plural: Herzogtümer
Aussprache
WorttrennungHer-zog-tum (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

von einem Herzog regiertes Land
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Herzog · herzoglich · Herzogtum
Herzog m. Würde und Titel eines Angehörigen des Hochadels, eines Fürsten. Ahd. herizoho (8. Jh.), herizogo (um 1000), mhd. herzoge, asächs. heritogo, mnd. hē̌rtoch, mnl. hertōghe, nl. hertog, aengl. heretoha, heretoga, anord. (spät) hertogi, hertugi sind Zusammensetzungen aus germ. *harja- (s. ↗Heer) und *tuhan- bzw. (mit grammatischem Wechsel) *tugan-, Nomina agentis zu dem unter ↗ziehen (s. d.) behandelten Verb, die ‘Führer’ (lat. dux, Tacitus) bedeutet haben müssen. Offen bleibt die Frage, ob es sich (zumindest im Westgerm.) um eigenständige germ. Kompositionsformen handelt oder, wie E. Schröder meint, um junge Nachbildungen eines got. *harjatuga bzw. *harjataúha, das Wiedergabe von griech. stratēgós (στρατηγός) (s. ↗Stratege) oder stratēlátēs (στρατηλάτης) wäre; vgl. die Literaturangaben in der Darstellung von Kahl in: Zs. d. Savigny-Stiftung f. Rechtsgesch., Germ. Abt. 77 (1960) 164 f., Anm. 27. Die Bedeutung ‘(gewählter) Heerführer im Kriege’ begegnet noch im Ahd.; seit karolingischer Zeit ist der Herzog zugleich der anerkannte Führer in Friedenszeiten, und die Herzöge der großen Stämme werden zu Reichsfürsten. Vgl. auch Erzherzog (15. Jh.), Großherzog (16. Jh.) herzoglich Adj. ‘einen Herzog, seinen Stand betreffend’ (17. Jh.); älter herzogisch (16. Jh.). Herzogtum n. ‘Territorium, Herrschaftsbereich, Würde eines Herzogs’, ahd. herizog(en)tuom (11. Jh.), mhd. herzogentuom.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bistum Einverleibung Erbfolge Erwerbung Fürstentum Grafschaft Großherzogtum Kanzler Krone Kurfürstentum Königreich Lauenburg Markgrafschaft Ordensstaat Pfalz-zweibrücke Preuße Reformation Reichsstadt Residenzstadt Schwabe belehnen einverleiben erblich erlöschen gehörend gleichnamig schlesisch selbständig sächsisch weltlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Herzogtum‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von den seit alters unzertrennlichen Herzogtümern gehörte nur Holstein zum Deutschen Bund.
Die Zeit, 05.02.1998, Nr. 7
Noch sei er bereit abzudanken und sich für immer zurückzuziehen, wenn er nur seine Herzogtümer behalten dürfe.
Mann, Golo: Das Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1730
In allen übrigen Orten des einstigen Herzogtums ist das Fest längst in Vergessenheit geraten.
Süddeutsche Zeitung, 24.08.2002
Im Januar 787 marschierte er in das süditalische Herzogtum ein.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 3606
In diesem Jahre fand es mit dem Eintritt des Herzogtums in den Norddeutschen Bund seinen Abschluß.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1936, S. 461
Zitationshilfe
„Herzogtum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Herzogtum>, abgerufen am 11.11.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Herzogswürde
Herzogskrone
Herzogshut
Herzogsbanner
herzoglich
Herzoperation
Herzpatient
Herzperiode
Herzpräparat
Herzproblem