Hofschranze, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
WorttrennungHof-schran-ze
WortzerlegungHofSchranze
eWDG, 1969

Bedeutung

historisch, abwertend Angehöriger der Hofgesellschaft, der dem Fürsten schmeichelt und bedingungslos dessen Interessen vertritt, Höfling
Beispiel:
der König war tagaus und tagein nur von seinen Hofschranzen umgeben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schranze · Schranz · Hofschranze
Schranze f. ‘überflüssiger Wichtigtuer’ (geringschätzig und spöttisch für einen ergebenen Beamten, Würdenträger, Höfling). Hervorgegangen aus Schranz m. ahd. schranz (Hs. 13. Jh.), mhd. schranz(e) m. f. ‘Riß, Schlitz, Spalte’, auch ‘modisch geschlitztes Gewand’, danach ‘so gekleideter eitler junger Mann, Geck’ und (14. Jh.) ‘Schmeichler, Heuchler’ (mit wechselndem Genus, seit 18. Jh. nur noch f.). Häufig in der Zusammensetzung Hofschranze f. ‘schmeichelnder, devoter Höfling’, hofeschranzen Plur. (Luther, mit einem anzunehmenden Sing. hofeschranz m.). Wohl gebildet zu ahd. scrintan, mhd. schrinden ‘aufreißen, bersten, spalten’ (s. ↗Schrunde).

Thesaurus

Synonymgruppe
(im) Schlepptau · ↗Anhang · ↗Begleitperson · ↗Begleitung · ↗Entourage · ↗Eskorte · ↗Gefolge (eines Prominenten) · ↗Gefolgschaft · ↗Gefolgsleute · ↗Tross  ●  ↗Hofstaat  veraltet, ironisch · ↗(jemandes) Leute  ugs. · Hofschranze  geh., veraltet · ↗Höfling  geh., veraltet · ↗Schranze  geh., veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Paladin · ↗Vasall · ergebener Anhänger · treuer Gefolgsmann  ●  Ergebener  abwertend · Getreuer  spöttisch · ↗Knecht  abwertend · Hofschranze  ugs., abwertend · ↗Lakai  derb, abwertend · ↗Marionette  ugs., abwertend · ↗Sklave  ugs., abwertend · ↗Trabant  ugs., abwertend
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Marionettenpolitiker · Politmarionette
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann habe er den kommunistischen Hofschranzen befohlen, mit den nackten Schönheiten zu tanzen.
Süddeutsche Zeitung, 17.07.2003
Eine Regierung brauche freilich kritischen Rat, für den anderen habe sie die Hofschranzen.
Die Zeit, 07.03.1986, Nr. 11
Eine einzigartige Hochzeit wartet also auf Japan, und als der Ort des Geschehens von den Hofschranzen bestätigt wurde, kletterten die Kurse weiter.
Die Welt, 15.11.2005
Vor Lessing regierten auf der Bühne - wie in der Wirklichkeit - der Hof und die Hofschranzen.
Neue deutsche Literatur, 1954, Nr. 1, Bd. 2
Das waren herrliche Zeiten für ausbeuterische Wucherer und Bodenverpachter, für Hofschranzen, habgierige Priester und erpresserische Provinzbeamten.
Storfer, A. J.: Bedrohte Rattenherrlichkeit. In: Gelbe Post, 01.05.1939, S. 448
Zitationshilfe
„Hofschranze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hofschranze>, abgerufen am 10.12.2019.

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