Hochverrat, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungHoch-ver-rat
Wortbildung mit ›Hochverrat‹ als Erstglied: ↗Hochverratsprozess
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

Rechtssprache Verbrechen gegen den inneren Bestand oder die verfassungsmäßige Ordnung eines Staates
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verraten · Verrat · Verräter · verräterisch · Hochverrat · Landesverrat
verraten Vb. ‘Geheimes, nicht für andere Bestimmtes bekanntmachen, die Treue brechen’, abgeschwächt ‘deutlich werden lassen, zeigen’. Das westgerm. Präfixverb ahd. firrātan (um 800), mhd. verrāten, mnd. vorrāden (woraus anord. forrāða), mnl. verrāden, nl. verraden, aengl. forrǣdan ist eine Bildung zu dem unter ↗raten (s. d.) behandelten Verb mit einer Grundbedeutung ‘den Entschluß zu jmds. Verderben fassen, etw. zu seinem Verderben unternehmen’, dann beschränkt auf solche Fälle, in denen dies durch die Angabe geheimzuhaltender Umstände geschieht, so daß ‘Geheimnisse preisgeben’ zum bestimmenden Inhalt wird. Dieser tritt zurück in der übertragenen Anwendung des Verbs im Sinne von ‘erkennen lassen’. Die Bedeutung ‘einen schlechten, falschen Rat geben’ bleibt auf das Mhd. beschränkt. Verrat m. ‘Preisgabe eines Geheimnisses, Zerstörung eines Vertrauensverhältnisses, Treuebruch’ (Ende 17. Jh.); vgl. mhd. verrātgenōʒ ‘Teilnehmer am Verrat’. Verräter m. mhd. verrātære, verræter(e). verräterisch Adj. (15. Jh.). Hochverrat m. ‘Angriff auf die Staatsverfassung, auf die innere Ordnung oder auf die Repräsentanten eines Staates’ (um 1700), Wiedergabe von engl. high treason. Landesverrat m. (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anklage Aufwiegelung Fahnenflucht Friedensverrat Landesverrat Majestätsbeleidigung Meineid Meuterei Militärgericht Sabotage Separatismus Spionage Staatsgefährdung Staatssicherheitsgericht Strafgesetzbuch Subversion Tatbestand Tateinheit Verfassungsbruch Verschwörung Volksgerichtshof Vorbereitung Wehrkraftzersetzung Zuchthaus Zuchthausstrafe aburteilen anklagen grenzen hinrichten verurteilen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hochverrat‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Heute ist das zwar nicht mehr so, trotzdem gilt der Wechsel eines Journalisten in die Politik noch immer als so etwas wie Hochverrat.
Süddeutsche Zeitung, 28.01.2003
Das verfügte ein Gesetz aus dem Jahre 1848 für solchen "Hochverrat".
Der Tagesspiegel, 08.12.2000
Das reichte für ein Jahr vier Monate wegen Vorbereitung zum Hochverrat.
Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1954 - 1974, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1998], S. 102
Das Wahlrecht aber, das ihr eben brauchtet, verdanktet ihr dem gleichen Hochverrat.
Tucholsky, Kurt: Spartakus in Moabit. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919]
Solange dies nicht geschehen ist, sind bloß vorbereitende Handlungen zum Hochverrat begangen.
Friedländer, Hugo: Das Dynamit-Attentat bei der Enthüllungsfeier des Niederwald-Denkmals. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 6374
Zitationshilfe
„Hochverrat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hochverrat>, abgerufen am 20.03.2019.

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