Hoheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hoheit · Nominativ Plural: Hoheiten
Aussprache
WorttrennungHo-heit (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Hoheit‹ als Erstglied: ↗Hoheitsabzeichen · ↗Hoheitsbereich · ↗Hoheitsgebiet · ↗Hoheitsgewässer · ↗Hoheitsrecht · ↗Hoheitsträger · ↗Hoheitszeichen · ↗hoheitlich · ↗hoheitsvoll
 ·  mit ›Hoheit‹ als Letztglied: ↗Berghoheit · ↗Budgethoheit · ↗Deutungshoheit · ↗Finanzhoheit · ↗Gebietshoheit · ↗Gerichtshoheit · ↗Haushaltshoheit · ↗Jagdhoheit · ↗Landeshoheit · ↗Lehenshoheit · ↗Lehnshoheit · ↗Lufthoheit · ↗Länderhoheit · ↗Militärhoheit · ↗Münzhoheit · ↗Oberhoheit · ↗Passhoheit · ↗Planungshoheit · ↗Staatshoheit · ↗Steuerhoheit · ↗Verkehrshoheit · ↗Wehrhoheit · ↗Zollhoheit
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
historisch Titel fürstlicher Personen
Beispiele:
seine kaiserliche Hoheit, der Kronprinz
ihre königliche Hoheit, die Großherzogin
Hoheit ist, sind eingetroffen
(Eure) Hoheit! (= Anrede)
Das ererbte Geld ist dahingeschwunden. Königliche Hoheiten wohnen in möblierten Zimmern [RemarqueSchwarzer Obelisk293]
2.
nur im Singular
gehoben Würde, Erhabenheit
Beispiele:
die Hoheit ihrer Gestalt, ihres Wesens
die Hoheit dieses Mannes beruht auf seiner Schlichtheit
sich mit ruhiger Hoheit bewegen
[sie] lächelte mit herablassender Hoheit [HagelstangeSpielball44]
Mit unverminderter Inbrunst sprach er weiter von der Hoheit der Sache und der Niedrigkeit seiner Verfehlung [JahnnHolzschiff183]
3.
nur im Singular
Souveränität
Beispiel:
dieses Territorium untersteht der Hoheit eines anderen Staates
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hoch · Hoch · Höhe · Anhöhe · Hoheit · höchstens · erhöhen · Hochachtung · hochachtungsvoll · hochdeutsch · hochherzig · Hochmeister · Hochmut · hochmütig · hochnäsig · Hochofen · Hochschule · Hochstapler · hochtrabend · Hochwasser · Hochwild
hoch Adj. ‘aus einer Ebene herausragend, weit nach oben reichend’, übertragen ‘nach Wert, Maß, Rang, Bedeutung hervorragend, über den Durchschnitt hinausgehend’, ahd. hōh (8. Jh.), mhd. hōch, , asächs. hōh, mnd. hō(ch), mnl. , hooch, nl. hoog, aengl. hēah, engl. high, anord. hār, got. hauhs, germ. *hauha- geht vielleicht wie ↗Hügel (s. d.) und aind. kucaḥ ‘weibliche Brust’, kucáti ‘zieht sich zusammen, krümmt sich’, lit. kaūkas ‘Beule’, kaũkaras ‘Hügel’, russ. kúča (куча) ‘Haufen, Heuschober’ auf die Gutturalerweiterung ie. *keuk-, *kūk- der Wurzel ie. *keu-, *keu̯ə- ‘biegen, Wölbung, Höhlung’ zurück (wozu auch ↗Hocke, ↗Hobel, ↗Haufen, ↗hüpfen, ↗Haube, s. d.), so daß hoch ursprünglich als ‘(hervor-, empor)gewölbt’ zu verstehen ist. Hoch n. ‘Höhe, Größe’ (17. Jh.); in der Meteorologie (20. Jh.) Kurzform für Hochdruckgebiet (um 1900). Höhe f. ‘Ausdehnung, Ausmaß in vertikaler Richtung, Dimension, Spitze, Gipfel’, mit vielfältigem übertragenem Gebrauch, ahd. hōhī (8. Jh.), mhd. hœhe, hōhe, asächs. hōhi, got. hauhei. Anhöhe f. ‘Hügel, ansteigendes Gelände’ (17. Jh.). Hoheit f. ‘Erhabenheit, hohe Würde, Herrschaftsbefugnis (über ein bestimmtes Gebiet)’, auch Anrede für einen hohen fürstlichen Würdenträger, mhd. hōchheit, hōcheit. höchstens Adv. ‘maximal, im äußersten Falle’ (16. Jh.), dann auch ‘im günstigsten Falle, bestenfalls’, gebildet zum Superlativ höchst. erhöhen Vb. ‘in eine höhere Position bringen, (an)heben, verherrlichen’, ahd. irhōhen (9. Jh.), mhd. erhœhen; vgl. gleichbed. ahd. hōhen (8. Jh.), mhd. hōhen, hœhen. Hochachtung f. ‘Wertschätzung, Respekt’ (16. Jh.); hochachtungsvoll Adj. ‘respektvoll, von Wertschätzung erfüllt’, besonders als Schlußfloskel bei förmlichen Briefen (19. Jh.). hochdeutsch Adj. Bezeichnung des (vor allem durch die 2. Lautverschiebung gekennzeichneten) Sprachstandes des Mittel- und Oberdeutschen (2. Hälfte 15. Jh.), dann auch im Sinne von ‘nicht mundartlich, der Norm der Literatursprache entsprechend’; ausgehend wohl von der meist gebirgigen Beschaffenheit der mittel- und oberdeutschen Landschaften (s. das Gegenwort ↗niederdeutsch und vgl. die Bezeichnung Niederlande). hochherzig Adj. ‘großmütig, von edler, selbstloser Gesinnung’ (17. Jh.), vgl. aengl. hēahheort, got. hauhhaírts ‘hochmütig, überheblich’. Hochmeister m. ‘Oberster eines geistlichen Ritterordens’, mhd. hōchmeister, hōmeister, dann auch ‘Vorsteher der gesamten Judenschaft im Reich, hoher Gelehrter’. Hochmut m. ‘übersteigertes Selbstgefühl, Überheblichkeit’, ahd. hōhmuot (11. Jh.), mhd. hōchmuot, auch im Sinne von ‘hohe, edle Gesinnung, Hochstimmung, Freude’; hochmütig Adj. ‘überheblich, übertrieben stolz’, ahd. hōhmuotīg (um 1000), mhd. hōchmüetic. hochnäsig Adj. ‘anmaßend, eingebildet’ (18. Jh.); vgl. die Redensart die Nase hoch tragen (18. Jh.). Hochofen m. hoher Schachtofen zur Ausschmelzung des Roheisens aus dem Erz, zunächst Hoherofen (18. Jh.), Hohofen (19. Jh.). Hochschule f. Bildungsstätte, in der die Qualifikation für akademische Berufe vermittelt wird, ‘Universität’ (15. Jh.), daneben zunächst auch Hohe Schule, Hoheschule. Hochstapler m. ‘seriös und vornehm auftretender Betrüger’ (18. Jh.), zu rotw. Stappler, Stabeler, Stabuler ‘Bettler’ (15. Jh.), vgl. rotw. stappeln, stapeln, stabeln ‘bettelnd umherziehen’, nhd. (literatursprachlich und landschaftlich) stapeln ‘hochbeinig, gespreizt gehen, betteln gehen’. hochtrabend Part.adj. ‘von oben herab, überheblich’ (vgl. auf dem hohen Roß sitzen), mhd. hōchtrabende. Hochwasser n. ‘höchster Wasserstand innerhalb der Gezeiten, Überschwemmung(sgefahr)’ (19. Jh.), vorher hoch Wasser (16. Jh.). Hochwild n. ‘wertvollste Wildkategorie’, z. B. Rotwild, Schalenwild, edles Federwild (16. Jh.), hoewilt (15. Jh.), entsprechend der Einteilung in hohe, (mittlere,) niedere Jagd.

Thesaurus

Synonymgruppe
Durchlaucht · ↗Erlaucht · Fürstliche Gnaden · Hochwohlgeboren · Hoheit · ↗Majestät

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anrede Durchlaucht Exzellenz Gemahlin Hofdame Hoheit Kinderbett Kronprinz Kronprinzessin Majestät Prinz Prinzessin Schrecknis Sicherheitsdienst Stammtisch Tempelberg alleinig anreden durchlauchtig fränkisch geldpolitisch gesetzgeberisch großherzoglich kaiserlich kurfürstlich königlich redaktionell unterstehen zurückerlangen zurückerobern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hoheit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es gibt Situationen, da hat man keine Hoheit über die eigenen Geschicke.
Süddeutsche Zeitung, 28.02.2004
Inzwischen setzt das Ringen um die Hoheit der historischen Deutung ein.
Der Tagesspiegel, 08.11.1999
Nach einer halben Stunde setzte sich Hoheit dann auch zu uns.
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Es ist der Meister in seiner Hoheit, seiner Güte, seinem Ernst.
Ebner-Eschenbach, Marie von: Agave. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5757
Es klang trotz der rauhen, abgerissenen Sprechweise der jungen Hoheit nicht unfreundlich.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 19
Zitationshilfe
„Hoheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hoheit>, abgerufen am 18.10.2019.

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