Hocke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hocke · Nominativ Plural: Hocken · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungHo-cke (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Hocke‹ als Erstglied: ↗Hocksitz · ↗Hocksprung · ↗Hockstand · ↗Hockstellung
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
hockende Stellung, Haltung mit angewinkelten Beinen
Beispiele:
in die Hocke gehen
sich in (die) Hocke setzen
er saß in der Hocke
2.
Turnen Sprung mit angewinkelten Beinen über ein Turngerät oder vom Gerät herunter
Beispiele:
mit einer Hocke vom Gerät abgehen
eine Hocke am Pferd ausführen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hocke1 f. ‘Gruppe von aufgestellten Getreidegarben, Heuhaufen’, mnd. hocke, hake, nd. Hocke. Dem vorwiegend nordd. Femininum stehen in obd. und md. Landschaften Hock m., Hocken, Hocker m. ‘Getreide-, Heuhaufen’ gegenüber. Die Bezeichnung ist mit ↗Hucke (s. d.) sowie den unter ↗hocken und ↗Schock n. (s. d.) genannten Formen auf die Gutturalerweiterung ie. *keug-, *kūg- der Wurzel ie. *keu-, *keu̯ə- ‘biegen, Wölbung, Höhlung’ zurückzuführen (wozu auch ↗hoch, ↗Hügel, ↗Hobel, ↗Haufen, ↗hüpfen, ↗Haube s. d.).

hocken · hucken · Hocke2 · Hocker
hocken Vb. ‘mit angezogenen Knien dasitzen, kauern, untätig herumsitzen’, landschaftlich hucken, das auch vielfach die Bedeutung ‘in gebückter Stellung eine Last auf den Rücken nehmen und tragen’ angenommen hat (s. ↗Hucke, ↗huckepack). Das erst im Nhd. (16. Jh.) bezeugte Verb steht mit mnl. hucken, nl. hukken ‘niederkauern’ ablautend (wohl mit intensivierender Konsonantendoppelung) neben mhd. hūchen, nhd. (veraltet) hauchen, mnd. mnl. hūken ‘niederkauern, in die Knie gehen, sich ducken’, anord. hūka ‘kauern’. Zur weiteren Verwandschaft s. ↗Hocke. Hocke2 f. in der Turnersprache eine Grundposition bei bestimmten Turnübungen, die mit angewinkelten Knien ausgeführt werden, Rückbildung (Jahn 1816) aus dem Verb, unabhängig von ↗Hocke (s. d.). Hocker m. ‘Sitzmöbel ohne Lehne, Schemel’ (um 1900).

Thesaurus

Synonymgruppe
Hocke · ↗Hockstellung · Kauerstellung · kauernde Stellung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bein Grätsche Reck Sprung Uhrmann ausführen gehen sitzen springen tief verharren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hocke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Damit ich nicht so groß wirkte, ging ich in die Hocke.
Bild, 28.10.1998
In vielen "primitiven" Kulturen entbinden die Frauen in der Hocke.
Wilberg, Gerlinde M.: Zeit für uns, München: Frauenbuchverl. 1979, S. 70
Wo es sich um beschleunigte Gewinnung von Korn handelt, ist besonders auf größeren Gütern das Dreschen auf dem Felde aus der Hocke üblich.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 170
Das Mädchen sitzt in der Hocke und nimmt sich Grashalm für Grashalm vor.
Genazino, Wilhelm: Die Liebesblödigkeit, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2005, S. 175
Zitationshilfe
„Hocke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hocke#1>, abgerufen am 22.11.2019.

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Hocke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hocke · Nominativ Plural: Hocken
Aussprache
WorttrennungHo-cke (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

landschaftlich, besonders norddeutsch kreisförmig oder dachförmig schräg aneinandergelehnte Garben, die auf dem Feld zum Trocknen stehen, Puppe
Beispiele:
Hocken aufstellen, umstellen
Getreide in Hocken setzen
das Getreide, Feld steht in Hocken
die Hocken einfahren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hocke1 f. ‘Gruppe von aufgestellten Getreidegarben, Heuhaufen’, mnd. hocke, hake, nd. Hocke. Dem vorwiegend nordd. Femininum stehen in obd. und md. Landschaften Hock m., Hocken, Hocker m. ‘Getreide-, Heuhaufen’ gegenüber. Die Bezeichnung ist mit ↗Hucke (s. d.) sowie den unter ↗hocken und ↗Schock n. (s. d.) genannten Formen auf die Gutturalerweiterung ie. *keug-, *kūg- der Wurzel ie. *keu-, *keu̯ə- ‘biegen, Wölbung, Höhlung’ zurückzuführen (wozu auch ↗hoch, ↗Hügel, ↗Hobel, ↗Haufen, ↗hüpfen, ↗Haube s. d.).

hocken · hucken · Hocke2 · Hocker
hocken Vb. ‘mit angezogenen Knien dasitzen, kauern, untätig herumsitzen’, landschaftlich hucken, das auch vielfach die Bedeutung ‘in gebückter Stellung eine Last auf den Rücken nehmen und tragen’ angenommen hat (s. ↗Hucke, ↗huckepack). Das erst im Nhd. (16. Jh.) bezeugte Verb steht mit mnl. hucken, nl. hukken ‘niederkauern’ ablautend (wohl mit intensivierender Konsonantendoppelung) neben mhd. hūchen, nhd. (veraltet) hauchen, mnd. mnl. hūken ‘niederkauern, in die Knie gehen, sich ducken’, anord. hūka ‘kauern’. Zur weiteren Verwandschaft s. ↗Hocke. Hocke2 f. in der Turnersprache eine Grundposition bei bestimmten Turnübungen, die mit angewinkelten Knien ausgeführt werden, Rückbildung (Jahn 1816) aus dem Verb, unabhängig von ↗Hocke (s. d.). Hocker m. ‘Sitzmöbel ohne Lehne, Schemel’ (um 1900).

Thesaurus

Synonymgruppe
Hocke · ↗Hockstellung · Kauerstellung · kauernde Stellung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bein Grätsche Reck Sprung Uhrmann ausführen gehen sitzen springen tief verharren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hocke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Damit ich nicht so groß wirkte, ging ich in die Hocke.
Bild, 28.10.1998
In vielen "primitiven" Kulturen entbinden die Frauen in der Hocke.
Wilberg, Gerlinde M.: Zeit für uns, München: Frauenbuchverl. 1979, S. 70
Wo es sich um beschleunigte Gewinnung von Korn handelt, ist besonders auf größeren Gütern das Dreschen auf dem Felde aus der Hocke üblich.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 170
Das Mädchen sitzt in der Hocke und nimmt sich Grashalm für Grashalm vor.
Genazino, Wilhelm: Die Liebesblödigkeit, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2005, S. 175
Zitationshilfe
„Hocke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hocke#2>, abgerufen am 22.11.2019.

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