Holunder, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Holunders · Nominativ Plural: Holunder
Aussprache 
Worttrennung Ho-lun-der
Wortbildung  mit ›Holunder‹ als Erstglied: ↗Holunderbaum · ↗Holunderbeere · ↗Holunderblüte · ↗Holunderbusch · ↗Holundergebüsch · ↗Holundermark · ↗Holundersaft · ↗Holunderstrauch · ↗Holundersuppe · ↗Holundertee
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
zur Gattung der Geißblattgewächse gehörender Strauch oder Baum mit weißen, in schirmförmigen Dolden angeordneten Blüten, dessen schwarze, einen purpurroten Saft enthaltende Beeren für Suppen und dessen getrocknete Blüten zu schweißtreibendem und harntreibendem Tee verwendet werden
Beispiele:
im Garten vor der Scheune steht Holunder
die schwarzen Beeren des Holunders hängen in Trauben herab
2.
Früchte von 1
Beispiel:
die Kinder hatten viele Körbe voll Holunder gepflückt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Holunder m. Der Name für die Gattung der Geißblattgewächse mit weißen Blüten in schirmförmiger Trugdolde, für die seit alters auch ↗Flieder (s. d.) gilt, ist auf das dt. Sprachgebiet beschränkt. Ahd. holuntar, holantar (9. Jh.), mhd. holunder, holunter ist mit dem in Baumnamen auftretenden Suffix germ. -ðra- (ie. -tro-) gebildet (s. ↗Teer), das in ↗Flieder (s. d.) ebenso begegnet wie in ahd. affaltar ‘Apfelbaum’ und seinen germ. Entsprechungen (im Ahd. und Aengl. daneben auch auf germ. -ðrō, -ðrōn zurückgehende fem. Bildungen); s. ↗Apfel, ferner ↗Rüster und ↗Wacholder. Das Stammwort ist verwandt mit dän. hyld, aschwed. hylle, schwed. hyll ‘Holunder’, mengl. hildir, außergerm. mit aind. kalaṅkaḥ ‘Fleck, Schmutz’, griech. kelainós (κελαινός) ‘schwarz, dunkel, finster’, lat. columba ‘Taube’, so daß Anschluß an die Wurzel ie. *kel- in Wörtern für helle und dunkle Flecke, graue und schwärzliche Farbtöne möglich ist. Aus den anfangsbetonten Formen der frühen Sprachstufen entstehen ahd. holdera (9. Jh.), holer (11. Jh.), mhd. holder, holer, mnd. holder, nhd. (mundartlich) Holder, Holler.

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Holder · Holunder · deutscher Flieder
Oberbegriffe
Botanik
Synonymgruppe
Holder · ↗Holler · Holunder

Typische Verbindungen zu ›Holunder‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Holunder‹.

Verwendungsbeispiele für ›Holunder‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Alles andere am Holunder ist gar nicht ätherisch, sondern kräftig bis derb.
Die Zeit, 13.07.1990, Nr. 29
Auch Holunder konnte nicht überzeugen, denn Holunder ist den Deutschen fremd.
Süddeutsche Zeitung, 04.01.2002
Der Osterhase kakelt wie ein Huhn und fabriziert dort unter dem Holunder ein Ei und noch ein Ei und hat zu tun.
Tucholsky, Kurt: Fröhliche Ostern. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 681
Berge von Äpfeln liegen da, aber zuerst wird Holunder gepreßt, er muß taufrisch verarbeitet werden.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 28
Schon blühten Pfingstrosen in den Gärten, und von Flieder und Holunder dufteten die Lauben.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1882
Zitationshilfe
„Holunder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Holunder>, abgerufen am 21.10.2020.

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