Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Honorar, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Honorars · Nominativ Plural: Honorare
Aussprache 
Worttrennung Ho-no-rar (computergeneriert)
formal verwandt mithonorieren
Wortbildung  mit ›Honorar‹ als Erstglied: Honorarabrechnung · Honoraranspruch · Honorarbasis · Honorarbestimmung · Honorarordnung · Honorarprofessor · Honorarzone
 ·  mit ›Honorar‹ als Letztglied: Absatzhonorar · Anwaltshonorar · Arzthonorar · Autorenhonorar · Beraterhonorar · Beraterinnenhonorar · Beratungshonorar · Erfolgshonorar · Pauschalhonorar · Umsatzhonorar · Zahnarzthonorar · Zeilenhonorar
Herkunft aus honōrāriumlat ‘Anerkennung für geleistete Dienste, Ehrensold, Belohnung’ < honōslat ‘Auszeichnung, Ehrung, Anerkennung’
eWDG

Bedeutung

Vergütung, Entgelt für wissenschaftliche oder künstlerische Leistungen in freiberuflicher Tätigkeit
Beispiele:
für etw. ein angemessenes, beträchtliches Honorar bekommen
er übernahm die Ausführung der Arbeit gegen ein entsprechendes, kleines, geringes Honorar
das Buch, Plakat, die Übersetzung brachte ihm ein gutes, sein bisher höchstes Honorar
das Honorar vereinbaren, nach der Gebührenordnung festlegen
Schöning zieht aus seiner Uniform einen Schein hervor und überreicht ihn dem Arzt als einstweiliges Honorar [ ZuchardtStunde426]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Honorar · honorieren · Honoratioren · honorig
Honorar n. ‘Vergütung’ (besonders für Tätigkeiten in freischaffenden Berufen). Lat. honōrārium ‘Anerkennung für geleistete Dienste, Ehrensold, Belohnung’, gebildet zu lat. honōs, jünger honor (Genitiv honōris) ‘Auszeichnung, Ehrung, Anerkennung’, wird zunächst unverändert ins Dt. übernommen (16./17. Jh.), dann unter Aufgabe der lat. Endung zu Honorar eingedeutscht (Ende 18. Jh.). honorieren Vb. ‘belohnen, vergüten’, kaufmännisch auch ‘bezahlen, einlösen (von Wechseln)’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. honōrāre ‘ehren, auszeichnen, belohnen’ (zu lat. honōs, honor, s. oben). Honoratioren Plur. ‘angesehene Einwohner’. Das gegen Ende des 18. Jhs. aus kanzleisprachlichem Honoratiores ‘die Angesehensten eines Ortes’ (Ende 17. Jh.) eingedeutschte Substantiv entspricht dem substantivierten Komparativ lat. honōrātiōrēs Plur. ‘die (durch ein hohes Amt) mehr als andere Geehrten’, der zu lat. honōrātus Part.adj. ‘geehrt, angesehen’ (von honōrāre ‘ehren’) gebildet ist. honorig Adj. ‘ehrenhaft, anständig, freigebig, großzügig’, Bildung (Ende 18. Jh.) der Studentensprache zu lat. honōs, honor.

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
Arbeitsentgelt · Aufwandsentschädigung (Ehrenamtler) · Besoldung (Beamte, Richter) · Bezahlung · Bezüge · Einkünfte · Entgelt · Entlohnung · Gage · Gehalt · Gratifikation · Heuer · Honorar · Kostenerstattung · Lohn · Löhnung · Salair · Sold (Soldaten, Zöllner) · Tantieme · Verdienst · Vergütung  ●  Abgeltung  österr., schweiz. · Einkommen  Hauptform · Entlöhnung  schweiz. · Salär  schweiz.
Oberbegriffe
  • Geld  ●  klingende Münze  fig. · Asche  ugs. · Bimbes  ugs. · Chlübis  ugs., schweiz. · Devisen  ugs. · Diridari  ugs., bairisch · Eier  ugs. · Euronen  ugs. · Flöhe  ugs. · Forinthen  ugs. · Heu  ugs. · Kies  ugs. · Klicker  ugs. · Klöpse  ugs. · Knack  ugs. · Knete  ugs. · Kohle  ugs. · Koks  ugs. · Krönchen  ugs. · Kröten  ugs. · Lehm  ugs. · Mammon  geh., abwertend, biblisch · Marie  ugs. · Moneten  ugs. · Moos  ugs. · Murmeln  ugs. · Mäuse  ugs. · Möpse  ugs. · Ocken  ugs. · Patte  ugs. · Penunse  ugs. · Penunze  ugs. · Piepen  ugs. · Pinke  ugs. · Pulver  ugs. · Radatten  ugs. · Rubel  ugs. · Rubelchen  ugs. · Räppli  ugs., schweiz. · Scheinchen  ugs. · Scheine  ugs. · Schlotten  ugs. · Schotter  ugs. · Steine  ugs. · Zaster  ugs. · Öcken  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Honorar‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Honorar‹.

Verwendungsbeispiele für ›Honorar‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht hätte ich gerne ein paar Worte über das Honorar gewechselt. [Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 10]
Wir hatten keines, wir lebten ständig von der Hand in den Mund, immer warteten wir auf das nächste Gehalt, auf das nächste Honorar. [Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 374]
Die Honorare waren in der That auch jetzt oft sehr kümmerlich. [Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1908], S. 25784]
Folge: Den Berater trifft keine Verantwortung, wenn die Datenbank nicht läuft – er erhält sein vereinbartes Honorar. [C't, 2001, Nr. 24]
Das Unternehmen zahlt mein Honorar, und ich erwähne artig seinen Namen. [Die Zeit, 30.08.1996, Nr. 36]
Zitationshilfe
„Honorar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Honorar>.

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