Hirschkäfer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungHirsch-kä-fer
WortzerlegungHirschKäfer
eWDG, 1969

Bedeutung

vorwiegend in Eichenwäldern lebender, größter einheimischer schwarzer Käfer mit kräftigen, kastanienbraunen Flügeldecken, dessen Männchen Kiefern hat, die wie Hirschgeweihe gebildet sind
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hirsch · Hirschfänger · Hirschhorn · Hirschkäfer
Hirsch m. zur Familie der wiederkäuenden Paarhufer gehörendes, vorwiegend in Wäldern lebendes, meist ein Geweih tragendes Tier, ahd. hir(u)ʒ (8. Jh.), mhd. hirʒ(e), mnd. herte, harte, mnl. nl. hert, aengl. heort, älter heorot, engl. hart, anord. hjǫrtr, schwed. hjort setzen germ. *herut-, ie. *k̑erud- voraus, dazu ablautend griech. kórydos (κόρυδος) ‘Haubenlerche’, aber auch anord. hrūtr (ie. *k̑rūd-) ‘Widder’ (s. ↗hurtig). Zugrunde liegt die unter ↗Hirn und ↗Horn (s. d.) aufgeführte Wurzel ie. *k̑er(ə)- ‘das Oberste am Körper, Kopf, Horn’, die im Ie. vielfach in Benennungen gehörnter Tiere erscheint (s. ↗Hornisse, ↗Ren, ↗Rind). Die außergerm. Bezeichnungen des Hirsches wie lat. cervus, kymr. carw, korn. carow, bret. karo führen auf eigentlich adjektivische Bildungen mit dem Suffix ie. -u̯o- und der Bedeutung ‘gehörnt’, vgl. griech. keraós (κεραός) ‘gehörnt’ (aus *keraϜós, κεραϜός, neben kéras, κέρας ‘Horn’), dazu mit anderem u̯-haltigen Suffix apreuß. sirwis ‘Reh’. Hirschfänger m. ‘an der Spitze zweischneidiges Seitengewehr des Jägers’, mit dem er dem angeschossenen Hirsch (bzw. Wild) den Fang gibt, d. h. absticht (17. Jh.), für älteres, in der Jägersprache aber noch heute gebrauchtes Weidmesser, mhd. weidemeʒʒer. Hirschhorn n. ‘aus Geweihsubstanz bestehendes Material für Gebrauchsgegenstände’ (Knöpfe, Messergriffe), auch ‘aus gebranntem, geraspeltem Hirschhorn hergestellter Stoff’, früher vielfach zu medizinischen Zwecken verwendet, mhd. hirʒhorn; vgl. auch Hirschhornsalz ‘aus Hirschhorn gewonnenes Treibmittel für Gebäck’. Hirschkäfer m. größter einheimischer, schwarzer Käfer mit hirschgeweihartig verlängerten Oberkiefern (17. Jh.). Vgl. zoolog.-lat. cervus volans (15. Jh.), entsprechend im Dt. fliegender Hirsch (18. Jh.). Weiteres Pfeifer Tiernamen 376 ff.

Typische Verbindungen
computergeneriert

abbeißen

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seeadler, Schwarzstörche und der Raufußkauz, aber auch Schwarz- und Mittelspechte und der selten gewordene prächtige Hirschkäfer haben dann wieder bessere Überlebenschancen in der Niederlausitz.
Der Tagesspiegel, 06.04.2004
Aus der einheimischen Tierwelt wäre auch der Hirschkäfer zu nennen.
Buddenbrock, Wolfgang von: Das Liebesleben der Tiere, Bonn: Athenäum 1953, S. 126
Den Hirschkäfer kenne jeder, leider häufig nur dem Namen nach, begründete das Kuratorium «Insekt des Jahres» seine Wahl.
Die Zeit, 03.11.2011 (online)
So erscheint der fertige Maikäfer erst nach vier Jahren, der Hirschkäfer nach sechs Jahren an der Erdoberfläche.
Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 39
Der Hirschkäfer kriecht aus der Deckung, greift einen anderen Hirschkäfer an.
Die Welt, 22.12.2000
Zitationshilfe
„Hirschkäfer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hirschkäfer>, abgerufen am 22.09.2019.

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