Hirsebrei, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Hir-se-brei
eWDG, 1969

Bedeutung

Beispiel:
Hirsebrei essen, kochen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hirse · Hirsebrei
Hirse f. Name einer alten, heute in Europa aber nur noch wenig angebauten, sehr widerstandsfähigen Getreidepflanze, ahd. hirsi m. (10. Jh.), hirsa f. (11. Jh.), mhd. hirs(e) m., asächs. hirsi m., mnd. herse f., nl. (mit wohl von gerst ‘Gerste’ beeinflußtem Anlaut und unorganischem -t) gierst f., (mundartlich) gierze, heerze, herse (anord. hirsi ist Entlehnung aus dem Mnd.). Außergerm. sind vergleichbar griech. korennýnai (κορεννύναι) ‘sättigen’, kóros (κόρος) ‘Sättigung, das Sattsein, Überdruß, Übermut’, lit. šérti ‘füttern’, pãšaras ‘(Vieh)futter’, šer̃men(y)s ‘Begräbnis(mahl)’, mit Gutturalwechsel aslaw. krъma ‘Nahrung, Speise’, russ. korm (корм) ‘Futter, Nahrung’, lat. (dehnstufig) prōcērus ‘von hohem, schlankem Wuchs’, crēscere ‘wachsen, entstehen, zunehmen’, crēber ‘dicht nebeneinander stehend, gedrängt, voll, häufig’ und vielleicht auch lat. Cerēs ‘Göttin der fruchttragenden Erde, des Ackerbaus’. Auszugehen ist von einer Wurzel ie. *k̑er(ə)- ‘wachsen, wachsen machen, nähren’. Im 17. Jh. aufkommendes fem. Genus geht vom Nordd. aus. Hirsebrei m. (15. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Hirsebrei‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hirsebrei‹.

Verwendungsbeispiele für ›Hirsebrei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Den Hirsebrei versuchen sie trotz ihrer zahllosen Verpflichtungen selber zuzubereiten.
Süddeutsche Zeitung, 26.02.2003
Oben im Dorf trinken sie vergorenen Hirsebrei aus alten Tomatendosen.
Die Zeit, 28.09.2009, Nr. 39
Einer der Moderatoren klatscht den Hirsebrei in die ersten Reihen.
Hildebrandt, Dieter: Der Anbieter, Berlin: Verl. Volk und Welt 1994, S. 68
Wir werden nächste Woche zu Hirsebrei und Graupen übergehen müssen.
Konsalik, Heinz G.: Der Arzt von Stalingrad, Hamburg: Dt. Hausbücherei 1960 [1956], S. 182
Als Kinder erhielten wir um die Jahrhundertwende in Mitteldeutschland noch öfter Hirsebrei und Buchweizengrütze.
Bommer, Sigwald u. Lotzin-Bommer, Lisa: Getreidegerichte aus vollem Korn - gesund, kräftig, billig!, Krailing bei München: Müller 1957 [1941], S. 8
Zitationshilfe
„Hirsebrei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hirsebrei>, abgerufen am 31.05.2020.

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