Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Hocke, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hocke · Nominativ Plural: Hocken · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ho-cke
Wortbildung  mit ›Hocke‹ als Erstglied: Hocksitz · Hocksprung · Hockstand · Hockstellung
eWDG

Bedeutungen

1.
hockende Stellung, Haltung mit angewinkelten Beinen
Beispiele:
in die Hocke gehen
sich in (die) Hocke setzen
er saß in der Hocke
2.
Turnen Sprung mit angewinkelten Beinen über ein Turngerät oder vom Gerät herunter
Beispiele:
mit einer Hocke vom Gerät abgehen
eine Hocke am Pferd ausführen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hocken · hucken · Hocke2 · Hocker
hocken Vb. ‘mit angezogenen Knien dasitzen, kauern, untätig herumsitzen’, landschaftlich hucken, das auch vielfach die Bedeutung ‘in gebückter Stellung eine Last auf den Rücken nehmen und tragen’ angenommen hat (s. Hucke, huckepack). Das erst im Nhd. (16. Jh.) bezeugte Verb steht mit mnl. hucken, nl. hukken ‘niederkauern’ ablautend (wohl mit intensivierender Konsonantendoppelung) neben mhd. hūchen, nhd. (veraltet) hauchen, mnd. mnl. hūken ‘niederkauern, in die Knie gehen, sich ducken’, anord. hūka ‘kauern’. Zur weiteren Verwandschaft s. Hocke1. – Hocke2 f. in der Turnersprache eine Grundposition bei bestimmten Turnübungen, die mit angewinkelten Knien ausgeführt werden, Rückbildung (Jahn 1816) aus dem Verb, unabhängig von Hocke1 (s. d.). Hocker m. ‘Sitzmöbel ohne Lehne, Schemel’ (um 1900).

Typische Verbindungen zu ›Hocke‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hocke‹.

Verwendungsbeispiele für ›Hocke‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In vielen "primitiven" Kulturen entbinden die Frauen in der Hocke. [Wilberg, Gerlinde M.: Zeit für uns, München: Frauenbuchverl. 1979, S. 70]
Wo es sich um beschleunigte Gewinnung von Korn handelt, ist besonders auf größeren Gütern das Dreschen auf dem Felde aus der Hocke üblich. [Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 170]
Daß hier nicht viel zu holen war, konnte auch Hocke nicht verborgen bleiben. [Die Zeit, 13.03.1964, Nr. 11]
Keinesfalls dürften wir vor den Tieren in die Hocke gehen. [Die Zeit, 11.11.2013, Nr. 45]
Also neigen sie dazu, sich mit einem komödiantischen Ruck aus der Hocke zu stemmen und in die Offensive zu gehen: Sie stellen Typen dar. [Die Zeit, 21.10.2009, Nr. 16]
Zitationshilfe
„Hocke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hocke#1>.

Weitere Informationen …

Hocke, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hocke · Nominativ Plural: Hocken
Aussprache 
Worttrennung Ho-cke
eWDG

Bedeutung

landschaftlich, besonders norddeutsch kreisförmig oder dachförmig schräg aneinandergelehnte Garben, die auf dem Feld zum Trocknen stehen, Puppe
Beispiele:
Hocken aufstellen, umstellen
Getreide in Hocken setzen
das Getreide, Feld steht in Hocken
die Hocken einfahren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hocke1 f. ‘Gruppe von aufgestellten Getreidegarben, Heuhaufen’, mnd. hocke, hake, nd. Hocke. Dem vorwiegend nordd. Femininum stehen in obd. und md. Landschaften Hock m., Hocken, Hocker m. ‘Getreide-, Heuhaufen’ gegenüber. Die Bezeichnung ist mit Hucke (s. d.) sowie den unter hocken und Schock2 n. (s. d.) genannten Formen auf die Gutturalerweiterung ie. *keug-, *kūg- der Wurzel ie. *keu-, *keu̯ə- ‘biegen, Wölbung, Höhlung’ zurückzuführen (wozu auch hoch, Hügel, Hobel, Haufen, hüpfen, Haube s. d.).

Typische Verbindungen zu ›Hocke‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hocke‹.

Verwendungsbeispiele für ›Hocke‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In vielen "primitiven" Kulturen entbinden die Frauen in der Hocke. [Wilberg, Gerlinde M.: Zeit für uns, München: Frauenbuchverl. 1979, S. 70]
Wo es sich um beschleunigte Gewinnung von Korn handelt, ist besonders auf größeren Gütern das Dreschen auf dem Felde aus der Hocke üblich. [Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 170]
Daß hier nicht viel zu holen war, konnte auch Hocke nicht verborgen bleiben. [Die Zeit, 13.03.1964, Nr. 11]
Keinesfalls dürften wir vor den Tieren in die Hocke gehen. [Die Zeit, 11.11.2013, Nr. 45]
Also neigen sie dazu, sich mit einem komödiantischen Ruck aus der Hocke zu stemmen und in die Offensive zu gehen: Sie stellen Typen dar. [Die Zeit, 21.10.2009, Nr. 16]
Zitationshilfe
„Hocke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hocke#2>.

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