Hokuspokus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hokuspokus · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungHo-kus-po-kus (computergeneriert)
HerkunftHerkunft unsicher
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Gaukelei, fauler Zauber, Blendwerk
Beispiele:
abwertend jmdm. Hokuspokus vormachen
abwertend er glaubte nicht an solchen Hokuspokus wie Wahrsagen, Hypnose und Tischrücken
abwertend sie machten sich über den Hokuspokus der Kartenlegerin lustig
abwertend Solche Scharlatanerie, wenig erhoben über den Hokuspokus des Jahrmarktes [SteinbergUhren23]
umgangssprachlich, scherzhaft Zauberformel
Beispiele:
Hokuspokus verschwindibus!
Hokuspokus fidibus
Hokuspokus, weg ist es!
2.
umgangssprachlich Unfug, Allotria, Faxen
Beispiele:
im Karneval wird viel Hokuspokus getrieben
die Kinder machten allerhand Hokuspokus, stellten Hokuspokus an
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hokuspokus m. Formel bei Zauberkunststücken, auch ‘Taschenspielerei, Zauberkunststück, Blendwerk, Unfug, Faxen’. In England begegnet hocas pocas (1624), hokos pokos (1625) als Bezeichnung für einen ‘Taschenspieler’, dann Hocuspocus (1632) als Zauberformel und als Eigenname im Titel Hocus Pocus junior, The Anatomic of Legerdemain (1634) eines Buches, das ins Nl. (ebenfalls 1634) und ins Dt. Hocus Pocus junior oder Taschenspielkunst (1667) übersetzt wird. Im Dt. sind belegt Machiavellischer Hocus Pocus oder statistisches Taschen-, Gauckel- und Narren-Spiel (Titel, erschienen ohne Ort und Jahr, vielleicht schon 1575?), danach Ox box (1628), Ocos Bocos (1640), Hogges und Pogges (1654) für den Spruch der Taschenspieler, auch für ‘Zauberei’, Ocus Bocus (1650) als Pseudonym eines Verlegers leichtfertiger Geschichten. Herkunft des Ausdrucks ist ungeklärt. Vielleicht beruht er auf einer Zersprechung der Meßformel lat. hoc est (enim) corpus (meum) oder auf einer 1563 bezeugten, von fahrenden Schülern erfundenen (oder ebenfalls aus der Meßformel verballhornten) pseudolat. Zauberformel hax, pax, max, deus adimax.

Thesaurus

Synonymgruppe
Hexenwerk · ↗Magie · ↗Voodoo · Zauberkunde · ↗Zauberkunst  ●  ↗Zauberei  Hauptform · ↗Hexerei  ugs. · Hokuspokus  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Abrakadabra · Hexhex · Hokuspokus · ↗Simsalabim
Assoziationen
  • Bann · Behexung, · Beschreiung · ↗Verhexung · ↗Zauber (Bann) · ↗Zauberspruch
  • (sich) aus den Fingern saugen (können) · aus dem Nichts entstehen lassen  ●  (sich) aus dem Kreuz leiern  ugs. · (sich) aus den Rippen schneiden  ugs. · aus dem Hut zaubern  ugs. · ↗generieren  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

ganz medial rein treiben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hokuspokus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das hat nichts mit Spekulieren zu tun, ist auch kein Hokuspokus.
Die Zeit, 29.12.2008, Nr. 52
Aber deshalb sollten die Medien um mich nicht so ein Hokuspokus machen.
Süddeutsche Zeitung, 13.10.2001
Wohl aber haben Sie den Mut gehabt, jetzt noch den Hokuspokus mit Just vorzunehmen, der Ihnen wahrscheinlich sehr unbequem werden konnte.
Friedländer, Hugo: Der Zaubermord am Teufelssee vor dem Schwurgericht zu Potsdam. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 27397
Solange uns dies nicht bewußt wird, bleiben alle Abrüstungsverhandlungen reiner Hokuspokus.
Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 52
Bei Feng Shui jedenfalls geht es um Energieströme und anderen Hokuspokus.
Illies, Florian: Generation Golf, Berlin: Argon 2000, S. 107
Zitationshilfe
„Hokuspokus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hokuspokus>, abgerufen am 24.04.2019.

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