Heuchelei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Heuchelei · Nominativ Plural: Heucheleien
Aussprache
WorttrennungHeu-che-lei (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

abwertend Vortäuschung, Verstellung
Beispiele:
dieses Seufzen war (nichts als) Heuchelei
etw. als Heuchelei auffassen
in ihrem Tun lag keine Heuchelei
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

heucheln · Heuchelei · Heuchler · heuchlerisch
heucheln Vb. ‘sich verstellen, unaufrichtig, scheinheilig reden und handeln’ (16. Jh., Luther), mnd. hǖchelen (16. Jh.). Herkunft ungeklärt. Vielleicht ist das Verb als eine Iterativbildung zu mhd. (md.) hūchen ‘kauern, sich ducken, einschrumpfen’, mnd. hūken ‘sich mit gebeugten Knien tief herablassen’ (s. ↗hocken) aufzufassen mit einer Ausgangsbedeutung ‘sich klein, unterwürfig, übertrieben demütig zeigen’. Oder man erschließt (mit Kluge ²¹306) für heucheln im Sinne von ‘einen falschen Schein erwecken’ ein Intensivum ahd. *hiwihhōn ‘scheinen’ in Hinblick auf got. hiwi ‘Gestalt, Aussehen’, aengl. hēow, hēw, engl. hue ‘Erscheinung, Form, Farbe’, anord. ‘Flaum, Gesichtsfarbe’, schwed. hy ‘Gesichtsfarbe, Teint’, so daß Anschluß an die unter ↗hehr (s. d.) genannte Wurzel ie. *k̑ei- in Farbbezeichnungen (meist für dunkle Farben) möglich ist. Heuchelei f. ‘falsche, unaufrichtige Art zu reden oder zu handeln, Unaufrichtigkeit’ (16. Jh.). Heuchler m. ‘unaufrichtiger, scheinheiliger Mensch’ (16. Jh.). heuchlerisch Adj. ‘falsch, unaufrichtig, schöntuerisch’ (16. Jh.), daneben auch heuch(e)lisch (16./17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Heuchelei · ↗Hypokrisie · ↗Verstellung · ↗Vortäuschung
Synonymgruppe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bigotterie Doppelmoral Doppelzüngigkeit Dummheit Falschheit Feigheit Gipfel Ignoranz Lüge Niedertracht Opportunismus Pharisäertum Prüderie Schamlosigkeit Scheinheiligkeit Selbstbetrug Selbstgerechtigkeit Unaufrichtigkeit Unehrlichkeit Verleumdung Verlogenheit Verstellung Zynismus bezichtigen blank bodenlos entlarven grenzen pur unerträglich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Heuchelei‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Heuchelei, die hier betrieben wird, finde ich zumindest fragwürdig.
Der Tagesspiegel, 03.11.2000
Haben nicht die Medien mit Recht dieses Vorgehen als Heuchelei bewertet?
Süddeutsche Zeitung, 25.09.1999
Auf diese krämerhafte Heuchelei wollen wir hier nicht noch einmal eingehen.
Meisel-Hess, Grete: Die sexuelle Krise. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8652
Denn wer für das Recht kämpft, hat immer recht gegen Lüge und Heuchelei!
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 54
Das schlimmste Resultat einer solchen “Erziehung zum guten Benehmen“ wäre die Heuchelei.
Ichenhäuser, Ernst Z.: Erziehung zum guten Benehmen, Berlin: Volk u. Wissen 1983, S. 0
Zitationshilfe
„Heuchelei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Heuchelei>, abgerufen am 22.10.2018.

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