Hieb, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hieb(e)s · Nominativ Plural: Hiebe
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Hieb‹ als Erstglied: ↗Hiebwaffe · ↗hiebfest · ↗hiebreif
 ·  mit ›Hieb‹ als Letztglied: ↗Axthieb · ↗Beilhieb · ↗Degenhieb · ↗Fausthieb · ↗Geißelhieb · ↗Gertenhieb · ↗Kahlhieb · ↗Klingenhieb · ↗Kolbenhieb · ↗Lufthieb · ↗Peitschenhieb · ↗Prankenhieb · ↗Seitenhieb · ↗Säbelhieb

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Schlag
    1. [umgangssprachlich] Prügel
    2. [Forstwesen] das Fällen
    3. [übertragen] ...
  2. 2. [landschaftlich, salopp] Schluck
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Schlag
Beispiele:
ein klatschender, kräftiger, scharfer, sausender Hieb
jmdm. einen Hieb versetzen
zum Hieb ausholen
jmdn. trifft ein Hieb
Mit einem scharfen Hieb (= Biss) hatte mir die Schlange die Zähne in die Kniekehle geschlagen [ FusseneggerAntlitz104]
umgangssprachlich Prügel
Grammatik: nur im Plural
Beispiele:
Hiebe bekommen
Nächstens gibt's Hiebe [ H. W. RichterSpuren263]
Forstwesen das Fällen
Beispiel:
Künftig sollen alle schlagreifen Kiefernstämme vor dem Hieb ... zur Harzentnahme verwendet werden [ Natur u. Heimat1957]
übertragen
Beispiele:
sein Vergleich war ein deutlicher Hieb (= Anspielung) auf seinen Vorredner
landschaftlich, salopper hat einen kleinen Hieb (= ist nicht ganz zurechnungsfähig)
Selbstverständlich ist es nicht sicher, daß man gleich auf den ersten Hieb (= gleich beim ersten Mal) einen solchen Erfolg herausholt [ St. ZweigBalzac387]
2.
landschaftlich, salopp Schluck
Beispiele:
Fiedel Fimpel hat Zeit genug, noch einen Hieb aus der Flasche zu schlürfen [ StrittmatterTinko200]
sein Hieb (= Schwips) hatte ihn nicht gehindert, meinen Rucksack dort einfach mitzunehmen [ CarossaJahr257]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hieb m. ‘Schlag, Streich’ (mit einem Schlagwerkzeug, mit einer blanken Waffe), aus dem Präteritum des starken Verbs ↗hauen (s. d.) rückgebildet und älteres gleichbed. Hau (mhd. hou) verdrängend. In seinen frühen Bezeugungen (15. Jh.) bezeichnet Hieb zunächst das Recht, in einem bestimmten Waldgebiet Holz zu schlagen, und wird danach vor allem ein Ausdruck der Fechtersprache, aus der auch die geläufige Wendung hieb- und stichfest ‘gesichert gegen Hieb- und Stichwaffen’, übertragen ‘unanfechtbar, stichhaltig’, stammt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Hieb · ↗Schlag · ↗Stoß
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Block · ↗Wohnbezirk · ↗Wohnblock · ↗Wohngebiet · ↗Wohngegend · ↗Wohnquartier  ●  ↗Wohnviertel  Hauptform · Barrio  fachspr., Jargon, spanisch · ↗Grätzel  ugs., wienerisch · ↗Grätzl  ugs., wienerisch · Hieb  ugs., wienerisch · ↗Kiez  ugs., berlinerisch · Veedel  ugs., kölsch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Hieb‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hieb‹.

Verwendungsbeispiele für ›Hieb‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und ausgerechnet den trifft, wie aus dem Nichts, dieser fürchterliche Hieb.
Die Welt, 07.03.2005
Er holte ein Beil, schlug sie nieder - mit 31 Hieben!
Bild, 18.03.2003
Sein Arm ist an den Hieben ermattet, sie schmerzten nicht mehr.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 266
Wegen eines dritten Vergehens habe er nochmals 50 Hiebe erhalten.
Friedländer, Hugo: Die Vorkommnisse in der Fürsorgeanstalt Mieltschin. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 22009
Er knickte unter dem Hiebe ein und rettete so sein Leben.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 197
Zitationshilfe
„Hieb“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hieb>, abgerufen am 24.10.2020.

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