Hippe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hippe · Nominativ Plural: Hippen
Aussprache
WorttrennungHip-pe
Wortbildung mit ›Hippe‹ als Letztglied: ↗Gartenhippe
eWDG, 1969

Bedeutung

veraltet Messer mit sichelförmiger Klinge
Beispiel:
von der Klinge seines Schwertes, wie von einer geschliffenen Hippe, ging ein Blitzen aus [Lernet-HoleniaMaltravers171]
bildlich Sense des Todes
Beispiel:
um uns anzusehen, wie ... der Tod mit der Hippe nickte [TucholskyRheinsberg211]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hippe1 f. ‘Messer mit sichelförmiger Klinge’ (in der Holzwirtschaft, dann im Garten- und Weinbau) ist die omd. Form, die Luther in seiner Bibelübersetzung für griech. drépanon (δρέπανον) ‘Sichel, krummes Schwert’ verwendet und damit in die Schriftsprache einführt. Mundartliches Heppe ist aus ahd. hā̌bba, hā̌ppa, hebba, heppa (10./11. Jh.), mhd. happe, hep(p)e ‘Gärtner-, Winzermesser, Sichel’ (vgl. auch mnd. mnl. hēpe, nl. heep) hervorgegangen; es kann daher germ. *hā̌ƀjō, *hē̌ƀjō (neben *habbō mit expressiver Doppelung) als Werkzeugname erschlossen werden. Der auffällige Vokalwechsel mag affektischen Ursprungs sein. Außergerm. vergleichen sich griech. kopís (κοπίς) ‘Schlachtmesser’, lit. kàpti ‘hauen, fällen’, kapóti ‘hacken, hauen’, kapõnė ‘Haue, Spitzhacke, Schlichtbeil’, kaplȳs ‘Haue, Spitzhacke’, aslaw. kopati ‘graben, (das Feld) bestellen’, kopịje ‘Lanze, Speer’, russ. kopát’ (копать) ‘graben, hacken, hauen’, kop’ë (копьё) ‘Lanze’. Eine Rückführung auf ie. *(s)kē̌p-, *(s)kō̌p-, *(s)kā̌p- ‘mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten’ (wozu auch ↗Schaft und ↗schaben, s. d.) ist möglich. Im Mittelalter wird der Tod häufig mit der Sense dargestellt, aber erst Dichter des 18. Jhs. gebrauchen Hippe ‘Sense’ als Attribut des Todes.

Hippe2 f. ‘Ziege’, auch Heppe, in md. und obd. Mundarten. Dazu das Deminutivum Hipplein,, Hepplein,, Hippel ‘junge Ziege’. Wohl hervorgegangen aus einem affektisch verschärften Lockruf als Weiterbildungen eines alten Wortes für ‘(Ziegen)bock’ wie aengl. hæfer, anord. hafr und außergerm. lat. caper ‘Ziegenbock’, griech. kápros (κáπρος) ‘Eber, Wildschwein’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bock · ↗Geiß · ↗Geißbock · ↗Ziege · ↗Ziegenbock  ●  Hippe  regional
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Bharal · Blauschaf · Nahur  ●  Pseudois nayaur  fachspr., lat., griechisch
Synonymgruppe
Hippe · Sichelmesser
Synonymgruppe
Fladenkuchen  ●  Hippe  regional
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Furie · ↗Zicke · zänkisches Weib  ●  ↗Besen  ugs. · ↗Drachen  ugs. · ↗Gewitterziege  ugs. · ↗Giftnudel  ugs. · ↗Hausdrachen  ugs. · Hippe  ugs. · ↗Kratzbürste  ugs. · ↗Krähe  ugs. · Meckertante  ugs. · ↗Meckerziege  ugs. · ↗Megäre  geh., bildungssprachlich · ↗Schlange  ugs. · ↗Xanthippe  geh. · ↗Zimtzicke  ugs., ruhrdt. · ↗Zippe  ugs. · boshaftes Weibsstück  ugs. · feuerspeiender Drache  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor elf Uhr abends verlässt Hippe sein neues Büro kaum.
Süddeutsche Zeitung, 11.07.2002
Die Rede von Hippe kennt er nicht, persönlich haben sie sich noch nie gesprochen.
Die Zeit, 14.04.2005, Nr. 16
Frau Hippe dankte der Mutter, dann holte sie Mann und Sohn.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 33668
Zum Herstellen kleinerer Teilstücke benutzt man ein scharfes Messer (Hippe).
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 314
Zweige, die nicht mehr als 4 cm Durchmesser haben, schneiden wir mit einem scharfen und kräftigen Gartenmesser (Hippe) weg.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 185
Zitationshilfe
„Hippe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hippe#1>, abgerufen am 17.02.2019.

Weitere Informationen …

Hippe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hippe · Nominativ Plural: Hippen
Aussprache
WorttrennungHip-pe
eWDG, 1969

Bedeutung

landschaftlich, (besonders) mitteldeutsch Ziege
Beispiel:
Vielleicht leg' ich mir nächstens noch eine Hippe zu [MarchwitzaJugend226]
Schimpfwort streitsüchtige Frau
Beispiel:
so eine alte Hippe!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hippe1 f. ‘Messer mit sichelförmiger Klinge’ (in der Holzwirtschaft, dann im Garten- und Weinbau) ist die omd. Form, die Luther in seiner Bibelübersetzung für griech. drépanon (δρέπανον) ‘Sichel, krummes Schwert’ verwendet und damit in die Schriftsprache einführt. Mundartliches Heppe ist aus ahd. hā̌bba, hā̌ppa, hebba, heppa (10./11. Jh.), mhd. happe, hep(p)e ‘Gärtner-, Winzermesser, Sichel’ (vgl. auch mnd. mnl. hēpe, nl. heep) hervorgegangen; es kann daher germ. *hā̌ƀjō, *hē̌ƀjō (neben *habbō mit expressiver Doppelung) als Werkzeugname erschlossen werden. Der auffällige Vokalwechsel mag affektischen Ursprungs sein. Außergerm. vergleichen sich griech. kopís (κοπίς) ‘Schlachtmesser’, lit. kàpti ‘hauen, fällen’, kapóti ‘hacken, hauen’, kapõnė ‘Haue, Spitzhacke, Schlichtbeil’, kaplȳs ‘Haue, Spitzhacke’, aslaw. kopati ‘graben, (das Feld) bestellen’, kopịje ‘Lanze, Speer’, russ. kopát’ (копать) ‘graben, hacken, hauen’, kop’ë (копьё) ‘Lanze’. Eine Rückführung auf ie. *(s)kē̌p-, *(s)kō̌p-, *(s)kā̌p- ‘mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten’ (wozu auch ↗Schaft und ↗schaben, s. d.) ist möglich. Im Mittelalter wird der Tod häufig mit der Sense dargestellt, aber erst Dichter des 18. Jhs. gebrauchen Hippe ‘Sense’ als Attribut des Todes.

Hippe2 f. ‘Ziege’, auch Heppe, in md. und obd. Mundarten. Dazu das Deminutivum Hipplein,, Hepplein,, Hippel ‘junge Ziege’. Wohl hervorgegangen aus einem affektisch verschärften Lockruf als Weiterbildungen eines alten Wortes für ‘(Ziegen)bock’ wie aengl. hæfer, anord. hafr und außergerm. lat. caper ‘Ziegenbock’, griech. kápros (κáπρος) ‘Eber, Wildschwein’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bock · ↗Geiß · ↗Geißbock · ↗Ziege · ↗Ziegenbock  ●  Hippe  regional
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Bharal · Blauschaf · Nahur  ●  Pseudois nayaur  fachspr., lat., griechisch
Synonymgruppe
Hippe · Sichelmesser
Synonymgruppe
Fladenkuchen  ●  Hippe  regional
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Furie · ↗Zicke · zänkisches Weib  ●  ↗Besen  ugs. · ↗Drachen  ugs. · ↗Gewitterziege  ugs. · ↗Giftnudel  ugs. · ↗Hausdrachen  ugs. · Hippe  ugs. · ↗Kratzbürste  ugs. · ↗Krähe  ugs. · Meckertante  ugs. · ↗Meckerziege  ugs. · ↗Megäre  geh., bildungssprachlich · ↗Schlange  ugs. · ↗Xanthippe  geh. · ↗Zimtzicke  ugs., ruhrdt. · ↗Zippe  ugs. · boshaftes Weibsstück  ugs. · feuerspeiender Drache  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor elf Uhr abends verlässt Hippe sein neues Büro kaum.
Süddeutsche Zeitung, 11.07.2002
Die Rede von Hippe kennt er nicht, persönlich haben sie sich noch nie gesprochen.
Die Zeit, 14.04.2005, Nr. 16
Frau Hippe dankte der Mutter, dann holte sie Mann und Sohn.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 33668
Zum Herstellen kleinerer Teilstücke benutzt man ein scharfes Messer (Hippe).
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 314
Zweige, die nicht mehr als 4 cm Durchmesser haben, schneiden wir mit einem scharfen und kräftigen Gartenmesser (Hippe) weg.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 185
Zitationshilfe
„Hippe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hippe#2>, abgerufen am 17.02.2019.

Weitere Informationen …

Hippe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hippe · Nominativ Plural: Hippen
Aussprache
WorttrennungHip-pe
eWDG, 1969

Bedeutung

landschaftlich tütenförmig zusammengerolltes Gebäck aus leichtem Eierteig
Beispiel:
Hippen backen, essen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hippe1 f. ‘Messer mit sichelförmiger Klinge’ (in der Holzwirtschaft, dann im Garten- und Weinbau) ist die omd. Form, die Luther in seiner Bibelübersetzung für griech. drépanon (δρέπανον) ‘Sichel, krummes Schwert’ verwendet und damit in die Schriftsprache einführt. Mundartliches Heppe ist aus ahd. hā̌bba, hā̌ppa, hebba, heppa (10./11. Jh.), mhd. happe, hep(p)e ‘Gärtner-, Winzermesser, Sichel’ (vgl. auch mnd. mnl. hēpe, nl. heep) hervorgegangen; es kann daher germ. *hā̌ƀjō, *hē̌ƀjō (neben *habbō mit expressiver Doppelung) als Werkzeugname erschlossen werden. Der auffällige Vokalwechsel mag affektischen Ursprungs sein. Außergerm. vergleichen sich griech. kopís (κοπίς) ‘Schlachtmesser’, lit. kàpti ‘hauen, fällen’, kapóti ‘hacken, hauen’, kapõnė ‘Haue, Spitzhacke, Schlichtbeil’, kaplȳs ‘Haue, Spitzhacke’, aslaw. kopati ‘graben, (das Feld) bestellen’, kopịje ‘Lanze, Speer’, russ. kopát’ (копать) ‘graben, hacken, hauen’, kop’ë (копьё) ‘Lanze’. Eine Rückführung auf ie. *(s)kē̌p-, *(s)kō̌p-, *(s)kā̌p- ‘mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten’ (wozu auch ↗Schaft und ↗schaben, s. d.) ist möglich. Im Mittelalter wird der Tod häufig mit der Sense dargestellt, aber erst Dichter des 18. Jhs. gebrauchen Hippe ‘Sense’ als Attribut des Todes.

Hippe2 f. ‘Ziege’, auch Heppe, in md. und obd. Mundarten. Dazu das Deminutivum Hipplein,, Hepplein,, Hippel ‘junge Ziege’. Wohl hervorgegangen aus einem affektisch verschärften Lockruf als Weiterbildungen eines alten Wortes für ‘(Ziegen)bock’ wie aengl. hæfer, anord. hafr und außergerm. lat. caper ‘Ziegenbock’, griech. kápros (κáπρος) ‘Eber, Wildschwein’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bock · ↗Geiß · ↗Geißbock · ↗Ziege · ↗Ziegenbock  ●  Hippe  regional
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Bharal · Blauschaf · Nahur  ●  Pseudois nayaur  fachspr., lat., griechisch
Synonymgruppe
Hippe · Sichelmesser
Synonymgruppe
Fladenkuchen  ●  Hippe  regional
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Furie · ↗Zicke · zänkisches Weib  ●  ↗Besen  ugs. · ↗Drachen  ugs. · ↗Gewitterziege  ugs. · ↗Giftnudel  ugs. · ↗Hausdrachen  ugs. · Hippe  ugs. · ↗Kratzbürste  ugs. · ↗Krähe  ugs. · Meckertante  ugs. · ↗Meckerziege  ugs. · ↗Megäre  geh., bildungssprachlich · ↗Schlange  ugs. · ↗Xanthippe  geh. · ↗Zimtzicke  ugs., ruhrdt. · ↗Zippe  ugs. · boshaftes Weibsstück  ugs. · feuerspeiender Drache  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor elf Uhr abends verlässt Hippe sein neues Büro kaum.
Süddeutsche Zeitung, 11.07.2002
Die Rede von Hippe kennt er nicht, persönlich haben sie sich noch nie gesprochen.
Die Zeit, 14.04.2005, Nr. 16
Frau Hippe dankte der Mutter, dann holte sie Mann und Sohn.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 33668
Zum Herstellen kleinerer Teilstücke benutzt man ein scharfes Messer (Hippe).
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 314
Zweige, die nicht mehr als 4 cm Durchmesser haben, schneiden wir mit einem scharfen und kräftigen Gartenmesser (Hippe) weg.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 185
Zitationshilfe
„Hippe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hippe#3>, abgerufen am 17.02.2019.

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