Holdseligkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Holdseligkeit · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungHold-se-lig-keit
Wortzerlegungholdselig-keit
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben
entsprechend der Bedeutung von holdselig
Beispiel:
Der Tag hat eine solche Klarheit und Holdseligkeit gewonnen, daß es einem, in den Wirren und Lasten dieser bitterschweren Zeit, ins Herz schneidet [KlepperSchatten1101]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hold · abhold · holdselig · Holdseligkeit · Unhold · unhold
hold Adj. ‘geneigt, günstig gesinnt, zugetan’, auch (seit dem 18. Jh.) ‘anmutig, lieblich, bezaubernd’. Das Adjektiv ahd. hold (8. Jh.), mhd. mnd. holt ‘geneigt, zugetan, gnädig, treu, ergeben, dienstbar’, asächs. afries. aengl. hold, mnl. hout, anord. hollr, schwed. dän. huld, got. hulþs (germ. *hulþa-) bezieht sich im Mittelalter besonders auf das gegenseitige Verhältnis zwischen Lehnsherrn und Gefolgsmann und bedeutet daher einerseits ‘gnädig, geneigt’, andererseits ‘treu ergeben’. Dazu gehören das Abstraktum ↗Huld (s. d.) und die Substantivierungen ahd. holdo m. (9. Jh.), mhd. holde m. ‘Freund, Geliebter, Diener, Dienstmann’, holde f. ‘Freundin, Dienerin’, die auch übernatürliche Wesen (Geister, Dämonen, mythische Gestalten) bezeichnen können, vgl. mhd. die guoten holden ‘Hausgeister’, des tievels holde ‘Höllengeister’, ferner Unhold (s. unten) und Frau Holle. Das Adjektiv führt im Sinne von ‘geneigt’ mit der unter ↗Halde (s. d.) dargestellten Wortgruppe auf die Wurzel ie. *k̑el- ‘neigen’. abhold Adj. ‘nicht gewogen, abgeneigt, feindlich gesinnt’, mhd. abholt. holdselig Adj. ‘reizend, lieblich, anmutig’ (15. Jh.), Zusammensetzung aus hold und ↗-selig (s. d.) und früher als das Simplex (s. oben) auf die Anmut der Erscheinung bezogen; dazu Holdseligkeit f. (16. Jh.). Unhold m. ‘böser, furchterregender Geist des Volksglaubens, Teufel, Ungeheuer, roher, gewalttätiger Mensch’, asächs. unholdo, mhd. unholde ‘der Ungeneigte, Böse, Feindselige, Dämon, Teufel’, aengl. unholda, got. unhulþa sowie die fem. Formen ahd. unholda (8. Jh.), mhd. unholde (wofür im 17. Jh. Unholdin neben Unhold f.), got. unhulþō sind Substantivierungen des heute selten gebrauchten Adjektivs unhold ‘böse, feindselig, unfreundlich, abgeneigt’, ahd. (9. Jh.), asächs. aengl. unhold, mhd. unholt ‘nicht geneigt, feindlich, feindselig’. Unhold bezeichnet ursprünglich ein ‘dämonisches Wesen’, im christlichen Sinne den ‘Teufel’, heute einen ‘bösartigen Menschen’, oft einen ‘Sittlichkeitsverbrecher’.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort ist die Holdseligkeit zu Ende, keine Wiesen, Tümpel und Blumen mehr.
Die Zeit, 29.07.1948, Nr. 31
Frau Demelius war eine jener seltenen Schönheiten, welche imponierende Würde und liebliche Holdseligkeit in sich vereinigen.
Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 04.03.1916
Während so die Passion Christi in ergreifenden Bildprägungen veranschaulicht wurde, entstanden gleichzeitig Bildwerke von zartester Schönheit und Holdseligkeit der Stimmung, vor allem Madonnenbil der.
Lehmann, A.: Malerei und Plastik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 5755
Zitationshilfe
„Holdseligkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Holdseligkeit>, abgerufen am 12.12.2019.

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