Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Hierarchie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hierarchie · Nominativ Plural: Hierarchien
Aussprache 
Worttrennung Hie-rar-chie · Hier-ar-chie
Wortbildung  mit ›Hierarchie‹ als Erstglied: Hierarchieebene · Hierarchiestufe · hierarchisch · hierarchisieren
 ·  mit ›Hierarchie‹ als Letztglied: Beamtenhierarchie · Feudalhierarchie · Geschlechterhierarchie · Gewerkschaftshierarchie · Lohnhierarchie · Parteihierarchie · Weihehierarchie · Zielhierarchie
Herkunft zu hierarchíagriech (ἱεραρχία) ‘geistliche Obergewalt, Amt des obersten Geistlichen’ < hierósgriech (ἱερός) ‘heilig, einem Gott geweiht, göttlich’ + árcheingriech (ἄρχειν) ‘der erste sein, vorangehen, anfangen, herrschen’
eWDG

Bedeutungen

1.
Gesamtheit der Priester, Priesterschaft
Beispiele:
[er] habe endlich die Kirche Englands aus den Fesseln einer herrschsüchtigen Hierarchie erlöst [ ZuchardtStunde66]
Der König … / nickt hin zum Adel und zur Hierarchie [ WeinertRufe345]
2.
strenge Rangordnung, Stufenordnung
Beispiele:
die katholische, kirchliche, staatliche Hierarchie
auch in unserem Ort gab es eine feststehende Hierarchie [ H. W. RichterSpuren8]
für einen Tag tritt der bescheidene Grouchy aus der militärischen Hierarchie in die Weltgeschichte [ St. ZweigSternstunden8]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hierarchie · hierarchisch
Hierarchie f. ‘kirchliche Rangordnung, Gesamtheit der in der kirchlichen Rangordnung Stehenden, Priesterschaft’, auch ‘Priesterherrschaft’, dann allgemein ‘Rang-, Stufenfolge, nach Abhängigkeit geordnetes System’. Kirchensprachliches mlat. hierarchia ‘heilige Ordnung’ wird im 17. Jh. in dt. Texte aufgenommen und bald (1. Hälfte 18. Jh.) zu Hierarchie eingedeutscht. Zugrunde liegt griech. hierarchía (ἱεραρχία) ‘geistliche Obergewalt, Amt des obersten Geistlichen’, vgl. griech. hierós (ἱερός) ‘heilig, einem Gott geweiht, göttlich’ und árchein (ἄρχειν) ‘der erste sein, vorangehen, anfangen, herrschen’. – hierarchisch Adj. ‘den Priesterstand und seine Rangordnung betreffend, nach Rangstufen geordnet, streng gegliedert’ (19. Jh.); vgl. mlat. hierarchicus, griech. hierarchikós (ἱεραρχικός).

Thesaurus

Synonymgruppe
Baumstruktur · Hierarchie · Rangordnung · Stufenordnung · hierarchischer Aufbau
Synonymgruppe
(Zustand von) Über- und Unterordnung · Hierarchie
Synonymgruppe
Hierarchie · Machtverhältnis
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Hierarchie‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hierarchie‹.

Verwendungsbeispiele für ›Hierarchie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit der Hierarchie im Hause hatte er wenig im Sinn. [Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 62]
Aus dieser Hierarchie ergab sich der Begriff des höchsten Gutes. [Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 629]
Sie ist der verlängerte Arm der Hierarchie im öffentlichen Leben. [Steck, K. G.: Pius XI. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 26525]
Männer dagegen erleben die Welt als System von Hierarchien, in dem es gilt, einen guten Platz zu erobern. [Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 132]
Dabei ist Status nicht Macht, und Macht ist nicht Hierarchie. [Die Zeit, 27.05.1999, Nr. 22]
Zitationshilfe
„Hierarchie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hierarchie>.

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