Hochwasser, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungHoch-was-ser
WortzerlegunghochWasser
Wortbildung mit ›Hochwasser‹ als Erstglied: ↗Hochwassergefahr · ↗Hochwassergeschädigte · ↗Hochwasserkatastrophe · ↗Hochwassermeldedienst · ↗Hochwasserschaden
eWDG, 1969

Bedeutung

durch Regenfälle oder Schneeschmelze hervorgerufener sehr hoher Wasserstand eines Flusses oder Sees
Beispiele:
im Frühjahr führen alle Gebirgsflüsse Hochwasser
das Hochwasser ist im Sinken begriffen, erreichte seinen Höchststand
Überschwemmung
Beispiel:
das Hochwasser hat in den Elbeniederungen großen Schaden angerichtet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hoch · Hoch · Höhe · Anhöhe · Hoheit · höchstens · erhöhen · Hochachtung · hochachtungsvoll · hochdeutsch · hochherzig · Hochmeister · Hochmut · hochmütig · hochnäsig · Hochofen · Hochschule · Hochstapler · hochtrabend · Hochwasser · Hochwild
hoch Adj. ‘aus einer Ebene herausragend, weit nach oben reichend’, übertragen ‘nach Wert, Maß, Rang, Bedeutung hervorragend, über den Durchschnitt hinausgehend’, ahd. hōh (8. Jh.), mhd. hōch, , asächs. hōh, mnd. hō(ch), mnl. , hooch, nl. hoog, aengl. hēah, engl. high, anord. hār, got. hauhs, germ. *hauha- geht vielleicht wie ↗Hügel (s. d.) und aind. kucaḥ ‘weibliche Brust’, kucáti ‘zieht sich zusammen, krümmt sich’, lit. kaūkas ‘Beule’, kaũkaras ‘Hügel’, russ. kúča (куча) ‘Haufen, Heuschober’ auf die Gutturalerweiterung ie. *keuk-, *kūk- der Wurzel ie. *keu-, *keu̯ə- ‘biegen, Wölbung, Höhlung’ zurück (wozu auch ↗Hocke, ↗Hobel, ↗Haufen, ↗hüpfen, ↗Haube, s. d.), so daß hoch ursprünglich als ‘(hervor-, empor)gewölbt’ zu verstehen ist. Hoch n. ‘Höhe, Größe’ (17. Jh.); in der Meteorologie (20. Jh.) Kurzform für Hochdruckgebiet (um 1900). Höhe f. ‘Ausdehnung, Ausmaß in vertikaler Richtung, Dimension, Spitze, Gipfel’, mit vielfältigem übertragenem Gebrauch, ahd. hōhī (8. Jh.), mhd. hœhe, hōhe, asächs. hōhi, got. hauhei. Anhöhe f. ‘Hügel, ansteigendes Gelände’ (17. Jh.). Hoheit f. ‘Erhabenheit, hohe Würde, Herrschaftsbefugnis (über ein bestimmtes Gebiet)’, auch Anrede für einen hohen fürstlichen Würdenträger, mhd. hōchheit, hōcheit. höchstens Adv. ‘maximal, im äußersten Falle’ (16. Jh.), dann auch ‘im günstigsten Falle, bestenfalls’, gebildet zum Superlativ höchst. erhöhen Vb. ‘in eine höhere Position bringen, (an)heben, verherrlichen’, ahd. irhōhen (9. Jh.), mhd. erhœhen; vgl. gleichbed. ahd. hōhen (8. Jh.), mhd. hōhen, hœhen. Hochachtung f. ‘Wertschätzung, Respekt’ (16. Jh.); hochachtungsvoll Adj. ‘respektvoll, von Wertschätzung erfüllt’, besonders als Schlußfloskel bei förmlichen Briefen (19. Jh.). hochdeutsch Adj. Bezeichnung des (vor allem durch die 2. Lautverschiebung gekennzeichneten) Sprachstandes des Mittel- und Oberdeutschen (2. Hälfte 15. Jh.), dann auch im Sinne von ‘nicht mundartlich, der Norm der Literatursprache entsprechend’; ausgehend wohl von der meist gebirgigen Beschaffenheit der mittel- und oberdeutschen Landschaften (s. das Gegenwort ↗niederdeutsch und vgl. die Bezeichnung Niederlande). hochherzig Adj. ‘großmütig, von edler, selbstloser Gesinnung’ (17. Jh.), vgl. aengl. hēahheort, got. hauhhaírts ‘hochmütig, überheblich’. Hochmeister m. ‘Oberster eines geistlichen Ritterordens’, mhd. hōchmeister, hōmeister, dann auch ‘Vorsteher der gesamten Judenschaft im Reich, hoher Gelehrter’. Hochmut m. ‘übersteigertes Selbstgefühl, Überheblichkeit’, ahd. hōhmuot (11. Jh.), mhd. hōchmuot, auch im Sinne von ‘hohe, edle Gesinnung, Hochstimmung, Freude’; hochmütig Adj. ‘überheblich, übertrieben stolz’, ahd. hōhmuotīg (um 1000), mhd. hōchmüetic. hochnäsig Adj. ‘anmaßend, eingebildet’ (18. Jh.); vgl. die Redensart die Nase hoch tragen (18. Jh.). Hochofen m. hoher Schachtofen zur Ausschmelzung des Roheisens aus dem Erz, zunächst Hoherofen (18. Jh.), Hohofen (19. Jh.). Hochschule f. Bildungsstätte, in der die Qualifikation für akademische Berufe vermittelt wird, ‘Universität’ (15. Jh.), daneben zunächst auch Hohe Schule, Hoheschule. Hochstapler m. ‘seriös und vornehm auftretender Betrüger’ (18. Jh.), zu rotw. Stappler, Stabeler, Stabuler ‘Bettler’ (15. Jh.), vgl. rotw. stappeln, stapeln, stabeln ‘bettelnd umherziehen’, nhd. (literatursprachlich und landschaftlich) stapeln ‘hochbeinig, gespreizt gehen, betteln gehen’. hochtrabend Part.adj. ‘von oben herab, überheblich’ (vgl. auf dem hohen Roß sitzen), mhd. hōchtrabende. Hochwasser n. ‘höchster Wasserstand innerhalb der Gezeiten, Überschwemmung(sgefahr)’ (19. Jh.), vorher hoch Wasser (16. Jh.). Hochwild n. ‘wertvollste Wildkategorie’, z. B. Rotwild, Schalenwild, edles Federwild (16. Jh.), hoewilt (15. Jh.), entsprechend der Einteilung in hohe, (mittlere,) niedere Jagd.

Thesaurus

Synonymgruppe
Flut · Hochwasser
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Gezeit  ●  ↗Tide  norddeutsch
  • Gezeiten  Plural · Tiden  Plural, norddeutsch
  • Brandungsrückstrom · Rippstrom · Rippströmung · ↗Trecker
Synonymgruppe
Hochwasser · ↗Überflutung · ↗Überschwemmung
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Heinrichsflut · Julihochwasser · Schwarzer Freitag von Waldeck
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dauerregen Deich Dürre Erdbeben Erdrutsch Fluß Hagel Lawine Mure Pegelstand Regenfall Scheitel Scheitelpunkt Starkregen Sturm Sturmflut abfließen anrichten bedrohen ertrinken heimsuchen katastrophal mittel verheerend verwüsten wegschwemmen Überschwemmung überfluten überschwemmen überspülen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hochwasser‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das mit Abstand schwerste Hochwasser der letzten 500 Jahre war jenes vom August 2005.
Die Zeit, 21.09.2009, Nr. 38
Die lassen sich gezielt bei Hochwasser öffnen, sie sind steuerbar.
Der Tagesspiegel, 11.08.2003
Nur wenige Teile der Stadt sind geschützt gegen das immer wieder auftretende Hochwasser.
Schlögel, Karl: Petersburg, München Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 31
Das Hochwasser braust durchs Tal auf dem Weg zur See.
Wilson, John A.: Ägypten. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 718
Das Hochwasser des kleinen Sees wirkte nicht drohend oder gefährlich, eher spielerisch.
Rosendorfer, Herbert: Großes Solo für Anton, Zürich: Diogenes 2000 [1976], S. 260
Zitationshilfe
„Hochwasser“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hochwasser>, abgerufen am 20.11.2018.

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