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Homofonie, die

Alternative Schreibung Homophonie
Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Homofonie · Nominativ Plural: Homofonien
Aussprache [homofoˈniː]
Worttrennung Ho-mo-fo-nie ● Ho-mo-pho-nie
Grundformhomofon
Rechtschreibregel § 32 (2)
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutungen

1.
Musik Satztechnik, bei der die Melodiestimme hervortritt und alle anderen Stimmen begleitend zurücktreten;
Satztechnik, bei der alle Stimmen rhythmisch (fast) gleich gebildet sindDWDS
Kollokationen:
in Koordination: Homofonie und Polyfonie
Beispiele:
Nach der Schubertschen Messe erklangen noch andere, kürzere Werke, von Heinrich Schütz oder Arnold Mendelssohn. In diesen Stücken bekundete der Chor, dass seine einzelnen Stimmen zweifelsohne auch eigenständig singen können und nicht nur in Schuberts fester Homofonie (wo alle Stimmen rhythmisch gleich sind) baden können. [Reutlinger General-Anzeiger, 08.11.2017]
Das Werk beeindruckt durch seine barocke Souveränität der Stimmbehandlung in Homofonie und Imitation. [Neue Osnabrücker Zeitung, 30.05.2016]
Auch [der Komponist Olivier] Messiaen war damals noch auf der Suche nach einer neuer Musiksprache, wie seine frühe, ganz in warmer Homophonie gehaltene Motette »O sacrum convivium« zeigt. [Der Tagesspiegel, 26.10.2004]
Ein undifferenziert breiter und vibratoreicher Streicherklang […] verschluckte oft den sorgfältig zwischen Homofonie und Polyfonie differenzierenden Satz […]. [Berliner Zeitung, 20.03.2000]
2.
lautliche Übereinstimmung von Wörtern bei unterschiedlicher Bedeutung und meist auch unterschiedlicher Schreibung oder HerkunftDWDS
siehe auch Homonymie, Homografie
Beispiele:
Freuen darf man sich auf Peter Volkarts akribisch arrangierte Traumbilder im Film »Monsieur Sélavy«, wo sich der müde Protagonist plötzlich in einer frisch gerüttelten Schneekugel wiederfindet: C’est la vie! – die Homofonie mit dem Namen des Titelhelden klingt fast schon zynisch. [Neue Zürcher Zeitung, 04.11.2008]
Das Berliner Startup Cabin Spacey hantiert in seinem Markennamen mit einem Wortspiel, das sich einer beinahen Homofonie, eines Gleichklangs also, mit dem Namen von US‑Schauspieler Kevin Spacey bedient. [Berliner Morgenpost, 07.11.2017]
Indem sie [eine Autorin] sich die Homofonie zwischen [französisch] je und jeu zunutze macht, wird aus dem Ich eine Spielfigur, mit der die Differenz zwischen Ich und Ich gelöscht und aufgehoben werden soll. [Neue Zürcher Zeitung, 09.04.2011]

letzte Änderung:

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
Homofonie · Homophonie

Typische Verbindungen zu ›Homofonie‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›Homofonie‹ und ›Homophonie‹.

Zitationshilfe
„Homofonie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Homofonie>.

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